2016 / 17 –                                                                                eine europäische Identitätskrise –                                                                           und Wege daraus

 

(Des-) Integration    +       (Miss-) Information =

Irritation x                      +       (Des-) Orientierung x          =     Terrorismus (?) 

 

1. einsame Wölfe? 

2. “Wahrheit” und vertrauen    

3. NetZe und Lücken     

4. Das Klima und das Wetter  

4.1 Das Klima und das Wetter (2)   

5. “endloser Krieg” und stetiger AbschWung oder -   

5.1 “endloser Krieg” und stetiger Abschwung oder (2)

6. – Hoffnungsschimmer und “jubeljahre”

6.1 – Hoffnungsschimmer und “Jubeljahre”?  (2)

7. Strategien und Perspektiven – zur Gründung
von eckpfeilern für den Bau eines
Neuen (europäischen) Hauses

7.1 Globaler Schuldenschnitt und Wege dahin und wie weiter                   

7.2 Neuordnung der Sozialversicherungssysteme                                    

7.3 Integration und Um- und Wiederaufbau                                              
7.4 Klimawandel, „Energiewende“ und Anpassung an lokale Gegebenheiten

7.5 Weitere Folgerungen  - Krieg und Frieden 1

7.6 Weitere Folgerungen  - Frieden und Krieg 2

7.7 Epilog 

 

 

 

 

 

 

1. einsame Wölfe?

 

„Ich schmeiße alles hin, mein Leben, […] ich alternder Mann. Auf eure Welt anders zu reagieren als durch Krepieren oder durch den Steppenwolf wäre für mich Verrat an allem, was heilig ist.“ 

Eintrag des damals fast 50-jährigen Hermann Hesse 1927 in sein Tagebuch kurz vor Herausgabe des Steppenwolf

 

Früher als von vielen Menschen erwartet haben manche eher unschöne Befürchtungen das „mächtigste Land“ in Mitteleuropa ergriffen:
Der „Krieg gegen den Terror“ schlägt zurück!

 

Der Terroranschlag in München am Freitag, den 22. Juli 2016 hat viele Menschen in Deutschland zutiefst verängstigt. Auch deutsche Massenmedien sind irritiert – die Nachrichtensprecher und Kommentatoren im Fernsehen scheinen selbst äußerst verschreckt.
Die Berichterstattung dort enthält zunächst viele Spekulationen – drei oder mehr Attentäter sollen noch auf der Flucht sein, heißt es anfangs. Noch mehr Anspannung – und Hysterie wird so im Lande erzeugt. Die Reporter bedrängen den sachlichen und klugen Polizeisprecher, doch Prognosen und Verdachtsmomente preiszugeben. Der einzige wirkliche Profi an diesem Abend im staatlichen Fernsehen – bei ARD und ZDF – Nachrichten scheint der Pressesprecher der Münchner Polizei.

 

Deutschland – eine Blase des Wohlstands – ein Land von mehr als 80 Millionen Bundestrainern, bisher ein „sicherer Hafen“ im „Kampf der Kulturen“ – das Land mit der „immer boomenden Wirtschaft“ - ein Land, das auch deswegen eine Führungsrolle in der EU beansprucht.

Deutschland – der „Hardliner“, der dem „alten Kontinent“ die „Austerität“ verordnet.

Deutschland – Ort der „Willkommenskultur“ vom Herbst letzten Jahres, wo dann endlich die Flüchtlinge als „Krise“ behandelt wurden, mit der aber gerade Griechenland und Italien mehr als ein Jahrzehnt alleine gelassen worden waren.

„Deutschland tanzt nicht, es döst auf dem Vulkan.“ -
wie Jürgen Habermas schreibt im August 2013 im Vorfeld zu den Bundestagswahlen im September dann desselben Jahres.

 

In einer Definition zu „Terrorismus“ auf der deutschen Wikipedia-Seite steht geschrieben: 
„Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie.“ 

 

Am Ende – einige Tage nach dem Anschlag von München sind die Ermittlungen abgeschlossen: der alleinige Täter war ein 18 Jahre alter, in Deutschland aufgewachsener Deutsch-Iraner, der seinen „Amoklauf“ über ein Jahr lang geplant haben soll.
Jemand, der auch Sympathisant von „Neonazi-Gedankengut“ war und der eben auch deshalb wohl den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik „bewunderte“, der sein „Kapitalverbrechen“ exakt 5 Jahre vor dem Münchner Anschlag verübte. Der „gewisse Unterschied“ – Breivik tötete 77 Menschen am 22. Juli 2011 und überlebte. Er kann sogar immer noch sein Gift verspritzen – die Medien teilen ja manchen kranken Gedanken aus dem Gerichtssaal oder machen gar Schlagzeilen daraus.
Hier in München handelte es sich „nur“ um den Mord an 9 Menschen, die das Pech hatten, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und so zusammen mit ihrem Mörder David S. starben. 

 

Ein einsamer Wolf? Zumindest – ein Heranwachsender – vielleicht gar noch – ein halbes Kind. Ein Jugendlicher mit schiitischem Hintergrund. Also – kein Bezug zum sunnitischen IS.
Ein „Neo-Nazi”? Vielleicht. Zumindest – eine verlorene Seele – ein vergiftetes Hirn. Vergiftet durch die übelsten und bösesten Gedanken.

Die Attentäter von Ansbach – ein syrischer Flüchtling und der junge Mann aus Afghanistan, der im Zug bei Würzburg einige Menschen mit einer Axt angriff und zum Teil schwer verletzte – andere „verwirrte Geister“ – „vergiftete Hirne“?
Und – der Attentäter von Nizza am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, ein „bisher unauffälliger junger Mann“ aus Tunesien, der den Worten Heiner Flassbecks gemäß mit seinen „sinnlosen Morden, seiner schrecklichen, abscheulichen Tat zeigte, zu was er fähig ist und - was er von der französischen Republik und den (darin verkörperten) Werten der Aufklärung – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - hält.“

 

Und – all die anderen „Terroristen“, die im vergangenen Jahr „ihre Mission erfüllt“ haben in Frankreich und Belgien – Länder, die schon etwas länger als „Anschlagsziele im Fadenkreuz“ sind?

 

Wütende junge Männer – einsame Wölfe – Amokläufer – oder –
was ist das denn eigentlich – „Terrorismus“?

 

 

 

 

 

2. “Wahrheit” und vertrauen

 

„Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.“ -
Paul Cezanne sagte das um den Wechsel vom 19. ins 20. Jahrhundert herum.
Paul Virilio, der große französische Philosoph, Urbanist, „Simulations-, Virtualitäts- und Geschwindigkeitstheoretiker“ und „Begründer der Dromologie“ stellte diesen Satz seinem Buch „Die Ästhetik des Verschwindens“ im Jahr 1991 voran. In einem anderen Buch aus jenem Jahr - “L'écran du désert. Chroniques de guerre“  - die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Krieg und Fernsehen“ nannte Virilio den Golfkrieg von 1991 einen „kleinen 3. Weltkrieg“.

 

„Wahrheit“ ist ein sehr vielschichtiges Ding. Es ist eine künstliche Struktur.

„Realität” ist eine Konstruktion des menschlichen Geistes – also: unserer Vorstellungsgabe. Und – sie setzt sich zusammen aus der Wahrnehmungsfähigkeit anderer Menschen.

„Kommunikation“ ist die Basis für eine „Beziehung“ zwischen Sender und Empfänger von „Information“ – in diesem Sinne – von immer wieder neu konstruierter „Realität“. Weiter gefasst, in einen größeren Maßstab wechselnd – Kommunikation ist die Verbindung – die Beziehung zwischen jenen Individuen oder Gruppen innerhalb einer Gemeinschaft oder – einer Gesellschaft, die die Mittel – die Macht besitzen, um „Realität“ zu konstruieren und denjenigen, die diese „wahrnehmen“.

Im Widerspruch zu Marshall Mcluhan bedeutet das in diesem Sinne:
Es ist nicht das Medium selbst, das die Botschaft ist, sondern der Sender, der die Botschaft besitzt und auf diese Art und Weise auch ihre Wahrnehmung kontrollieren kann.

Der Sender, der die Botschaft kontrollieren und somit (wirtschaftliche) Macht gewinnen und erweitern – und die Nachricht (absichtlich) hinsichtlich ihrer Wahrnehmung manipulieren kann.

Ist also Information ein Menschenrecht – oder handelt es sich um eine einfach handelbare Ware – die also auf Märkten gekauft und verkauft wird?
Und – wer besitzt und kontrolliert diese?

 

Da die obersten Schichten von „Realität“ bereits in Tausende – unzählig viele Bruchstücke zerbrochen sind –
was ist dann „Wahrheit“?

Handelt es sich bei den Bruchstücken um zersplitterte Teile, die untereinander – in ihrer eigenen immanenten Information nicht die geringste Spur von Beziehung oder Verbindung beinhalten – von Gelenken und Anschluss- und Anknüpfungspunkten? Oder – gibt es da eine Art Matrix, bei der wir Tropfen im Ozean und Möglichkeiten, diese zurück zu ihren Quellen – ihren Ursprüngen zu verfolgen finden können – ihre gemeinsamen Muster? Die es uns insofern ermöglicht, Bilder zu entwerfen – bekannte fraktale Strukturen in unserem Gedächtnis zum Leben zu erwecken? Strukturen – Konstruktionen, die dann bald an dem einen oder anderen Ort durch das „kollektive Gedächtnis“ hier wie dort bestätigt werden können?

 

Aber – es gibt auch die allgemein gültige Aussage, dass die „Wahrheit“ als Erste im Krieg stirbt. Insofern – was (in-)formiert – und was verwirrt wessen Hirn?

Wo liegen Spiel- und Handlungsräume menschlicher Reaktionsweisen auf die Beobachtung, dass es nicht leicht ist, Schichten von „Realität“ hinter – oder jenseits – oder – unterhalb oder neben den obersten Schichten zu finden? Jenen obersten Schichten der „Erzeugung von Realität“, die kontrolliert – geformt und – vielleicht auch deformiert oder sogar manipuliert werden von denjenigen, die das „Medium“ – das „Mittel“ dazu also besitzen?

 

Und – wem oder was können wir dann überhaupt noch vertrauen?

 

 

 

 

 

3. NetZe und Lücken

 

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts.“ -

Søren Kierkegaard – erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Kommunikation ist in jedem Sinne und Zusammenhang in und über vielfältige Arten von Netzwerken organisiert und verbreitet. Menschen „teilen“ Information.

„Sharing is caring” – „Teilen heißt, sich um etwas kümmern“.
Um wen oder was in erster Linie?

Manche werden bezahlt für das „Teilen und sich um etwas kümmern“ – für die (Weiter-) Gabe von Information jeder Art – manche werden nicht im Geringsten dafür bezahlt – manche werden sogar verfolgt und bestraft dafür.

 

Als einige junge Männer arabischer Herkunft, die gerade in Florida kleine Privatflugzeuge fliegen gelernt hatten und – wie ein Israelischer „Nachrichtendienst“ im April 2001 US-Behörden berichtet hatte – „einfach nicht das geringste Interesse daran gezeigt hatten, auch ein Flugzeug landen zu lernen“ – als man annahm, dass diese miserablen Piloten zwei Verkehrsflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers am 11. September 2001 hineinsteuerten sahen nicht Wenige von den rund 7 Milliarden Menschen dieses Ereignis auf flachen Oberflächen – Computer- und Fernsehbildschirme überall auf der Welt. Die meisten Menschen waren entsetzt und schockiert, als die Hochhäuser bald darauf einstürzten.

Später dann an diesem Tag, als ein anderes Hochhaus dort - World Trade Center 7 einstürzte, da war schon ein gewisser „Gewöhnungs- und Abstumpfungsprozess“ eingetreten.
Das angenommene Fluggerät, das das Pentagon traf – just jenen Flügel des Gebäudes, in dem die Untersuchungsberichte zum
2 Billionen (1012!) Dollar – Loch im „US-Verteidigungsbudget“ gelagert waren – die meisten Menschen vergaßen auch bald dieses Ereignis.

Die Bilder von den beiden Zwillingstürmen waren schon stark genug.

 

Meine Tochter wurde am 30. September 2001 geboren. Ich war besorgt.

Wie die meisten Menschen an diesen Tagen war ich wie gelähmt durch den Schock.
Der Abschwung dann in der Häuser- und Planungsbranche ließ nicht lange auf sich warten. Mein Projekt starb, ich wurde entlassen – nicht die besten Zeiten, um ein neues Architekturbüro zu gründen. Nach einigen Monaten dann bekam ich einen Job in einem Ingenieurbüro für Brandschutz. Ich blieb dort bis zum Herbst 2008.
Als der Chef dort mit „globalen“ – internationalen Projekten begann wurde es immer verrückter.

 

Wer eigentlich hält die so genannte „Globalisierung“ wie am Laufen in diesen Tagen?

Wer beherrscht so genannte „Globale Märkte“?

Ich meine – es hat immer viele Kriege zwischen verschiedenen Kulturen – verschiedenen Reichen „in der Geschichte“ gegeben – natürlich. Aber Handel und Austausch von materiellen Gütern und Ideen war am Ende immer das klügere Ergebnis.

 

Als ich im Jahre 2012 in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch auf einen Mann traf, der in der Zwischenzeit so etwas wie ein „südasiatischer Cousin“ von mir geworden war, da begann dieser unsere erste Unterhaltung mit einer klugen Rochade: „Was meinst Du – seit wann werden wir von bauernschlauen Dorftrotteln beherrscht?“ – fragte er den Neuankömmling. Nach kurzem Lachen brachte ich die eigene Dame mit dem nächsten Zug in Sicherheit und antwortete: „Nun – seit die so genannte „Globalisierung“ zwischen Wyoming (Dick Cheneys Wahlkreis und Staat) und einer Ranch in Texas (gemeint war George W. Bushs Crawford-Ranch dort) für einige Zeit ausgemacht wurde, denke ich, das ist wahrlich recht offenkundig heutzutage.“

 

Ist es das? Wahrscheinlich noch viel zu wenig.
Aber – wie kann man bewirken, dass mehr Menschen realisieren, dass die Ausgaben für „Des Kaisers neue Kleider“ nur uns – den Mann und die Frau von der Straße – „Otto und Elke normal“ – gleich welcher Hautfarbe und welchen Geschlechts oder welcher sexuellen Orientierung oder welchen Glaubens oder Unglaubens wir sind bis aufs letzte Hemd nackt ausziehen? Aber – nicht die so genannten „Eliten“, die daran „verdienen“ und – dass das ein immer weiter gehendes „böses Spiel“ ist?

 

Eine offene Fläche - ein “Maidan” in Kabuls kriegszerstörter Altstadt mit zumeist „ungeklärten“
Grundstückseigentumsrechten im Jahr 2009                                                                                                             © Stefan Frischauf

 

 

Im Sommer 2008 wurde in dem Ingenieurbüro für Brandschutz jemand gesucht, der zur Abnahme des Neubaus des Dienstwohnungsgebäudes auf dem Gelände der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul reisen würde.

 

Es war schon etwas irritierend, bei einem Zwischenstopp über Dubai zu fliegen und erst einmal keinen einzigen Sonnenkollektor zu sehen. Peak-Oil und der kurzsichtige Traum vom „bis in alle Ewigkeit unerschöpflich sprudelnden Öl“? Klimawandel und globale Erderwärmung? Wen kümmert’s?

Eingefrorener, in Beton und Glas gegossener Formalismus. Ohne jegliche soziale Vision. Nicht der leiseste Versuch, entscheidende Fragen zu beantworten erkennbar – wie man eine „globale Gesellschaft“ und unser Zusammenleben in einer neuen Stadt wie dieser „nachhaltig und zukunftsverträglich“ organisieren – und entwerfen könnte.

Taxifahrer – zumeist aus Zentral- und Südasien informierten mich über Streiks auf den Baustellen – meistens angeführt von (Sklaven-) Arbeitern aus ihren Herkunftsländern, die die Mehrheit der Beschäftigten dort bildeten.

Es war kurz bevor die „Subprime Krise“ geschah und Lehman Brothers und vieles mehr zusammenstürzte.

 

In Kabul dann hatte ich bald den verhängnisvollen Gedanken, dass sie dort sicher erfahrene Architekten bräuchten, die auch fähig waren, Städtebau und Stadtbaugeschichte, Baurecht und Ingenieurswissenschaften zusammenzubringen, um so die Dinge hin zu einem wirklichen Wiederaufbau und einem „nachhaltigen Entwicklungsprozess“ zu bewegen. Also ging ich das Risiko ein, meinen „Ingenieurs-Schwitzbuden-Job“ zu verlassen.

 

Im Februar 2009 trat ich meine neue Stelle an – die Arbeit für eine britisch-amerikanische „Nicht-Regierungs-Organisation (NGO)“ in Kabul. Bald schon leitete ich ein „Regenerationsprojekt“ für einen Teil der Altstadt der afghanischen Hauptstadt. Im Verlauf des wichtigsten Projektes galt es, die Themen Städtebau – einen stadtbau- und kulturgeschichtlich fundierten fortlaufenden Wiederaufbauprozess, „nachhaltige urbane Wasserwirtschaft“ als dezentrales „“Low-Tech Pilotprojekt“ und „Installation eines rudimentäres Baurechts“ zur Vermittlung zwischen starken privaten Interessen(„Landlords“ = Grundstückseigentümer und potenzielle „Warlords“) und schwachen Gemeinwohl-Interessen zusammenzuführen.

 

Die größte berufliche und menschliche Herausforderung meines Lebens bis dahin – und das am meisten schmerzhafte Scheitern. Denn – den Willen, das von Staatsbankrott, Niedergang und Krieg geschundene Land zu stabilisieren – oder gar – es wieder aufzubauen – den gab – und gibt es nicht wirklich.

Dieser Wille konnte auch nie wirklich aufkommen.
Und – das ist nicht das Verschulden der Völker – der Menschen Afghanistans.

Wahrlich nicht. 

 

 

 

 

 

4. Das Klima und das Wetter

 

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist

ändert sich das Wetter –

oder es bleibt, wie es ist.“
Deutsche Volksweisheit

 

Es war das erste Mal seit rund 20 Jahren, dass ich für längere Zeit auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten blieb. Eineinhalb Jahre am Hindukusch.
Und – ich war schockiert, wie verdreckt die Welt inzwischen war – wie sehr Umweltverschmutzung und Zerstörung unserer Lebensräume zugenommen hatten. Überall. Und – kein Leistungsvermögen – kein Wille, das wirklich zu ändern.

 

Ist das Globale klima nicht an sich ein gewaltiger Datenpool von

lokalen Wetter phänomenen, die da über die Zeit gesammelt und ausgewertet werden?  

 

In einem spannenden Artikel blickt Will Denayer im Unterschied zu vielen anderen Berichten zum Thema Klimawandel weit über den Tellerrand: Will analysiert die Dinge zwischen (Makro-) Ökonomie, globalen Klima- und Umweltdaten, die insofern auch als Summe lokaler Wetterphänomene und deren Auswirkungen auf Planet A (die Erde als unser Gastgeber – also auch – wir selbst) und (Real- oder besser – Surreal-) Politik. Und – er benennt die „(Neo-) konservative Revolution“ als einen der Hauptgründe für die Tatsache, dass wir weit davon entfernt sind, den Kampf gegen die vom Menschen verursachten Anteile zur Beschleunigung des Klimawandels  - und damit die Zerstörung der Lebensgrundlagen von derzeit mehr als 7 Milliarden Menschen und der Artenvielfalt auf der Erde anzugehen.

 

Wenn es sich also wirklich um eine Art von „wahrer falscher Regierung“ in von „(Neo-) Konservativen“ beherrschten Umgebungen handelt, die diese (Re-) Aktionsblockade in eigentlich dringlichen  Erfordernissen verursacht – was hat das dann wiederum für eine „progressive Opposition“ zu bedeuten? Eine „progressive Opposition“, die es da aufzubauen gilt – zumal im Hinblick auf die Wahlen 2017 in den zwei wichtigsten Ländern in Mitteleuropa – in Deutschland und Frankreich? Also – im Hinblick auch auf gemeinsame Schnittmengen bei „roten“ und „grünen“ – „linken“ und „sozialdemokratischen“ Themen?  Denn – „soziale Schere“ und Austerität, „Krieg gegen Terror“ - Kampf gegen Armut oder – gegen Arme und andere gescheiterten – aber immer noch „alternativlos“ voranschreitende Unterfangen – wer zeichnet dafür verantwortlich? Und – gibt es da wirklich gar keine Alternativen?

 

Im zweiten Teil von „Wie der Klimawandel mit Riesenschritten den Planeten zerlegt. Teil 2: sich verstärkende Rückkopplungen, Desinvestition und Beraubung“ fasst Will Denayer dann die „vom Menschen verstärkte globale Erderwärmung“ an vielen Orten auf der Erde, die „sich beschleunigt in Rückkopplungsschleifen“ auf drastischere und noch mehr beeindruckende Weise zusammen.

„ Man stelle sich vor, dass die Menschheit, wie durch ein Wunder morgen aufhören würde, CO2 in die Atmosphäre zu entlassen, dann würden die direkten Folgen vergangener Emissionen 40 Jahre lang nachwirken: es gäbe keine sichtbare Besserung im Verlauf zu verzeichnen bis 2056 – die kumulierten CO2 – Werte würden bis dahin ansteigen.“

 

Alle meine persönlichen Feldstudien – mein Scheitern bei der Entwicklung von Projekten, bei denen es darum ging, systematisch nachhaltige Perspektiven voranzubringen bestätigen viele Daten, die Will Denayer da vorbringt. Es ist nicht der leiseste Versuch zu verzeichnen, in einer Art und Weise zu verfahren, die man betiteln könnte mit einem „Aufbau von Perspektiven für uns – 7+ Milliarden und den Planeten Erde.“

Anstatt die wirklich wichtigen Dinge zu tun, können wir eher von einer „Auslieferung unserer Wirtschaft an Risikokapital – von uns selbst bewerkstelligt – also – verantwortungslosen und überforderten Anführern – ‚Eliten’“ sprechen.

Ein System, das da Amok läuft im ‚Rasenden Stillstand’ -
„Die Welt wird zur Wüste“.

 

 

Und Wähler, Bürger, Steuerzahler, „der kleine Mann von der Straße“ überall in dem, was vorher die „erste Welt“ genannt wurde – „dem Westen“?

 

„Wenn man aus Afghanistan in ‚den Westen’ zurückkehrt, dann kann nichts mehr so sein, wie es war.”

 

 

Der Fluss Kabul im Jahre 2009. Einheimische nennen ihn „die größte Latrine“ in der am schnellsten wachsenden Stadt Zentralasiens mit ihrem dramatisch gesunkenen Grundwasserspiegel und ihrer zerstörten öffentlichen Infrastruktur nach dem Staatsbankrott 1955 und nun 34 Jahren Krieg und Unsicherheit – also – Niedergang und Vernachlässigung.                                          © Stefan Frischauf

 

 

4.1

Im Sommer 2011 wohnte ich einem Symposium hier im Rathaus meiner kleinen Heimatstadt bei: „Düsseldorf im Klimawandel”. Ein Referent vom hoch angesehenen „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH“ sprach über die Auswirkungen des Klimawandels, als würden solche Phänomene in einer „weit entfernten Zukunft an ganz weit entfernten Orten“ auftreten. Aber – offenkundig sollte der Eindruck erweckt  werden, dass das Publikum – die Bürger das alles nicht mehr in ihrem – in unserem Leben erfahren würden.

Als ein Freund von mir von den Grünen und ich hartnäckig nachfragten wurde der junge Mann immer unsicherer und gestand schließlich ein, dass sein Auftraggeber – die (damals „schwarz-gelbe“ – also – „neo-konservative and neo-liberale”) Stadtverwaltung ihm das so aufgetragen hätte.
Kein Mensch rührte sich im Publikum.

 

Soviel ich später hörte, hat der „junge Referent und ambitionierte Auftragnehmer“ inzwischen eine Professur erhalten. Die beiden hartnäckigen Nachfrager – einer ist nun angestellt im Umweltamt der Stadt – er ist also unter Kontrolle „des Systems“ – der andere – reden wir besser nicht drüber.  

 

 

Ein Teil der Rheinuferpromenade in Düsseldorf. Ein städtebaulicher Meilenstein aus den 1990er Jahren, der eine der tragischsten „Wunden der Stadt aus dem 2.Weltkrieg“ heilte. Ohne öffentliche Wasserschutzgesetzgebung aus den frühen 1970ern wäre das unmöglich gewesen.                                                                                                                                                 © Stefan Frischauf

 

 

Im Juni 2014 wirbelte ein „Zyklon-artiger Orkan“ durch die Region und traf besonders die rund 600.000 Einwohner zählende Stadt in der Auenlandschaft des Niederrheins hart. Der Sturm – generell auch als „Wintersturm“ bezeichnet, tötete drei Bürger und zerstörte rund 35.000 Bäume in den Straßen, Parks und Gärten nur in Düsseldorf. Viele von diesen waren alte Laubbäume im vollen Blattgewand – aber auch Nadelbäume konnten diesem „völlig untypischen Ereignis“ nicht standhalten. Die neue Stadtverwaltung – angeführt von einer „rot-grün-gelben Jamaica-Koalition“ und andere Initiativen wie die „Baumschützer“ u.a. – meines Wissens hat keiner offiziell den Orkan „Ela“ und seine Spur der Zerstörung mit dem „Klimawandel“ in Verbindung gebracht.
Nicht ausreichende „wissenschaftliche Beweise“?

 

Ein Kolumnenschreiber US-amerikanischer Herkunft spottete einmal in Zeit-online,
dass es in Deutschland keine „Whistleblower“ gäbe. Kein Wunder.

 

Roberto Saviano, der berühmte Verfasser von „Gomorrha” und anderen ambitionierten und mutigen  (Anti-) Mafia Aufdeckungen aus Neapel sagte einmal: „Deutsche schaffen es nicht, sich in einer eigenen Mafia zu organisieren“.

 

Ist das auch so, weil in Deutschland „traditionell im 20. Jahrhundert“ der Staat selbst in einer tiefen „Krise“ dazu tendierte, sich so zu organisieren?
Oder – leben wir bereits in der „zweiten Berliner Republik nach dem Dritten Reich“?
Mit anderen Worten: wer ist am meisten daran interessiert, die Tatsache zu verbergen, dass nicht nur der „Brexit” ein weiterer „schwarzer Freitag“ ist – wie auch Heiner Flassbeck sagt – sondern dass das ganze System einfach völlig korrumpiert ist und – dass seine Verwalter uns einfach an „schwarze Freitage“ – einen kontinuierlichen Niedergang gewöhnen wollen?

 

Zurück zu „deutscher post-heroischer Demokratie und dem Mafia-Phänomen“ – als im August 2007 einige junge Männer von der kalabresischen Ndrangheta in einem Kampf zwischen rivalisierenden Clans in Duisburg hier getötet wurden, da titelten einige Boulevardblätter: „Die Mafia in Deutschland!!!!!“, als wäre das etwas völlig Neues. 
 

Ich selbst hatte die erste Geldübergabe des „Pizzo“ – „Schutzgeld“ an einen deutschen Kurier in einer Pizzeria am Düsseldorfer Hauptbahnhof im Spätsommer 1991 beobachtet. Nach dem „Kurzbesuch des Kuriers“, als dieser wieder von demselben roten Mercedes eingeladen wurde, der ihn auch dorthin gebracht hatte, hörte ich die an seinen neben ihm stehenden Kollegen gerichteten Worte eines Kellners mit tiefem sizilianischem Akzent: „Die verlangen zu viel!“
Zwei Wochen darauf kam ich wieder an diesem Ort vorbei und die Pizzeria war komplett ausgebrannt.

 

Eine von Roberto Savianos Ursprungsthesen in „Gomorrha“ ist, dass die ersten Kartelle, die gebildet wurden nach Fall des „eisernen Vorhangs“, der da West- und Osteuropa trennte eigentlich Mafiakartelle waren.
Zumindest die Grenzen zwischen „klaren hellen“ und „zwielichtigen Geschäften“ verschwanden. 

 

Wir werden in Blasen von „Markt-Konformismus“ gehalten.

Die Presse verkauft ihr Produkt entsprechend der Richtlinie: „Lass den Leser sich heute wieder von den schlechten Nachrichten vom gestrigen Tage mit einigen lauten ‚Hurras!’ erholen, damit er morgen wieder mit Sicherheit zu sagen weiß, wo der Feind steht!“

Die permanente Erzeugung von Hysterie – das kontinuierliche „Erstaunen“ – manche sprechen da von einer „Hirnwäsche“ überladener „Empfänger“, die dabei hilft, viele tiefere analytische Gedanken auszulöschen. Der Autor iDog spricht von einer „Alzheimer-Doktrin“
 

Die anderen Staatsgewalten, die da eigentlich geteilt sein sollten verfahren da in ähnlicher Weise: Im neofeudalen Staat „gibt es so etwas wie Gesellschaft nicht“ – wir sind Empfänger und Verbraucher und wir sollten es nicht wagen, zu viel über die Dinge nachzudenken. Dann werden wir auf die mittelalterliche Art an den Rand gedrängt und verurteilt - wir werden dazu angehalten, außerhalb der hohen Befestigungswälle der Burg des Fürsten – der „Eliten“ zu warten, bis wir verhungern.

 

Nur – wie soll man seinen Kindern erklären, dass „Bildung“ und „lebenslanges Lernen“ einen wirklich weiter bringen im Leben?

„Das Leben ist schön“ – wie Roberto Benigni es sagt.
Wahrlich.

 


 

 

 

5. “endloser Krieg” und stetiger AbschWung oder -            

 

“Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können.“
Albert Einstein

 

„… auch wenn die Türme einst dafür ausgelegt worden waren, dem Aufprall des voll betankten Vorgängers standzuhalten. Einer Boeing 707 – zur Bauzeit größtes Verkehrsflugzeug der Welt. Gemeinsam mit allen Sicherheitszuschlägen hieß das auch, dass der Turm – die Getürme dem Einschlag von mehr als einem Flugzeug dieser Art standhalten würde. Und – jene Boeing 767, die nun die beiden Türme trafen - das war das Nachfolgemodell der 707.   

Aber nach allem würden die Menschen das dritte Gebäude, das da zusammenfiel an diesem Tage komplett vergessen. Jenes Haus, das niemals von einem Flugzeug berührt wurde – und das einfach so verstarb an diesem seltsamen Tag – entzündet durch „Bürobrände“ – und dann einfach so kollabierend in freier Fallgeschwindigkeit. Geschmolzener Stahl oder andere seltsame Baumaterialien, die sich unter dem Eindruck plötzlicher „flash overs“ – Feuerübergriffen von Bürobränden auf eine Art und Weise verhielten, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte. Bis zu jenem Tage.“

 

Als ich im Sommer 2009 in Kabuls Altstadt arbeitete flogen manchmal 9 -12 Drohnen pro Tag über mich.
Der in Pakistan gelegene Distrikt des Swat Tales – „die Schweiz des Ostens“ war unter Kontrolle der Taliban damals.

 

Ich wusste damals noch überhaupt nichts über Drohnen als unbemannte ferngesteuerte tödliche Waffen. Die Menge seltsamer „Jets“, die da den Luftraum über Kabul im Tiefflug geradewegs Richtung Osten an jenen Tagen durchquerte war schon irgendwie seltsam. Und – diese „Jets“ schienen nicht vom Luftstützpunkt Bagram im Norden von Kabul zu kommen.

 

Heute wissen wir viel mehr über den „Drohnenkrieg“. Aber immer noch wissen wir nicht so viel über den „Kollateralschaden“, den dieser verursacht hat: die Zahl getöteter Zivilisten – Menschen, die einfach für sich und ihre Familie ein sicheres Leben leben wollten, die durch diese unbemannten Hinterhalte getötet wurden. Und wir wissen immer noch nicht so viel über die Anzahl „neuer Terroristen“, die durch die „Roboter Tötungsmaschinen“ im „Drohnenkrieg“ erst radikalisiert wurden. Aber – so wie es sich mit den Aufdeckungen von Julian Assange, Chelsea Mannings und WikiLeaks oder von Edward Snowden und vielen anderen Informationen verhält – immer mehr Menschen spüren, dass da „etwas in die völlig verkehrte Richtung läuft“. Und - wir wissen andere Dinge – zum Beispiel, dass der US-Stützpunkt Ramstein hier in Deutschland ein ganz wichtiger Kontrollpunkt für den „Drohnenkrieg“ im „Mittleren Osten“ – unserem „Nahen Osten“ ist. Alles ist nur permanentes Feuerlöschen mit Benzin und Füttern des militärisch-industriellen Komplexes – das Aufblasen desselben zu einer ständig aktiven (Stellvertreter-) Kriegsmaschine.

 

Der „Krieg gegen den Terror“ hat vor fast 15 Jahren begonnen und hat mehr Terror und Unsicherheit auf der Erde erzeugt. Mit dem „NATO-Alarm“, der da am
12. September 2001 begann, sind wir hier in Europa mitten drin.

 

„...die Häuser schienen zu brennen. Besonders von jenem Turm, der als Erster von einem Flugzeug getroffen worden war ausgehend bedeckte eine riesige schwarzgraue Rauchwolke den Himmel. Aber diese schwarze Wolke wehte wie eine Fahne dort auf der Höhe, in der die Türme getroffen worden waren. In den Schluchten von Downtown Manhattan ließ die klare helle Morgensonne immer noch die Hochhäuser ihre langen Schatten werfen und der Horizont der Passanten dort glühte noch in einem scheinbar grenzenlos freundlichen Hellblau.

Schwarzer Rauch – Feuer mit fehlender Sauerstoffzufuhr – beinahe erstickt – gelöscht.

Unterhalb der schwarzen Fahne reflektierten die Fassaden der Türme die Strahlen der hellen Morgensonne. Ein silberner Lichtstrahl auf riesigen quadratischen Flaggenmasten.

Plötzlich – aus heiterem Himmel ein helles Aufblitzen direkt unterhalb der schwarzen Fahne dort an der Ecke des südlichen Mastes – ein dröhnendes, schmetterndes, hallendes, klirrendes, schepperndes, sausendes, brüllendes, grollendes Geräusch – eine weiße Wolke, die die schwarze Fahne herunterreißt – hinunter in die Straßen – herunter auf die Niederungen der Erde, wo gelähmte Passanten um ihr Leben laufen – bedeckt mit Trümmern, Papier, Gips – die pulverisierten Trümmer über die ganze Stadt werfend – über den ganzen Planeten. Vorübergehende Abläufe – Momente – Augenblicke – Punkte zerbrochener Zeitpfeile – über alle Oberflächen hinwegrollend – wir selbst inmitten dieses Getümmels – früher oder später – so oder so.“

 

Die so genannte „Subprime Krise“ im Jahre 2008 war ein sehr lautes und geräuschvolles Ereignis. Der Crash und sein Echo konnten vielerorts – man möchte gar sagen - überall gespürt und gehört werden. Die spanische Immobilienblase, Irland, Island und andere Bankencrashs – der Dominoeffekt traf manche Volkswirtschaft – und die Menschen darin hart. Griechenland und Portugal – Italien – kürzlich der „Brexit” – man muss schon sehr einseitig ausgerichtet sein, um zu behaupten, dass die „Krise“ nicht mehr oder weniger zu so etwas wie einem dauerhaften Niedergang geworden ist. Besonders für den Mann und die Frau auf der Straße überall.

 

Viele Dinge heutzutage geschehen eher auf eine sehr ausgeklügelte und subtil verborgene – eine Art verdeckte - “undercover” Weise. Und – im Herbst 2008 zeichnete sich deutlich ab, dass Bush und die Republikaner das Weiße Haus an die Demokraten und Obama verlieren würden. Vielleicht ließen sie deswegen zumindest den Lehman Crash geschehen, um so dem neuen „Mieter“ da im Weißen Haus einige zusätzliche „Leichen im Keller“ zu hinterlassen? Man weiß nie.

 

 

 

5.1.

Als im Frühjahr 2011 die chinesische Immobilienblase begann, zu zerbrechen, da geschahen die Dinge wieder auf eine sehr viel „diskretere“ Art. Die Zahl von 64 Millionen leer stehenden Neubauwohnungen zu diesem Zeitpunkt erhielt ich durch den Blog eines Stadtplaners aus Boston, der ein Video eines australischen Fernsehsenders darüber postete. Ein Mann, der auch im Beraterstab für Präsident Obama war. 

 

Da Chinas Wachstum besonders in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends zu großen Teilen auf dem Aufkauf von US-Staatsanleihen basierte – der US-Soziologe Mike Davis spricht von einer „perversen Abhängigkeit, die den Wachstum dieses Landes mit dem amerikanischen Handelsdefizit verbindet“,  könnte man sogar ohne Weiteres behaupten, dass im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts die US der größte Schuldner und China der größte Gläubiger der Welt waren.

Diese „höchst delikate Beziehung“ wurde dann im Moment des Beginns des Platzens der Blase und ihres Zerbrechens in immer mehr Einzelteile durch die wachsende US-Präsenz von Militär – Streitkräften und Flottenverbänden im gesamten pazifischen Raum – bei Weitem die größte seit dem 2. Weltkrieg „überwacht“.

Anfangs wusste keiner wirklich zu sagen, ob das Zerbrechen der Blase eine harte oder eine weiche Landung zur Folge haben würde. Auf diese Art resultierten die „diskreten Maßnahmen“ der US zur Kontrolle und Überwachung des Partners und Gegners auch in einer beschleunigten Assimilation – besonders bezüglich der ökonomischen Macht und ihrer Verteilung:

Die Volkrepublik China, die immer noch den „Kommunismus“ als führendes Verfassungsziel in ihrer Agenda hat beheimatet nun mehr Milliardäre als die US.

 

Aber – auch hier liegen die Dinge einmal mehr entsprechend der allgemein gültigen Aussage: „ Traue niemals einer Bilanz oder einer Information, die Du nicht selbst eigenhändig gefälscht oder manipuliert hast!“.
Der “Gini Index”, mit dem auf Wikipedia die „weltweite Einkommensgleichheit“ dargestellt wird basierte zuletzt dort auf von der Weltbank gesammelten Daten. Die Karte von 2014 zeigte die US, China und Russland in einem rosagrauen Farbton mit einem bereits alarmierenden Gini Index zwischen 40 und 45. Nun ist auf Wikipedia eine „UN und CIA kombinierte Liste“ und eine Karte von 2014 mit China mit einer sogar kritischeren Einkommensungleichheit und einem Gini Index schon zwischen 45 and 50 dargestellt.

Alle wissenschaftlichen Hintergrundinformationen über den Gini-Index selbst – konstruktive  und rechnerische Unschärfe, Unsicherheitsfaktoren und Unschärferelationen etc. wurden entfernt. Auf der Theorieseite zum Gini- Koeffizienten finden sich nun diese Erläuterungen. 
Die gesamte Information wurde gesplittet. Übersichtlicher und damit auch „transparenter“ wurde das Ganze so nicht wirklich.
Auf der deutschen Seite zur Liste der Länder nach Einkommensverteilung“ fehlen die Quellenhinweise auf UN und CIA. 

 

 

<< Neues Textfeld >>

 

“Alte” und “neue” Gini Index Weltkarte auf Wikipedia: Die obere Karte mit Copyright Angabe war da bis März 2016 – die untere Karte nun ohne Copyright Angabe und Wikipedia eine „UN und CIA kombinierte Liste“ darstellend.

 

 

Handelt es sich hier um „gezielte ökonomische und informative Kriegsführung“?
Irritations- und mögliche (Des-) Informationsfaktoren sind hier reichlich vorhanden.
Und – „Teile und Herrsche“ – besonders in diesen Zeiten heißt ja auch, dass man dem unliebsamen Partner sagt: „Geh’ Du schon einmal vor da hinten zu der Klippe – ich komme dann gleich nach!“ – wohl wissend, dass der Austritt da am Klippenrand sehr unsicher geworden ist. Zumal man selbst maßgeblich an der Erzeugung dieser Unsicherheit an der Abbruchkante am Klippenrand beteiligt ist. 

 

Die US „kümmern sich auch so sehr“ um China, weil ein „kontrollierter Crash“ wäre auch hilfreich gewesen bei der Bewältigung vieler existentieller Probleme der Volksrepublik China: Funktionäre auch aus den Reihen der Kommunistischen Partei und ihrer Akademie der Wissenschaften selbst warnen bereits seit vielen Jahren vor der schnell auseinander gehenden sozialen Schere, die nun gar schon vorrevolutionäre Bedingungen zu überschreiten scheint. Die „Klassenunterschiede“ scheinen also schon messbar größer als im „feudalen China“ vor 1949. Da eine zentralistisch organisierte nationale Ökonomie schon in einer solchen Weise agieren könnte ist diese „Sorge“ der US durchaus begründet. Tatsächlich sah es nach In Kraft Setzen des ambitionierten 12. Fünfjahresplans der Volksrepublik im Frühjahr 2011 mit seinen Überschriften „Wandel – Gleichheit – Binnenentwicklung – grüner Fortschritt und Entwicklung – Glück für die Menschen“ in mancherlei Hinsicht danach aus, als würde man in diese Richtung steuern. 

 

Zeugnisse der “Chinesischen Urbanen Revolution” in Hangzhou / Zhejiang, im Osten Chinas (2011). Im Vordergrund eine Pagode und 5-6 geschossige Gebäude aus den 1960er bis 1970er Jahren. In der Mitte 7-15 geschossige Wohnblöcke aus den 1970ern bis 1980ern – weiter hinten 11-25 geschossige Wohnhochhäuser aus den 1990ern und im Hintergrund 25-40 geschossige Wohn- und Bürotürme aus der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts.                                                                                     © Stefan Frischauf

 

 

Von November 2011 bis April 2012 arbeitete ich dort und versuchte, ein städtebauliches Projekt, bei dem die Kommunikation zwischen chinesischen und deutschen Partnern gescheitert war wieder nach vorne zu bringen. Zu dieser Zeit waren die Versuche der Partei, die „urbane Revolution“ als Wegbereiter ökonomischer Entwicklung in eine „nachhaltigere Richtung“ zu bewegen deutlich erkennbar.    

 

Im April 2012 dann erfolgte die „Entlassung“ Bo Xilais. Bo war damals Parteiführer in Chongqing – mit rund 32 Millionen Einwohnern dieser Tage weltweit die größte Stadt. Ein „Prinzling“ – das heißt „Nachfahre prominenter und einflussreicher kommunistischer Funktionäre“ - , Förderer von „egalitären Werten“ und „Vorbild der chinesischen Linken, die aus Maoisten und Sozialdemokraten bestand, die von den Markt-orientierten Wirtschaftsreformen und der zunehmenden Ungleichheit enttäuscht waren“. 

Ob Bo Xilai wirklich einen Putsch plante oder – ob seine „Entlassung“ eher eine Art „Signal für eine neue komplette Machtübernahme marktkonformer Kräfte“ war und – ob und in welcher Weise dies von den US „begleitet“ wurde – das wissen wir nicht. Und – es ist auch nicht so wichtig jetzt.

 

Für uns hier in Europa in der historischen Situation 2016 / 17 sind einige andere Fakten und Ergebnisse dieser Situation viel eher relevant:

  1. Beide – die US als NATO – Anführer und übrig gebliebene Supermacht des Kalten Krieges und China als führende Nation der BRICS hatten kürzlich ihr Crash-Ereignis.
  2. Die “Subprime-Krise” im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2008 war ein eher „lautes Ereignis“. Ein wirklicher Crash, der inszeniert und verstärkt wurde, um gehört zu werden und die Menschen zu beeindrucken. Die „Verantwortlichkeiten“ wurden zumeist „nach unten delegiert“: Die Menschen – also – „Medienkonsumenten“ zum Beispiel hier in Deutschland sollten glauben, dass es überwiegend „gierige einfache Bürger“ in den US waren, die den Erdrutsch durch ihre massenhafte tiefe Überschuldung ausgelöst hatten. Der (Drogen-) Konsument hatte unverantwortlich gehandelt – der (Drogen-) Händler nur in wenigen spektakulären Ausnahmefällen – so sollte das Bild bleiben.
  3. Das beginnende Zerbrechen der gigantischen chinesischen Immobilienblase war dagegen ein eher „diskretes Ereignis“.Abgesehen davon: Leider wird eine der wichtigsten Thesen aus dem Buch „Rebellische Städte: Vom Recht auf Stadt zur urbanen Revolution“ des Humangeographen David Harvey zumeist komplett ignoriert und insofern auch nicht generell anerkannt oder weiter vertiefend erforscht auch in ökonomiegeschichtlichen Diskursen:
    Jede Wirtschaftskrise zumindest seit dem frühen 20. Jahrhundert hat ihren Vorläufer in einer Immobilienblase.

 

Also handelt es sich auch um ein Warnsignal.

Für Teilhabende – Akteure und Analysten.

In diesem Zusammenhang stellen sich einige Schlüsselfragen hier:

  • Wer ist am stärksten daran interessiert, diese Vorkommnisse zu verbergen und zu verdrängen – diese Vorgänge und ihre möglichen Auswirkungen – auch auf uns hier?
  • Was sagt uns das im Hinblick auf weitere Vorgänge – den Fortlauf auch der „Strategie“, den wir zu erwarten haben? Und besonders –
  • Wie können wir selbst hier eine eigene Strategie entwickeln – hier auf dem „alten Kontinent“ mit all seinen verschiedenen Menschen und Völkern – ihren Ängsten und Sorgen – ihren guten und schlechten Erinnerungen – ihren Hoffnungen und Enttäuschungen – unseren Wünschen und Gebeten für eine sichere und friedliche Zukunft für uns und unsere Kinder?

 

 

 

 

 

6. – Hoffnungsschimmer und “jubeljahre”? 

 

“Wir sollten keine Angst haben, die Wahrheit zu sagen, dass die Welt im Krieg ist, weil sie den Frieden verloren hat,“ – sagte Papst Franziskus vor Kurzem.

 

In einer Videobotschaft fährt der Jesuitenbruder aus Argentinien fort:

Wenn ich von Krieg spreche, dann spreche ich von Kriegen über Interessen, Geld, Rohstoffe – nicht Religion. Alle Religionen wollen Frieden, es sind die anderen, die Krieg wollen ...
Das ist Krieg. Es gab einen Krieg 1914. Dann jenen von 1939-45. Ein anderer großer Krieg. Dann gibt es diesen hier. Er ist wahrscheinlich nicht organisch. Er ist organisiert, ja, aber nicht organisch. Aber es ist ein Krieg,...

Um hier klar zu sein, wenn ich von Krieg spreche, dann spreche ich von wirklichem Krieg. Keinen Religionskrieg, da ist ein Krieg über Interessen. Da ist ein Krieg um Geld, Da ist ein Krieg um Rohstoffe. Da ist ein Krieg um die Beherrschung von Menschen.“

 

Der Heilige Vater der Römisch Katholischen Kirche spricht aus, was viele Politiker und religiöse Führer und besonders die Medien im Westen immer noch zu verbergen suchen:

  • Der 3. Weltkrieg ist bereits im Gange.
  • Wann dieser begonnen hat, ist schwer zu sagen.
  • Aber – die Erzählung – und Fortschreibung von Geschichte wird uns das bald sagen – oder – sie wird uns genauere Definitionen und Thesen und Einblicke geben.
  • Der 3. Weltkrieg ist ein höchst subtiles, dezentralisiertes, chaotisches und asymmetrisches Ereignis.
  • Eine schwelende Flamme, die mancherorts bisweilen schnell auflodert.
  • Mit der Erkenntnis, dass die Büchse der Pandora weit geöffnet ist und – dass der Krieg zur Beherrschung der Völker auf vielen Ebenen und mit vielen Mitteln ausgefochten wird, werden wir befähigt, widerstandsfähige Strategien – Wege zum Frieden wiederzufinden.
  • Religion wird, wie viele Dinge bis aufs Äußerste instrumentalisiert. Es geht um Geld, Macht und die Beherrschung von Völkern. Die Aufgabe dann auch von Religion und ihren Repräsentanten, ihren Anführern ist es, ihre Gemeinden zu friedlichen Wegen des Verständnisses – der Liebe – der Brüder- und Schwesterlichkeit zu führen.

 

Vater Francesco hat bereits ein „Außerordentliches Jubeljahr der Gnade und Barmherzigkeit“ – eine Andachtszeit vom Fest der unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember 2015 bis zum Christkönigsfest am 20. November 2016 ausgerufen.

Generell ist im Juden- und im Christentum das Konzept des Jubeljahres ein besonderes Jahr der Vergebung von Sünden und des universellen Verzeihens. 

Historisch betrachtet ist das biblische Jubeljahr als Erlassjahr meist auch ein Jahr des Schuldenerlasses – also eines Schuldenschnittes.

Im Islam ist da besonders die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit ihrem Motto “Liebe für Alle Hass für Keinen” hervorzuheben. 

Wie viele Sufi Gemeinschaften leiden Ahmadiyya Muslime vielerorts unter Verfolgung. Am wichtigsten jedoch ist, wie diese Gruppen und ihre Anführer öffentlich den friedlichen Dialog der Kulturen – Liebe, Brüder- und Schwesterlichkeit fördern.

 

Was heißt das für die „Realpolitik“ – die Organisation des Zusammenlebens in unseren Gesellschaften in diesen Tagen?

 

Der Putsch kürzlich in der Türkei und seine Folgen ist in diesem Sinne eine weitere ernsthafte Herausforderung – besonders für Deutschland – für europäische Außenpolitik. Erdogans harter „Gegenputsch“ sollte auch vor dem Hintergrund einer anderen bedrohlichen Entwicklung verstanden werden: Die Türkei wird immer mehr zum „Frontstaat“, der dann auch bald Gefahr läuft, zum „gescheiterten Staat“ zu werden.

Dass Erdogan und die AKP da eine Diktatur aufbauen ist nur eine Seite der Medaille.

Und – die so genannte „Flüchtlingskrise“ hat ja gerade Deutschland und die EU gezwungen, enger mit der Türkei zusammenzuarbeiten.


Kanzlerin Angela Merkel musste den Kotau vor dem türkischen Sultan machen. Erdogan selbst wollte mehr oder weniger die Kurden vor seiner Grenze zu „Bergtürken“ zurückbomben. Die oberste Gefechtsfeldtouristin und Verteidigungsministerin – die frühere Familienministerin van der Leyen und viele anderen westlichen Alliierten rüsten indessen hinter der syrisch-türkischen Grenze die anderen Kurden auf.

Dies verursacht eine ähnliche Situation wie an der afghanisch-pakistanischen Grenze, den Stammesgebieten der Paschtunen. Und es führt zu einer weiter zunehmenden Destabilisierung beider Länder – der gesamten Region. Mehr Terroranschläge nicht nur in den westtürkischen Metropolen Istanbul, Izmir und Ankara – und Krieg in Ostanatolien – auch die Region zwischen Trabzon und Erzurum am Schwarzen Meer, Dogubayazit am Berg Ararat, Hakkari, Van, Sanli Urfa und die heimliche kurdische Hauptstadt Diyabakir, Kaisery und Gaziantep in der Mitte und Mersin und Adana am Mittelmeer entflammend jedoch wird auch zunehmend Auswirkungen auf Europa als Ganzes haben:

  • Die Kurden sind mit rund 30 Millionen Menschen eines der größten Völker weltweit ohne eigenen Staat. Der größte Teil von ihnen lebt in der Türkei, aber auch im Iran, im Irak und Syrien gibt es große Gebiete mit kurdischen Mehrheiten
  • Und – natürlich leben viele Kurden auch im Exil. Alleine in Deutschland sind 800 Tausend von den rund 4 Millionen Bürgern türkischer Abstammung frühere „Bergtürken“ – eine offizielle Bezeichnung aus jenen dunklen Zeiten, als der türkische Staat den Kurden gar ihre Sprache und ihre kulturelle Identität verweigerte.
  • Eine zunehmende Destabilisierung der Türkei wird auch Zusammenstöße zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen von dort in Mitteleuropa – besonders in Deutschland hervorrufen.

 

Die einseitige Tendenz in diesen Tagen in Europa und dem gesamten Westen, die Türkei zu isolieren könnte solche Szenarien gar provozieren. Es geht also nicht darum, „Erdogan zu verstehen“ – es geht vielmehr darum, die Region zu verstehen und Verantwortung für nachhaltige Lösungen für die Menschen zu übernehmen. Und – lernen aus voran gegangenem Scheitern.
Die Türkei ist besonders in diesen Tagen ein sehr zerbrechliches Staatsgebilde.
Und – kann Europa – können wir uns eine weitere „Balkanisierung“ an unseren Rändern leisten?

Hellmut Lotz weist auch darauf hin mit seinem Appell:
„Verhandeln mit der souveränen Türkei“.

 

 

 

6.1

Die Voraussetzungen jedoch für Verhandlungen sind der Schlüssel:
Das Oxymoron “Neoliberalismus” hat ein bedenkliches Vakuum von ethischen Werten erzeugt – auch in der „westlichen Welt“ – der früheren „Ersten Welt“.
Wo alles „frei“ ist und jeder gelehrt wird, für sich und seine oder ihre Position in einer Summe von anderen „freien Individuen“ zu kämpfen sind universelle ethische Werte, die das Zusammenleben von Gemeinschaften – von Familien – von verschiedenen Menschen an jedem Ort regeln hoch gefährdet.

„Marktkonformismus“ indes als letzte Phase der Herrschaft „freier Märkte“ bringt seine eigene Antithese hervor.

Darauf beharrend, ein gewisses „Monopol auf die Freiheit“ zu haben oder gar die „Freiheit selbst zu besitzen“ – den Wert „Freiheit“ so auch nicht mehr hinterfragend vermag dieser Weg nur das Gegenteil zu erreichen: einen Niedergang nicht nur des Wertes „Freiheit“ selbst, sondern auch vieler anderer Werte bezogen auf uns als Menschen und unsere Formen des Zusammenlebens. Bezogen auf uns als Teile – als integrative Elemente einer sozialen Struktur – eines Organismus, in dem wir leben. Also – den Niedergang auch anderer grundlegender Menschenrechte, den wir auf diese Weise geschehen lassen.

Wir sehen die drei Ideale der Französischen Revolution als Kernprinzipien der westlichen Demokratien in der Folge des „Zeitalters der Aufklärung“ in einer Art „Realitätstest“ in „zwielichtige Grauzonen“ abdriften:

Das „Laissez faire Prinzip” der „unsichtbaren Hand“ hat uns zu einem Wendepunkt gebracht, wo Konformismus alle Werte einer „demokratischen Gesellschaft“ – zu allererst – individuelle und kollektive Freiheit beschädigt.

Und – hier in der ehedem „Ersten Welt“ glauben immer noch viele Bürger, dass wir ganz klar „die Guten“ und die anderen ganz klar „die Schlechten“ sind.

Also ist ein Vorzeichenwechsel mit „uns hier“ und „den anderen dort“ als ebenbürtige Partner – als wirklich materialisierte und ideell intuitiv gespürte „Objekte“ erforderlich.

Das heißt nicht, dass da eine „Verneinung von Identität“ gefordert ist – vielmehr soll das in einen Zugewinn an Souveränität und an Widerstandsfähigkeit münden. Die Widerstandsfähigkeit eines Kollektivs als Summe von Individuen, die ihren Anteil an einer gemeinsamen Anstrengung teilen – die Anstrengung, eine Gemeinschaft (wieder-) aufzubauen – einen sicheren Ort für Einzelne und Familien – zum Leben – zu Sein – um voneinander – und gemeinsam zu lernen.

ErziEhung in diEsEm SinnE von „offEn SEin im GEistE“ ist dEr SchlüssEl zum (Wieder-) aufbau einer demokratischen gesellschaft in einem Staat, der die Sicherheit seiner Mitglieder geWährleistet.
der SchlüssEl zum (Wieder-) aufbau Europas.
der SchlüssEl zur Planung der Gründung
eines neuen europäischen Hauses.

 

Und - der Schlüssel zum Verhandeln mit Oligarchien and Diktaturen.

Das Glashaus-Prinzip – darin sitzen und Steine werfen auf die anderen draußen ist niemals ein guter Ausgangspunkt. Da wir mutmaßlich auf unserem Weg zurück sind zu Zeiten irgendwo vor der „Aufklärung“ – wie können wir darauf beharren, andere über jene Werte zu „belehren“, die wir derzeit opfern – verdrängen und ganz zurücklassen?

 

Es geht auch nicht darum, „Putin zu verstehen“.
Beide – Russland und die Türkei sind extrem fragile Staatsgebilde, die kontinuierlich im Kreuzfeuer - in der Schusslinie liegen.
So wie Margaret Thatcher Ronald Reagan in einem BBC Interview 1984 empfahl:

„Ich mag Herrn Gorbatschow. Wir können Geschäfte zusammen machen.

- so vermag man heute zurückblickend sagen – und vielleicht wird das letzte Staatsoberhaupt der Sowjetunion selbst dies sagen, dass der bedächtige und humanistisch denkende kommunistische Reformer beim „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ im Jahr 1990 

solchermaßen über den Tisch gezogen wurde, dass er die Nestwärme, die er während der Verhandlungen mit den westlichen Partnern spürte mit der dabei entstehenden Reibungswärme verwechselte.
 

„Teile und Herrsche“ – die Erweiterung von EU und NATO nach Osten – bald auch nach Russland – 2014 die „Ukraine-Krise“ und westliche Infiltration darin – MH 17 

- vieles, was da „(Des-) Integration +    (Miss-) Information            =  Irritation x              +   (Des-) Orientierung x  =     Terrorismus (?)“ betrifft, ist sichtbar in westlicher Politik und (Geheim-) Diplomatie mit Russland – besonders in den letzten Jahren. Es ist zum globalen Prinzip geworden.

 

Dies ist nochmals unterstrichen, wenn hoch einflussreiche „US – Think Tanks” wie Stratfor -  Gründer und Direktor George Friedman sogar öffentlich erklärt: „Das primäre Interesse der USA, wofür wir seit einem Jahrhundert die Kriege führen - Erster und Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg - waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es immer, sicherzustellen, dass das nicht eintritt."

 

Deutsche Regierungsstellen und die Medien versuchen immer noch die stetige Erweiterung der Kampfzone zu leugnen.
Aber – das wird immer offenkundiger.

Kürzlich brandmarkte der Außenminister die Manöver an den NATO-Außengrenzen in den baltischen Staaten und Polen endlich als „Säbelrasseln“ und brach damit aus der Phalanx, die da stetig alles „von Osten kommende verdammt“ aus. Letztlich aber war es höchste Zeit dafür.

Auch, weil diese Angst vor „allem, was vom Osten kommt“ auch von der NATO für ihre Erweiterung instrumentalisiert wurde – indem man eigentlich mit dem kollektiven Gedächtnis besonders der baltischen Staaten und Polens und anderer früherer Warschauer Pakt Staaten spielte. Ein anderer entscheidender Faktor nun, der manche Fortschritte abbremst in der EU – gerade auch im Hinblick auf – und eine Lösung für die „Flüchtlingskrise“. Und – der somit gemeinsame Anstrengungen, zu besseren Übereinkünften zu kommen hemmt.
Und auch, weil schließlich Russland auch im zweiten Weltkrieg bei weitem den größten Blutzoll bezahlen musste.

 

Eine „europäische Erzählung“ – ein europäischer Integrationsprozess ohne faire Abstimmungen mit den russischen Partnern geht nicht.

 

Für die ältere „demographische Mehrheit“ in Deutschland ist das „K – Wort“ tabu. Krieg kann und darf nicht sein. Aber die Büchse der Pandora ist weit offen.

Der Krieg, der in seinen finanziellen Auswirkungen ja auch das Abschmelzen der Rentenguthaben beinhaltet wird so nicht mehr lange von Deutschland fernzuhalten sein.

 

Letztlich befinden wir uns spätestens seit 2001 in einer mehr oder weniger ausgeprägten Deflationskrise. Und – in der Geschichte der Ökonomie war die Deflation immer die Phase mit den meisten Kriegen.

 

Deutschland läuft dabei immer mehr Gefahr, auch "Gefechtsfeld" für "mehr oder weniger verdeckte Tätigkeiten der vielen Konfliktparteien" zu sein. Unter den gegebenen Umständen wird so die Zivilgesellschaft als Ganze massiv beschädigt.

Denn das bedeutet auch, dass in spätrömischer Dekadenz im "Teile und Herrsche-Modus" diese Gruppen gegeneinander ausgespielt werden - und Deutsche gegen "Fremde"  - Immigranten, Flüchtlinge, Muslime zudem.


Letztlich dürfen auch gemäß der Kampagnen  „(Des-) Integration + (Miss-) Information       =  Irritation x              +   (Des-) Orientierung x  =     Terrorismus (?)“ der Medien, die da zu zunehmendem Befall von „kollektivem Alzheimer“ führen, deutsche Kriegshandlungen und Versäumnisse "reaktionärer Politik" hierzulande, die diese "Ultima Ratio" scheinbar unvermeidlich gemacht haben nicht thematisiert werden.

Viele gerade ältere Mitbürger sind damit auch völlig überfordert. 
 

Um es noch einmal zu sagen – auch die Worte von Papst Franziskus nochmals zusammenfassend - WK 3 ist nun einmal ein höchst subtiles, dezentrales, chaotisches und asymmetrisches Geschehen.
Eine schwelende Flamme, die mancherorts schnell einmal richtig auflodert.

 

Wir können immer noch die Flamme löschen, bevor es auch zu mehr Übergriffen des Feuers – zu mehr „flash-overs“ auch in und nach dem „guten alten Europa“ kommt.
Aber – dann müssen wir jetzt handeln – nicht morgen.

 

 

 

 

 

 

 

7. Strategien und Perspektiven – zur Gründung von eckpfeilern
    für den Bau eines Neuen (europäischen) Hauses

 

„Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“

Status Quo im Zeitalter nuklearen Wettrüstens

Kurzes Gedicht von Erich Fried aus den späten 1970ern / frühen 1980ern.
Auch als Graffiti gefunden einst an der Berliner Mauer in Neukölln. 

 

“Die Menschen liefen den politischen Führungen der Staaten des Warschauer Paktes einfach davon“ – sagten viele Historiker nach Ende des Kalten Krieges und Implosion der östlichen Seite hinter dem „Eisernen Vorhang“ 1989.  

 

Heute laufen viele Menschen besonders in der südlichen Hemisphäre der Erde vor Krieg, Landraub und Umweltkatastrophen und wirtschaftlichem Niedergang, der hauptsächlich all dies mit verursacht davon. Sie versuchen auch vor unfähigen Regierungen – oftmals grausamen Diktaturen – gerade in der „islamischen Welt“  davonzulaufen. Und – am Ende ihrer Flucht finden die meisten von ihnen sich einmal mehr in einer Falle wieder: dieses Mal zwischen dem Hammer einer zumeist komplett aufgemischten „westlichen Bürokratie“, die ihre Bürger im „Rasenden Stillstand“ gefangen hält und dem Amboss ihnen als „Immigranten“ und „Flüchtlinge” immer feindlicher – mit zunehmendem Unverstand begegnenden Gesellschaften an ihnen immer fremder erscheinenden „Zufluchtsorten“. Und – sie finden so vieles von jener Angst und Unsicherheit wieder, die sie eigentlich hinter sich lassen wollten.

 

Etwas mehr als eine Generation nach dem Kollaps der Weltordnung nach dem zweiten Weltkrieg fühlen viele Menschen in der nördlichen Hemisphäre der Erde eine tiefe Enttäuschung über gebrochene Versprechen von einem „freien und gesicherten – wohlhabenden und wohlseienden Leben“. Sie bleiben zumeist, wo sie sind, weil sie meistens auch gar nicht wissen, wo sie hingehen sollen. Deswegen flüchten sie oft in eine Art „innere Emigration“ heraus aus dem öffentlichen Leben – aus der Gesellschaft – aus der Politik. Verdrossene „Nichtwähler“ verhelfen dabei Technokraten, die mehr und mehr jegliche Art von Beziehung zu ihren „potentiellen Kunden“ verlieren dazu, die politische Bühne für sie frei zu halten.
Nun indes steigt die Zahl der „Protestwähler“ enorm. Die Menschen wählen „Populisten“ – Parteien vom rechten Rand, die schnelle – und oft auch „harte und mehr oder weniger gewalttätige Lösungen“ versprechen.

Viele finden sich selbst gefangen zwischen dem Hammer einer zumeist komplett aufgemischten Bürokratie, die scheinbar besonders ihre Grundbedürfnisse in Sachen Sicherheit, Krankenversicherung etc. völlig überreguliert und dem Amboss einer so genannten „Post-Demokratie“, in der offenkundig in erster Linie die Reichen durchgefüttert – in zunehmendem Maße jedoch die Armen – die „Mitte der Gesellschaft“ und damit – die „Mittelklasse“ als Fundament einer „Gemeinschaft von Bürgern, die gemäß demokratischer Prinzipien organisiert ist“ überall zurückfallen lässt.

Sind diese Bürger „von Populisten verführt“ oder „vom Establishment enttäuscht“ und – ist der Aufstieg der „Populisten“ – nationalistischer und „post-demokratischer“ – häufig faschistischer Bewegungen und Parteien nicht auch eine ernsthafte Herausforderung, die „fortschrittliche Kräfte“ links von der Mitte – in einem „grün-roten Spektrum“ viel zu lange vernachlässigt oder gar ignoriert haben?
Mit anderen Worten – ist es nicht höchste Zeit für uns, uns endlich zu bewegen und zu agieren?

 

„Gute Arbeit leisten heißt neugierig sein, forschen und aus Unklarheiten lernen“

- wie ein US-Soziologe – Richard Sennett gutes „Handwerk“ beschreibt.“

Ohne Alternativen – ohne Antworten links von der Mitte im globalen wie im lokalen Maßstab wird „Der Siegeszug der Stadt: Wie unsere größte Erfindung uns reicher, klüger, grüner, gesünder und glücklicher macht“ von Stadtökonom Edward Glaeser aus Harvard
in einer Welt, in der mehr und mehr Menschen in Städten leben uns eher zum „Planet der Slums“ von Stadtsoziologe Mike Davis aus LA führen.
Vorschläge für Strategien zu einer nachhaltigen (Re-) Organisation von städtischen und regionalen Umgebungen – also – Lebensräumen und unserer Existenzgrundlage darin machen „rote und grüne“ (Themen-) Bündnisse unabdingbar. Es gibt da keinen anderen Weg. „Die Energiewende“ – der Ausstieg aus der Abhängigkeit von Kernenergie und fossilen Brennstoffen – Wandel und Umbau von Städten und Netzen zu erneuerbaren Energien ohne sozialen Wandel kann nicht funktionieren.

 

 

Mit 173 m Höhe das höchste und teuerste „Einfamilienhaus“ der Welt – das Hochhaus des indischen Großindustriellen Ambani in Bombay / Mumbai hier im Hintergrund – eine ältere, vom Monsun gezeichnete Investitionsruine im Süden der indischen „Wirtschaftsmetropole“ im Vordergrund.                                                                                                                  © Stefan Frischauf

 

 

7.1 Globaler Schuldenschnitt und Wege dahin und wie weiter

Nur über einen globalen Schuldenschnitt können wir die vielen Verwerfungen beim Umbau von einer zuletzt unipolaren zu einer eher multipolaren Weltordnung lösen.  Verwerfungen, die sich auch in Deutschland massiv niederschlagen.
Dafür bedarf es zäher und harter Verhandlungen ganz speziell mit den US und mit China als führende Nation der BRICS - auf Augenhöhe.

Dieser globale Schuldenschnitt wird denn auch zu einer Reform - besser - einer "Neu-Formation" des Weltwährungssystems geführt. Und zum Aufbau von Kontroll- und Regulationsmechanismen und der entsprechenden, dieses gewährleistenden Institutionen.

 

Aber – wie kommen wir dahin?

Graham Harmans „Vierfachem Objekt“, S.37 gemäß ist „die phänomenale Welt nicht nur ein idealistischer Zufluchtsort vor den Angriffen der rauen Realität, sondern eine aktive seismische Zone, in der sich intentionale Objekte langsam an ihren eigenen Qualitäten reiben.“ 
Was heißt das nun wieder für „die Metaphysik zerbrechend pulverisierter Hochhäuser“?

Also – realen Objekten, die da als ergänzende Objekte zu Verkehrsflugzeugen und dem sinnlichen Objekt der „unsichtbaren Hand“ agieren, die Häuser in New York City und bei Washington DC und andere Dinge in unzählig viele Teile zerfallen lassen? Mit zersplitterten und pulverisierten Trümmern – geschmolzenem Stahl, Pappe, Gips, Papier und anderen Objekten – „Zeugs und Schrott“, die danach ganz schnell zusammengesammelt und nach China verschifft wurden?

 

Derzeit teilen 2608 in den US registrierte Architekten und Ingenieure und 21.147 internationale Unterstützer aus diesen Professionen die Aufgabe, „wissenschaftliche Informationen über die Zerstörung aller 3 Hochhäuser des World Trade Centers nachzuforschen, zusammenzutragen und zu verbreiten“.

“Architects and engineers for 911 truth” treiben dies gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Individuen aus der Zivilgesellschaft wie

“Firefighters for 911 truth”, aber auch studenten, US- (und welt-) bürger aus dem militär, intelligenz, Regierung, der Luftfahrt, medizin und angehörigen von Opfern voran, um so eine “Neuuntersuchung am US Supreme Court der ereignisse vom 11. September 2001” zu bewirken.

Auf der Jahreshauptversammlung der AIA – der US-Architektenvereinigung 2015 erhielt eine Resolution, in der die AIA um Unterstützung und Bekräftigung gebeten wurde nur 3,6 % der Stimmen und intensive und aggressive Zurückweisung. Im Mai 2016 auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der AIA erhielt eine überarbeitete Resolution 11 % Zustimmung und die gesamte Diskussion war sehr viel freundlicher und ernsthafter.

Und – im Mai 2012 wurden bereits “George W Bush, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und ihre Rechtsberater Alberto Gonzales, David Addington, William Haynes, Jay Bybee und John Yoo in Abwesenheit  beurteilt und der Kriegsverbrechen für  schuldig befunden von der Kuala Lumpur Kommission für Kriegsverbrechen in Malaysia.”

 

“Als Hitler das rosa Kaninchen stahl” , der  “junge niederländische Kommunist Marinus van der Lubbe und der Reichstagsbrand”  und “Im Meer schwimmen  Krokodile: basierend auf der wahren Geschichte von Enaiatollah Akbari”die Geschichte hält immer verschiedene Lehren – aber vergleichbare Muster für uns parat – um daran zu lernen und – weiter zu gehen.

 

„Respekt ist immer der Respekt vor der (Lebens-)Erfahrung des anderen".

Mit voraus eilendem Gehorsam unter globale und lokale Hegemonialinteressen und einer diesen eher fremden Interessen folgenden so genannten Diplomatie kommen wir – kommt Europa immer mehr unter die Räder.

Dafür sollte Europa sich – dafür sollten wir uns bei aller Bescheidenheit endlich unserer eigenen Erfahrungen klug besinnen.

 

Die „globale (Neo-) konservative Revolution“ erfordert im Jahre 15 ihres „ultimativen Durchbruchs“ – vor dem flächendeckenden Übergang zum billigen Populismus und Faschismus endlich eine „Lokal verwurzelte, global vernetzt agierende progressive Opposition“!


Oder sind die Lehren aus zwei Weltkriegen im 20., und der Geschichte vom 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert bis dahin alle verloren – Alles vergessen? Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands“, Anna Seghers „Siebtes Kreuz“ und Brecht’s Botschaft „An die Nachgeborenen“ und Kant, Voltaire, Rousseau und all die vielen anderen – Alles ungehört – vergessen?


Erst wenn der Homo EuropaEus aus seinem „hundertjährigen Dornröschenschlaf“ aufwacht und endlich (wieder) bemerkt, dass das Herz links von der Mitte schlägt – erst dann können WIR von uns hier auf dem „alten Kontinent“ behaupten, dass WIR uns eben nicht einmal mehr grenzenlos für dumm verkaufen lassen.
Denn – WIR haben viel mehr Gemeinsam und sind viel stärker hier in Europa, als es uns die Verwalter und die Türsteher der zerstörten Provinzbühnen, in denen die letzte Aufführung von „Teile und Herrsche“ in einer ermüdenden Endlosschleife aufgeführt wird weis machen wollen.  

Dafür jedoch müssen WIR endlich zurückblickend nach vorne denken und gehen wollen.
Eigentlich ein Leichtes.

 

 

 

 

7.2 Neuordnung der Sozialversicherungssysteme 

Der „soziale Friede“ für uns und unsere Kinder ist der zweite Eckpfeiler.

Etwas, was nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, um ein weiteres Abgleiten Deutschlands und des „alten Kontinents“ in Krieg und Chaos zu verhindern.
Alles vergessen?

Oder - müssen wir uns noch um Zahnersatz kümmern, wenn 50-70 Prozent von uns ohnehin im Alter in Suppenküchen speisen und in Seniorensammelstätten hausen werden? 

 

Da die Gesetzgebung im „endlosen Abschwung“ dieser Tage, Monate, Jahre eher langsam ist und „Austerität“ und die „Agenda 2010“ als einseitige Verwaltung staatlicher Sozialversicherung zweifelhafte „deutsche Exportprodukte“ geworden sind, die immer mehr Menschen nicht nur überall in Europa verarmen, sollen „neue Wege zum Erreichen sozialen Fortschritts“ aufgetan werden:
Verschiedene Varianten der Grundsicherung sollen in parallelen kleinteiligen lokalen / regionalen "Fallstudien" / "Reallaborversuchen" erprobt und begleitet werden. 
Dann sollen diese zeitlich und räumlich abgegrenzten, abgesicherten "Feldversuche" ausgewertet werden und ein entsprechender Umbau der Verwaltung mit beschlussfähigen Körperschaften auf den verschiedenen Ebenen Bund, Länder und Kommunen kann erfolgen. 

Modelle dieser Art werden auch von lokalen Gouverneuren in anderen EU-Ländern den dortigen kulturellen Gegebenheiten und Traditionen - dem "kollektiven Gedächtnis" der Menschen vor Ort entsprechend ausgearbeitet und begleitet.
Viele verschiedene Anreiz- und Belohnungssysteme - etwa Wettbewerbe zu Sprach- und Handelsfähigkeiten in den Grenzregionen der EU-Länder erleichtern das +, den Zugewinn und mehr zur Grundsicherung für diejenigen, die dies möchten.
Ein(e) Jede(r) nach seinen / ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Interessen.

 

<< Neues Textfeld >>

<< Neues Textfeld >>

Angenommene lineare  Entwicklung der “Gini Index Weltkarte auf Wikipedia” – Fokus auf Europa, den Nahen and Mittleren Osten mit Kanada und den US am westlichen, Russland, China und Indien am östlichen Rand - basierend auf der
“UN and CIA kombinierten Liste

 

 

In Anbetracht der „deutschen Perfektion“ auch im „rechtsstaatlich legalisierten Frisieren “ – oder besser Manipulieren von Statistiken frei nach dem Motto: „Traue keiner Statistik, die Du nicht eigenhändig  - hier ‚von Staats wegen’ gefälscht hast“ -  könnte es durchaus sein, dass Deutschland auch im Jahre 2014, auf das die ursprüngliche Karte der Weltbank datiert war (siehe 5.1 hier) schon längst nicht mehr so deutlich „im grünen Bereich“ liegt. Zumal, wenn selbst das 1. (staatliche) deutsche Fernsehen da in Sachen „statistische und wirkliche Arbeitslosenzahlen“ schon die Politiker aller Couleur Lügen straft und dies nachweist.

Das tatsächliche Armuts- und Einkommensgefälle dürfte sich inzwischen auch noch drastischer auswirken, da in der Regel bei der großen Mehrheit der im „Tagesschau-Video“ mit 5 Mio. bezifferten Menschen, die „Arbeitslosengeld 2“ beziehen nach zwei bis drei Jahren alle Guthaben – auch solche zur „privaten Altersvorsorge“ weg sind.  
Rund 10-12 % der Bevölkerung in Deutschland in „wirklicher Arbeitslosigkeit“ dürfte eine durchaus reelle Schätzung sein.

 

In Kabul, wo ich in einer britisch-amerikanischen „NGO“ mit einem viel zu jungen und unerfahrenen Management arbeitete gab es aufgrund der Komplexität „meines Pilotprojektes für städtische und ländliche Räume“ immer wieder Momente, in denen ich mir in Anbetracht der mangelnden Unterstützung durch dieses Management „Luft verschaffen“ musste, um doch noch in Ruhe irgendwie weiter arbeiten – und vielleicht auch gar das Projekt „retten“ zu können. Einmal schockte ich so die sichtlich erschrockenen, und mit meinen Vorgaben und meiner Arbeitsweise völlig überforderten jungen Leute mit der Aussage: „Was denkt Ihr? Wir Deutsche waren immer die Präzisesten – als Nazis waren wir die grausamsten Faschisten, als Stasi-Spitzel die linientreuesten Kaderkommunisten und auch als Neoliberale sind wir wieder die Besten!“


Dass es so weiter gehen würde – dass es so weit kommen könnte wie jetzt, rund sieben Jahre später – das hätte ich mir damals nicht in meinen kühnsten und dunkelsten Alpträumen so ausgemalt.
„Denk ich an Deutschland früh am Morgen,

da plagen mich gar jämmerliche Sorgen“ -

möchte man im Rückgriff auf Heinrich Heine Kopf schüttelnd sagen.
Nicht umsonst hieß das erste Buch, das ich nach meiner Rückkehr vom Hindukusch im November 2010 veröffentlichen wollte
„Kabul, ein Wintermärchen “.

„Berichte eines “Aufbauhelfers “ vom Hindukusch - ZEIT-online Community Artikel des Users Aflaton aus Afghanistan und – Wie Deutschland sich ausbremst“ steht dort im Untertitel. 

Dass dieses Buch – wie die folgenden keinen Verlag fand – hier ist’s noch klarer als bei allen anderen – hieß es doch bald in den medialen „(Des-) Integrations- und (Miss-) Informations- = Irritations- x  und (Des-) Orientierungskampagnen x “, dass die Afghanen einfach zu blöd seien für „unsere (marktkonforme) Demokratie“. Und – diese „Erkenntnis zur Klärung der Schuldfrage des westlichen Scheiterns in Afghanistan“ hat sich überall durchgesetzt in der „Teile und Herrsche-Gehirnwaschanlage“. Von „rechts“ bei (Neo-) Konservativen und (Neo-) Liberalen war da ohnehin nicht viel zu erwarten, aber auch von „Linken aus dem rot-grünen Spektrum“ hört man zumeist die „altväterliche Weisheit, dass man doch nicht überall unsere Demokratie so übertragen könne“ und „alle ja immer am Hindukusch gescheitert wären“ – so, als wäre es bei all den „westlichen Missionen“ mit „Nation-Building etc.“ je darum gegangen. Zudem – um welche Demokratie?
Wer so lange solchermaßen subtilen Indoktrinationsformen ausgesetzt ist und diesen alsbald unmerklich erliegt, der ist wirklich in einer schweren „Identitätskrise“ gefangen.

 

Auch aus dem ersten Land, das mit seinem „Brexit“ die EU verlassen wollte – dem UK also als „Mutterland des (Oxymoron) Neoliberalismus“ kommen nun alarmierende Daten: „Keiner wird jemals die wirklichen Kosten und das ganze Ausmaß des Schadens dieser Politik ermitteln“ -  sagt Will Denayer in einem Artikel zu „Austerität und den stagnierenden Löhnen für 70 % in der „entwickelten Welt““ und zitiert auch eine Studie, die schon für 2020 vorhersagt, dass 50 % der Kinder im UK dann unterhalb der Armutsgrenze leben werden.
Zu den südeuropäischen „Krisenländern“ – Griechenland, Spanien, Portugal – aber auch zu Italien und Frankreich – eigentlich zu allen europäischen Ländern mag es vielleicht noch keine veröffentlichten Studien dazu geben. Auch sind die Familienstrukturen dort ganz andere als im UK. Dennoch – nicht nur in den suburbanen Randgebieten von Bukarest bis Warschau, von Thessaloniki bis Athen, von Turin bis Palermo, von Paris bis Marseille, von Barcelona bis Madrid und Porto bis Lissabon dürften die Prognosen kaum besser ausfallen.

Eine „europäische Identitätskrise“.

 

 

 

 

7.3 Integration und Um- und Wiederaufbau

"Hilfe zur Selbsthilfe am Herkunftsort von Flüchtlingen" und - "Wandel durch Annäherung und nachhaltigen Handel 2.0" sollen auch mehr Bedeutung als Überschrift für eine neue deutsche – bald auch europäische Außenpolitik gewinnen. Ein weiterer Eckpfeiler.

 

(Fach-) Hochschulen für internationale und Interkulturelle Entwicklungs-Zusammenarbeit (Schools for International and Inter-Cultural Development Collaboration S I n I C C o l ) sollen gegründet werden. Darin sollen „die Stadt und die Region in ihrer Entwicklung“ – die Stadt als Lebensraum von mehr als der Hälfte der Menschheit – zwischen Architektur und Ingenieurswissenschaften, Soziologie, (Makro-) Ökonomie und Ökologie, angewandter und Wirtschaftsgeographie, Ethnologie und Jura - der (Kultur-) Geschichte des Menschen und den Erzählungen
von seinen Behausungen Objekt pragmatischer Forschung sein.
Kurz – Stadtforschung, die den Dialog sucht auch mit Klimaforschung.

Die Menschen sollten hier an diesen (Hoch-) Schulen für internationale und Interkulturelle Entwicklungs-Zusammenarbeit das Rüstzeug – die Ausbildung erhalten, die ihnen die Möglichkeit gibt, frei zu entscheiden, ob sie hier bleiben wollen oder – ob sie in ihre Heimat zurückkehren und je nach dem auch mit uns ihr Land wieder aufbauen wollen. 

 

Die Einbindung – Schulung und Mitarbeit der Menschen „auf den Böden der Tatsachen“ daran von Anfang an ist dabei die große Kunst – die Kunst auch des Ausgleiches zwischen verschieden stark präsentierten Interessenslagen.

Der Handel von Gütern – seien es Wasserrohre oder Bauelemente für Low-Tech-Kläranlagen – die Schulung von Arbeits- und Wartungskräften vor Ort – all das hat auch positive Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte bei uns – auf der nördlichen Hemisphäre. 

 

Abgesehen davon – erfahrungsgemäß verringern sich auch die Geburtenraten, wenn die Menschen mehr Sicherheit in ihren Lebensbedingungen erfahren und mehr Möglichkeiten zu Partizipation und Teilhabe erhalten und nicht ständig ökonomischen und ökologischen Verwerfungen – Stammes- und Clanfehden bis hin zum (Bürger-) Krieg ausgesetzt sind. Menschen, die freien Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für sich und ihre Kinder erhalten und selber ihr Schicksal im Rahmen der Gemeinschaft in die Hand nehmen können und dabei Achtung und Respekt ihrer Kultur – ihrer Traditionen – ihres „kollektiven Gedächtnisses“ erfahren sind auch nicht mehr so anfällig für leere Ideologien von Seelenverkäufern, die Religion, Nation oder Clanzugehörigkeit willkürlich instrumentalisieren.  

 

Die so genannte „Flüchtlingskrise“ ist eigentlich auch so etwas wie ein „Lackmustest“ für die „europäische Integration“ vor dem Hintergrund des „Kampfes der Kulturen“.

Nur wenn wir Wege finden, diesen zu beenden und besser zu (ver-) handeln hat Europa überhaupt eine Chance.

 

Der Spaltkeil, den der damalige US-Verteidigungsminister Rumsfeld im Vorfeld des Angriffes auf den Irak 2003 zwischen das „alte“ und das „neue Europa“ getrieben hat – er kam auch bei der Entstehung der „Flüchtlingskrise“ 2015 erneut deutlich zum Vorschein:

  • für die meisten osteuropäischen jungen EU- und bald dann auch NATO-Mitgliedsstaaten war „alles, was vom Osten kam“ spätestens seit Dschinghis Khan immer höchst bedrohlich gewesen.
  • Die Tatsache, dass das Geschehen, das Papst Franziskus jüngst als 3.Weltkrieg bezeichnete von Europa aus massiv logistisch und direkt militärisch befeuert wird, dabei so etwas wie die deutlichen Worte des Papstes jedoch von keiner Regierung kommen zeigt das hohe Ausmaß der „Verantwortungslosigkeit“ in einem nun näher an Europa heranrückenden „globalen Stellvertreterkrieg“.
  • Spätestens der maßgeblich vom damaligen französischen Premier Sarkozy im Schulterschluss besonders mit der damaligen US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton im Frühjahr 2011 massiv vorangetriebene „NATO-Einsatz“ in Libyen zeigt auch deutliche Risse in der „deutsch-französischen Schicksalsgemeinschaft“ im „Alten Europa“.
  • Alle der 2003 beim Angriff auf den Irak zu großen Teilen noch in der US-geführten „Koalition der Willigen“ aufgegangenen Staaten des „Neuen Europas“ können im Zuge der stetigen Verschleppung der „Eurokrise“ durch Brüssel und Berlin – aber auch Paris besonders nach 2010 keine erneute „Balkanisierung“ ihrer Region verkraften.
  • Insofern sind überall dort in der Folge von den Völkern gewählte mehr oder weniger nationalistische Regierungen an der Spitze. Das heißt auch, dass ethnische Minderheiten in diesen Ländern derzeit einen noch schwereren Stand haben als vorher.
  • Unter dem alleinigen „Primat des Militärischen“ im von den US ausgerufenen „Kampf der Kulturen“ musste auch ein von „moderaten Kräften“ in Brüssel und im „Alten Europa“ ausgerufenes „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ sich irgendwann komplett ausbremsen.
  • Das hier schon mehrfach beschriebene böse Spiel mit „Hammer und Amboss“ – im Spätsommer 2015 fanden sich auch die Flüchtlinge auf der „Balkanroute“ darin wieder.
  • Das komplette Fehlen (diplomatischer) Visionen für ein „einiges – zusammen die verschiedenen Entwicklungsstufen angehendes Europa“ rächt sich hier. Die Unterordnung unter mehr oder weniger aggressive US- und NATO-Politik im Nahen Osten destabilisiert und zerstört auf Dauer auch Europa als Ganzes.

 

Wir benötigen also Konzepte und Ideen, das „Primat des Militärischen“ bei der „Konfliktlösung“ durch „kluge Formen der Zusammenarbeit an gemeinsamen Entwicklungszielen“ im zivilen Bereich zu ersetzen.
Vorschläge hierzu wurden und werden hier unterbreitet und weiter ausgearbeitet.
Der Gefahr einer zunehmenden „Balkanisierung Europas“ kann nur durch präzise definierte Ziele der Zusammenarbeit im Zuge eines beherzten, entschlossenen, gut geplanten und flexibel durchgeführten Politikwechsels begegnet werden.
Seit meiner Rückkehr aus Afghanistan im Sommer 2010 spreche ich zunehmend von der Gefahr einer „Afghanisierung Europas“. Die „Balkanisierung“ des „Alten Kontinents“ geht einher damit. Diesen fatalen Entwicklungen wird bisher zumal auch von sich „progressiv“ oder „links“ wähnenden Kräften zumeist mit „kognitiver Dissonanz“ – Verdrängung und kompletter Ignoranz begegnet.


Staaten und Gesellschaften in Süd- und besonders Osteuropa sind traditionell sehr stark oligarchisch und patriarchalisch geprägt. Eine Eigenschaft, die sich in der Generation des „Neoliberalismus“, der ja tendenziell auch zum Neo-Feudalismus wird noch verstärkt hat.

 

Sozialdemokratische Konzepte für ein „Neues Vereinigtes Europa“, das auch die vielen Regionen mit vielen Völkern stärkt – Länder und Regionen, die derzeit eher „mit starker Hand“ gemeinsam mit der „unsichtbaren Hand“  beherrscht werden, müssen starke und integrative Konzepte und Programme zu (Wieder-) Aufbau und Umbau unserer Orte und ihrer Infrastrukturen klug nach vorne bringen.
Joboffensiven für alle sind im Zuge dieser Programme ein Kernpunkt.
Moralisieren über „Demokratiedefizite“ und mangelnde Solidarität oder gar mangelnde „Menschlichkeit“ oder andere
Dinge, wie man es so gerne von Deutschland aus macht hilft da nicht im Geringsten weiter. Im Gegenteil.
Die „Flüchtlingskrise“ darf nicht zum weiteren Ausspielen von Menschen – besonders von Arbeitern gleich welcher Herkunft in Europa gegeneinander geführt werden.

 

Auch in Kabul war ich Ende 2009 der erste Mitarbeiter einer „Nicht-Regierungs-Organisation (NGO)“, der im Zuge eines „Regenerations- und Wiederaufbauprojektes“ die Zusammenarbeit mit der dortigen Feuerwehr als wichtigste Zivilschutzorganisation überall auf der Welt suchte. Leider ging es bisher im „Primat des Militärischen“ kaum um „(Wieder-) Aufbau und Umbau“.

Darum sollte es jetzt jedoch in erster Linie gehen.

 

 

 

 

 

 

7.4 Klimawandel, „Energiewende“ und Anpassung an lokale Gegebenheiten

Im Hinblick darauf, endlich den beschleunigten Klimawandel anzugehen, sollen Suffizienz und Effizienz sich da in Maßnahmen, die Sicherheit für und mit Menschen hier wie dort auf der südlichen Hemisphäre nachhaltig erzeugen ergänzen.

Die „Energiewende“ und ihre Anpassung an lokale und regionale klimatische und kulturelle Gegebenheiten – aber maßgeblich auch die damit einhergehenden vielfältigen Möglichkeiten des „Wandels durch Handel“ können somit viel schneller und effizienter durchgeführt werden.
Als einer der Schwerpunkte staatlichen und von Staatsseite geförderten privatwirtschaftlichen Handelns im internationalen und inter-kulturellen Handelsverkehr entsteht so auch eine am Bedarf der Menschen in ihrer Um- oder Mitwelt orientierte „nachhaltige Investitionspolitik“ in die Zukunft.

 

Auch hier gilt es, den durch die in Deutschland und Mitteleuropa propagierte „kognitive Dissonanz“
eingeengten Blick über den Tellerrand hinaus aufzuweiten.

Den Blick, der „dem anderen“ auf subtilste und kompetitive Art vor dem Hintergrund des
endlich zu beendenden „Kampfes der Kulturen“ begegnet.  

 

Die Prognosen, dass die Kriege des 21. Jahrhunderts um den Rohstoff Wasser geführt werden – diese „Prognosen und Weissagungen“ treffen in weitestem Sinne bereits auf die jetzigen Kriege allerorten zu.

Im Zuge jedoch der Hierarchieebenen, auf denen diese Kriege ausgefochten werden kann durchaus behauptet werden, dass es auf der obersten Ebene immer um geostrategische Faktoren – Macht und Bedeutungszuwachs der Krieg führenden Parteien und die entsprechende Rohstoffsicherheit – die Teilhabe an den Geschäften mit knappen Ressourcen am Kriegsort geht. Und – Rüstungsgeschäfte bilden da gleichfalls ein wichtiges Feld der schnell erzeugten, vordergründigen vermeintlichen Sicherheit – und der schnellen Kriegsgewinne auf der oberen Ebene.

Auf der mittleren Ebene geht es um die kleineren Geschäftsanteile – auch durchaus im Rohstoff- und Rüstungssektor – aber auch in anderen profitablen Margen zwischen den Kriegsfronten. Landbesitz und Wasserversorgung – und die Verknappung derselben stellen da wesentliche Einflussgrößen auf das Geschehen dar.

Auf der untersten Ebene geht es immer um Land und Boden – und um das Wasser zur Nahrung der eigenen Scholle. Wasser, das häufig andernorts bevorratet wird und so Kleinbauern und Fischer in Massen zu „Wirtschafts- und Klimaflüchtlingen“ – auch in den austrocknenden Gürteln der Megacities - der „globalen Städte des Südens“ macht und so die Kriegsspiralen weiterdreht.

 

Diese Spiralen, die ich andernorts – in sechs, bald sieben bisher unveröffentlichten Büchern – also – vom „marktkonformen Humankapital-Standpunkt“ aus betrachtet „wertlosem Geschreibsel“ eingehender beschrieben und dargestellt habe – sie gilt es endlich zu durchbrechen. 

Dafür muss man die Dinge auch benennen – so wie Papst Franziskus es kürzlich getan hat.

Und – man muss vor der eigenen Türe kehren – nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Das ist nicht leicht. Aber machbar.

 

Menschen sind kein „Humankapital“, wie es immer unverhohlener tönt,
in der „marktkonformen“, präfaschistischen (End-) Phase des „Neoliberalismus“.

Zumal – auch nach dieser Definition – und der im Untertitel hier stehenden Formel
(Des-) Integration    +         (Miss-) Information               =

Irritation x                 +         (Des-) Orientierung x            =  es so immer weiter in immer tiefere Abgründe geht. 
Die Destabilisierung und baldige Zerrüttung in ganz Europa  - schleichender Niedergang bis  hin zu Krieg und Zerstörung –
all das ist vermeidbar.

Das, was Karl Marx als „industrielle Reservearmee“ bezeichnet hat – es gilt dabei diese auch mit den „Armeen der prekarisierten“ und der „akademisch überqualifizierten“ Arbeitslosen zusammenzufügen.
Denn – unser aller gemeinsames Interesse ist es, unseren Anteil am Fortschritt aufzubauen. Arbeit ist zu Hauf da – wir müssen sie nur endlich zum Wohle aller programmatisch organisieren. Und – für eine Zukunft auch unserer Kinder und folgender Generationen auf unserer Erde.

 

 

 

 

 

 

7.5 Weitere Folgerungen  - Krieg und Frieden 1

Das illusionistische Dilemma der "Unsichtbaren Hand", die da alles regelt ist bei allem das größte Hindernis. Die (meisten) Politiker und (meisten) Ökonomen auch von „links“ verlassen sich ja irgendwie auch auf diese Illusionen. Man hat, geschweige denn verfolgt nicht den geringsten Ansatz zu einer Strategie, die uns aus dem Jammertal des endlosen Abschwungs herausbewegen könnte.

In einer klugen Analyse dieser Situation bemerkt Will Denayer, dass die „europäische Krise“ nach dem „Brexit“ sich als ökonomische und politische Krise darstellt.  

Eine Reform nationaler and europäischer Institutionen und auf diese Weise ein Machtwechsel innerhalb der Mitgliedsstaaten – das wird ein harter und steiniger Weg. Aber – so wie Will  auch Jürgen Habermas zitiert: “In Gefahr und unter großem Stress führt der Mittelweg zum Tod.  Die falsche Strategie führt zum Desaster. 

 

Diese falsche Strategie verwaltet den Status quo und macht „Business as usual” – wartet auf Godot oder einen anderen Messias, der da kommen möge. Also eigentlich das, was die Politik an diesen Tagen uns zu erzählen sucht.

Und – das ist es auch, was in den meisten Analysen derzeit fehlt:
Es handelt sich – nicht nur, aber besonders nun bei der „europäischen Krise“ auch vor allem um eine ethische – und in diesem Zusammenhang auch – um eine „Identitätskrise“.

Am Ende des Tages geht’s immer um Menschen – im UK – in Europa und zwischen "mächtigeren Akteuren und Interessensgruppen".
Aber – wo sind die Sozialdemokraten dieser Tage – ducken sie sich weg und gehen in Deckung?

 

Auch zu seinem Appell “In Verteidigung von freier Immigration” kann man Will Denayer zunächst einmal Recht geben.
Aber eine Sache ist dem unbedingt hinzuzufügen: Auch wenn Flüchtlinge vielleicht „statistisch“ den Einheimischen nicht Arbeitsplätze oder Häuser und Wohnungen „wegnehmen“ – die Menschen überall sind zutiefst verängstigt, in diesem irgendwie verborgenen „ewigen Krieg“ und „fortlaufendem Abschwung“ gefangen zu sein.

Und in dieser Art und Weise sind sie – sind wir als taube und stumme Zuschauer in der weiter laufenden Vorstellung des „Teile und Herrsche“ Schauspiels in diesem baufälligen Theater gefangen. Ständig gegeneinander ausgespielt – am Ende auch gegen uns selbst dieses schlechte Schauspiel als „alternativlos“ geschehen lassend.

 

Also heißt es auch “der Mann und die Frau auf der Strafe von nebenan” gegen  “Immigranten” – Flüchtlinge – “Neuankömmlinge”.  Inmitten der Trümmer eines total zerstörten Theaters haben die “Vier oder fünf Corbyns”, die Will Denayer erwähnt, die sich in Europa finden sollten auch Übereinkünfte zu finden, wie sich da die verschlossenen Notausgänge öffnen lassen. 

 

Jeremy Corbyn, der da im „post-Brexit UK“ die klassische Arbeiterpartei „Labour“ nach der „neoliberalen Deformation“ durch Blair und „New Labour“ eigentlich zu einer progressiven rot-grünen Partei umbaut und so das Vereinigte Königreich auch in eine bessere Zukunft führen will – er ist ein großer Hoffnungsschimmer. Aber – es ist deutlich, dass er Unterstützung benötigt auf dem Kontinent.

Alleine die Widerstände der „Blairities“ im UK sind nicht zu verachten.   

(Des-) Integration   +         (Miss-) Information               =

Irritation x                  +         (Des-) Orientierung x          =     „business as usual“, das heißt  “Marktkonformismus” und eine “Verwaltung von Stagnation”, die alles ausbremst,  was irgendwie ein vollständig von Rost zerfressenes System bewegen und auf diese Weise auch gefährden könnte.  

 

Die meisten Politiker sind völlig ausgebrannt durch diese ständigen Ausbremsmanöver – besonders Sozialdemokraten in Deutschland in der „großen Koalition“ mit den Konservativen. Aber die „Linken“ – und „Progressive aus einem rot-grünen Spektrum” sind überall gleichfalls in einer tiefen Krise und – sie haben auch ihren Teil der Verantwortung für den Aufstieg von rechten oder gar faschistischen Parteien und Bewegungen mit ihren Rost zerfressenen und manipulativen Ideen zu übernehmen.

 

Politische Repräsentanten spiegeln insofern in Sackgassen gefangene Gesellschaften. Der Befall eines verlorenen Gedächtnisses – die Manifestation der „Alzheimer-Doktrin” – ein verdrängtes „kollektives Gedächtnis“, das unfähig ist, aus vergangenem Scheitern zu lernen, um so auch eine Zukunft zu bauen – ein weiterer “Spiegel”-Titel nach dem „Münchner Anschlag“ vom 22. Juli 2016 stellt das ganze Dilemma dar: „Sind wir stärker? – Wie Deutschland sich gegen den Terror wehren kann“ behauptet da weiterhin, dass „wir die Guten“ sind in einem symmetrischen und rationalen Konflikt, den wir ohne jegliche Veränderungen besonders auf unserer – „der guten Seite“ bewältigen können.
Glauben manche Journalisten da in der Medienindustrie – glauben Politiker wirklich, was sie da öffentlich sagen und schreiben?

 

 

 


 

 

7.6 Weitere Folgerungen  - Frieden und Krieg 2

Das „Rad der Geschichte“, das wie so häufig in derselben gewaltsam angehalten wird im Moment der größten Machtfülle derjenigen am Steuer – es kann nur von vielen „sichtbaren Händen“ weiter gedreht werden.
Insofern, als die Zukunft „nur“ ein „kleines Zeit- und Gelegenheitsfenster“ in unser Hineingeworfen-Sein in den Strom der Ereignisse zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist, benötigt der Mensch immer „Perspektiven“, um sich selber und seine Familie dort zu verorten und um so sein und werden zu können.
Das Dilemma der „kognitiven Dissonanz“ in der „europäischen Identitätskrise“ - Graham Harman beschreibt im Rückgriff auch auf Heidegger und Husserl, dass das Kantische Denken als solches sich selbst genügt. In „post-heroischen“ – zutiefst verängstigten Gesellschaften indes stellen „sinnliche Objekte“ – menschliche Erfahrungen sich allzu häufig als „Ersatzhandlungen“ dar. Also bleiben die Menschen auch nun, in der „europäischen Identitätskrise“ gefangen darin und können in ihrem auf den Mensch – sie selbst und ihre kleine Welt reduzierten Kosmos auch keinerlei Auswege daraus finden. Gleichzeitig unterliegen sie als „externe Beobachter“ allzu häufig dem Trugschluss, dass ihre subjektive Wahrnehmung das „reale und sinnliche“ Objekt Welt, das wie jedes andere Objekt „Qualitäten zugleich hat und nicht hat“ so auch hinreichend erfassen und verstehen kann
(Das vi
erfache Objekt, S.79)

Wir können es nicht. Wir können aber beginnen, die eingefrorene Zeit wahrzunehmen und mit vielen „sichtbaren Händen“, Köpfen, Herzen und Füßen das „Rad der Geschichte“ weiter zu drehen. Und dabei auf uns und andere wieder zu vertrauen.

 

Das Paradoxon – und die Tragik des Friedens ist auch, dass er nur über den Krieg erreicht werden kann. Womit wir wieder bei der anfänglichen Definition von „Terror als Kommunikationsstrategie“ sind.
In diesen Tagen, Mitte August 2016 überschlagen sich die Nachrichten von den verschiedenen Gefechtsfeldern des 3. Weltkrieges. Die armenische Enklave Nagorny Berg-Karabach, Huthi-Rebellen, die vom von den Saudis überfallenen Jemen mit Gegenangriffen nach Saudi-Arabien hinein kontern und – die syrische Luftwaffe, die kurdische Separatisten in der nordöstlichen Provinz Al-Hasakah angreift, während die Regierung die dort lebenden Araber auffordert, sich zu bewaffnen– immer wieder aufflammende Konflikte in Kaschmir und die Sorgen im benachbarten Südasien – Indien, Pakistan, Bangladesch und Afghanistan, da weiter in den „Totalen Krieg“ in Syrien  - von dort aus hineingezogen zu werden –

in Deutschland sind das fast nur „Randnotizen“.

Gemeinsame syrische und türkische Sicherheitsinteressen – das ganze Dilemma des von stetiger Verdrängung und „kognitiver Dissonanz“ gezeichneten deutschen „post-heroischen“ Verhaltens in diesem sich ausweitenden „globalen Stellvertreterkrieg“ zeigt sich in der Meldung über neue Waffenexporte an die kurdischen Peschmerga im Irak. 800 Tausend Kurden unter den 4 Mio. in Deutschland lebenden Türken - kluge  „Außenpolitik von deutschem Boden aus als Welt-Innenpolitik im 3. Weltkrieg “ sieht anders aus. 

 

Bilder aus einem russischen Video über die Kämpfe im Westen und Südwesten Aleppos erinnern mich teilweise an die Airport Road oder eine andere große Ausfallstraße – die Darulaman-Road im Südwesten Kabuls.
MOUT - der Häuserkampf zwischen zerschossenen Wohnblöcken, in den trügerisch blauen Himmel aufragende leere Stahlbetonskelette und andere Investitionsruinen, gar neue hochpreisige „gated communities“ – Inseln im zerklüfteten und zum Teil eben völlig zerschossenen Stadtraum – Krieg hat viele Gesichter.

Natürlich kann man das russische Video durchaus als „Propagandavideo“ bezeichnen. Man sollte aber vorsichtig sein aus vorher hier aufgeführten Gründen.

Dass russische Truppen – trotz alledem überhaupt ein Fenster für Frieden dort im Auge des Sturms – im syrischen Epizentrum dieses 3. Weltkrieges, der in Deutschland immer noch nicht so benannt werden darf aufgestoßen haben - das wird nach Ende dieses Grauens hoffentlich bald in den Geschichtsbüchern stehen. 

 

Bisweilen hat es den Anschein, als lebten wir irgendwo zwischen 1941 und 1944 und – die US würden ständig überlegen, ob sie nicht auch von „Hitlers Idee vom Lebensraum im Osten“ irgendwie profitieren könnten. Das stetige Säbelrasseln gegenüber Russland – letztlich auch Erbe des „Kalten Kriegs-Gegners Sowjetunion“ muss endlich beendet und partnerschaftliche Wege zur Beendigung des 3. Weltkrieges an seinen vielen Fronten erschlossen werden.  

 

Das Grauen – es müssen endlich Wege bereitet werden, es zu beenden.
Wir hier in Deutschland – in Europa sollten das eigentlich besser wissen. Und – es gilt, US-Amerikaner und Russen – alle daran zu erinnern – auf Augenhöhe.

 

 

 

Ich persönlich habe einfach zu viele Seiten des Krieges in den letzten Jahren erlebt – gesehen und gespürt. Ich kann und will mich nicht zum Schweigen verdammen lassen. Bin ich deswegen krank? Nein. Und – diese Frage können und dürfen mir nur wenige Menschen überhaupt beantworten. Zu allererst der ehrwürdige Vater der Heiligen Römisch-Katholischen Kirche, Papst Franziskus. Er darf mir eine Antwort auf diese Frage geben. Viele andere Menschen nicht.

 

Als ich Mitte Mai 2013 aus Indien und Bangladesch nach einem halben Jahr dort nach Deutschland, ins Rheinland zurückgekehrt bin, habe ich mir geschworen, nur noch mit Auftrag und Bezahlung von hier zu reisen.
Und - gerade nach Afghanistan will und kann ich nicht ohne das. 

Ein Land, in dem man unweigerlich einen Teil seines Herzens zurückgelassen hat, wenn man dort gelebt und gearbeitet hat. Mit und für die Menschen. Aber auch für einen selbst. Natürlich. Denn – das alles ist sinnlos, wenn man sich nicht bemüht, den Riss im Herzen zu verstehen – und die Ursachen für den Bruch zu ergründen und somit – heilen zu wollen.
 

Was das in der „EUROPÄISCHEN IDENTITÄTSKRISE“ 2016 / 17 heißt - das wissen derzeit nur Wenige hier zu ermessen.
Aber - es gibt keinen anderen Weg derzeit.

 

 

 

 

 

 

7.7 Epilog

Europa braucht endlich wieder mehrheitsfähige Bewegung links von der Mitte – dort, wo das Herz schlägt. Mit technokratischem Palaver und schwarzen Nullen, die nachhaltig schwäbische Hausfrauen beleidigen – mit stetig marktkonformem Ausbremsen geht das nicht.
Gute Arbeit muss endlich wieder belohnt werden.
Und – wir haben verdammt viel zu tun – auch, um wirklich Europa zu einigen –

Und all die nationalen Gruppen in einer europäischen Erzählung zu Wort kommen zu lassen.

Perspektive „Heimat“ heißt: Ankommen – und Bleiben.
Und – Sicherheit ist machbar – für uns Daheimgebliebene –
und für Neu-Ankömmlinge.  

 

Insofern – um dies noch einmal hier zu bekräftigen: Ich stehe für alle Themen – alle Herausforderungen parat. Auch als Kanzlerkandidat. Denn – die stetige Verdummung der marktkonformen Ausbremser aller Couleur – die macht nicht nur mich einfach nur noch krank.

 

Mein Vater lehrte mich, „Lebenserfahrung“ und Menschenkenntnis“ zu sammeln.

Meine Mutter lehrte mich Liebe und Vergebung.

 

Und – ich habe drei Kinder in diese Welt des falschen Friedens und der falschen Freiheit gesetzt.
Meine September 2001 geborene Tochter – das sagte ich schon.

Mein älterer Sohn wurde 2010 in San Francisco geboren. Seine Mutter – 1977 in Tokyo als jüngstes Kind ost-bengalischer Eltern geboren hat auch einen US-Pass. Als muslimische Immigrantin hier hat sie in diesen Tagen eine Art „Immigrantenblues“ – eine gewisse Art Depression.

Einer meiner Großväter winkte 1945 US-Truppen in seine kleine Stadt und arbeitete dann auf einem US-Luftwaffenstützpunkt in der Nähe bis zu seinem Tod kurz vor meiner Geburt im Sommer 1964. Also bin ich auch alles andere als ein „Anti-Amerikaner“. Ich bin immer ein Freund der Menschen – wo auch immer sie her kommen. Aber – ich bin nicht so naiv, wie manche Politiker dieser Tage zu sein scheinen – oder – wie sie uns haben wollen.

 

Und – die Vorwahlen alleine in den US – ob nach der Aufgabe oder „erzwungenen Niederlage“ von Bernie Sanders nun Hillary Clinton oder Donald Trump am 8. November US-Präsident wird – das ist sekundär. Wir haben ganz andere Interessen hier als die US. Aber wir arbeiten gerne mit vertrauenswürdigen und um Fairness und Verständnis bemühten Partnern zusammen.

 

Mein jüngster Sohn wurde im Februar 2010 in Berlin geboren.

Nicht nur meine drei Kinder sollen eine wirkliche, würdevolle und freie Zukunft erleben dürfen.  

 

Man kann nicht immer gewinnen. Aber – zu resignieren, bevor man überhaupt etwas anfängt verliert man immer. Und – wir sind definitiv in einer Situation, in der es Wert hat, zu kämpfen.

 

Wie Will Denayer einmal mehr sagt: „Was geschehen muss, ist etwas, was die Menschheit niemals zuvor bewältigt hat: eine gewaltige Menge altes Kapital – alle Arten von Infrastruktur, alte Fabriken, die noch produzieren, aber nicht genügend Profit abwerfen, müssen zerstört werden. Neue Fabriken müssen hervorkommen mit Innovation und der Produktion neuer Produktionsmethoden, die auch die Profitraten steigern. Das ist niemals zuvor geschehen. Zum Beispiel war es auch nicht F.D. Roosevelt, der die Krise in den US beendete, es war der Zweite Weltkrieg.“  


Krieg ist der „Vater der Stadtbaugeschichte – der Stadtplanung“.
Die „heiße Sanierung“ von New York Citys World Trade Center 1, 2 und 7 war nur ein Anfang. Das ist unser Dilemma.

Und – das „Einstein Dilemma”, demzufolge wir nicht wissen, wer den Dritten Weltkrieg gewinnen würde – aber mit Sicherheit wissen, dass der Vierte Weltkrieg mit Keulen und Faustkeilen ausgefochten werden würde.

Also gibt es keine andere Wahl als „Umbau“.

Eine Operation am offenen Herzen und am offenen Hirn.

 

Arbeiten und Kämpfen für das Leben, für Frieden, für Gerechtigkeit -
für Freiheit, Brüder- und Schwesterlichkeit und
gleiche Rechte für alle.

Für die Liebe.     

 

(9./ 20. August 2016)