Erinnerung 1

 

In einem wie so oft überaus wichtigen Nebensatz schildert Florian Illies in seinem Buch
„1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“, dass „1913 die deutsche Romantik endgültig vorbei sei“.

 

1913 - im Jahr vor Beginn dessen, was manche als „Tragödie des 20. Jahrhunderts“, andere als „Europas Untergang“ bezeichnen:
1914-18, der „falsche Versailler Frieden“ – dann 1929 und bald 1933-45 – Illies dokumentiert dieses „letzte Jahr der Unbeschwertheit“ äußerst unterhaltsam anhand kurzer Episoden aus diesem Jahr vieler Menschen, die man vielleicht als Künstler und Schriftsteller – und als solche als „Avantgarde“ bezeichnen kann.

Als Beleg für die These vom „Ende der deutschen Romantik“ dient Illies die Tatsache, dass der Berliner „Brücke“ Expressionist Ernst Ludwig Kirchner in seinem Sommerurlaub auf Fehmarn ein Schiffswrack dort gesichtet und viele Fragmente davon in seiner Kunst verarbeitet hat – aber nie auf die Idee kam, einem Caspar David Friedrich gleich dieses wrack ähnlich dramatisch zu inszenieren.

(Florian Illies – „1913: Der Sommer des Jahrhunderts“, © S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2012, S.214)

 

„Die deutsche Romantik“ – und der damit verbundene „Idealismus“  - die „Erhabenheit“ – „Idealisierung“ zumeist des „Gefühls“ – „Sehnsucht“ – „Sturm und Drang“ etc. - ist das wirklich mit der „Moderne“ zu Ende?

 

„Nach Novalis ist es ‚nur der Geist‘, der die Gegenstände ‚poëtisiert‘. Der Künstler selbst, nicht die Natur, produziert das Schöne.“
(Silvio Vietta: Die Frühromantik.
In: Wolfgang Bunzel (Hg): Romantik. Epoche, Autoren, Werke. Darmstadt 2010, S. 13.)

 

Das „Romanhafte“ – der Streit mit den „Klassizisten“, den „Nachahmern der Antike“ – die „Romanze“ – „Sehnsucht“ und die „Flucht ins Innerliche“ – den „Geist“:
wo sitzt, steht, liegt dieser – zwischen „Kopf, Herz, Hand und Fuß“?
um hier ein Aquarell von Paul Klee von 1930 zu zitieren?

 

Oder – anders herum gefragt:
Ist statt des „Endes der Geschichte“, wie Francis Fukuyama sie proklamierte nicht viel mehr eine Überlagerung und Durchdringung vieler Geschichten viel eher zu verzeichnen – Geschichten, die vielleicht derzeit kaum lesbar sind – kaum gelesen werden wollen?
Geschichte, die also auch in der „Post-Post-Moderne“ viel bunter und vielfältiger ist als das, was viele uns da glauben machen wollen?
Geschichte, die aber noch in den „alten Kanälen“ hängen geblieben ist – Kanäle, die aber derzeit verstopft – irgendwie verschlossen sind?
Geschichte, die aber ihrer Befreiung harrt – um als Geschichte – als vielfach ge-schichtete und ge-faltete Erzählung überhaupt lesbar entfaltet zu sein können?

 

Eine "europäische Erzählung" wird nur mit "fairen Regeln" innerhalb also einer "sozialen Demokratie", die nicht von Technokraten zu Tode verwaltet wird überhaupt gelesen werden. Diese kann nur entsprechend der jeweiligen „lokalen Traditionen“ – des kollektiven Gedächtnisses der vielen Orte in einem „Europa der Regionen“ den Bewohnern dieser Regionen angeboten werden.
Ob und wie Inhalte davon dann tatsächlich "umgesetzt" werden - ob diese Inhalte derzeit auch "verstanden werden wollen" - auch innerhalb von dem, was ich lange als "Stagnationsverwaltung(en)" bezeichnet habe - das steht auf anderen Papieren, die aber bald ins Haus flattern könnten.

wichtig ist es, zum jetzigen Zeitpunkt, diese Ge-schichte überhaupt aufsammeln – sie realisieren zu wollen.

 

Es ist eine Geschichte voller widersprüche – voller Paradoxien –
dennoch kann sie in sich schlüssig –
und schön sein.

 

Der „Brexit“ – das UK hatte immer einen Sonderstatus – hat viele Themen „europäischer Integration“ eher blockiert – nun haben die „schottischen Nationalisten“ – Unterstützer der Scottish National Party SNP überwiegend für den Verbleib in der EU gestimmt.
Und – ist die Stärke der SNP nicht auch ein Resultat der Schwäche von „Labour“ – des verlorenen Vertrauens in die alte „Linke“, die als „New Labour“ letztlich viele „Ideale der Linken“ verraten und verkauft hat?
Vertrauen, das Jeremy Corbyn ja wieder aufzubauen sucht?

wales und der Prinz – Nordirland, das nun ggf. sogar wieder eine Union – eine „wiedervereinigung“ mit Irland anstreben könnte?

Sodass die „Konservativen“, „Traditionalisten“ und „Nationalisten“ in ihrer Kurzsichtigkeit letztlich den Zerfall des UK hervorrufen könnten?

 

Die Erinnerung – auch an „das Gute im Bösen“ – das „kleine Senfkorn Hoffnung“ spielt immer – für den Einzelnen, die Familie als Keimzelle von Gesellschaft – Gesellschaft(en) per se eine (über-) lebenswichtige Rolle.
Die Erinnerung, die auch maßgeblich von „(Lebens-) Erfahrung“ genährt wird.

 

Am Ende des Films „Almanya – willkommen in Deutschland“ steht ein Zitat aus Salman Rushdies Buch „Mitternachtskinder“. während der indische Moslem dieses noch in der ersten Person Singular des Ich-Erzählers – des in den wirren der Unabhängigeitsnacht Indiens geborenen Jungen aus der oberen Kaste, der vom Kindermädchen vertauscht wird mit einem „unberührbaren Jungen“ erzählt, so ist es hier in die erste Person Plural – die wir Form übertragen:

„Wir sind die Summe all dessen, was vor uns geschah, all dessen, was unter unseren Augen getan wurde, all dessen was uns angetan wurde. Wir sind jeder Mensch und jedes Ding, dessen Dasein unseres beeinflusste oder von uns beeinflusst wurde. Wir sind alles was geschieht, nachdem wir nicht mehr sind und was nicht geschähe, wenn wir nicht gekommen wären.“

 

(27/06/2016)

 

 

Erinnerung 2 – das (Ver-) Schwinden der Zukunft

 

Sind es also die „Erinnerungen an eine verschwindende Zukunft“, die im Sprach- und Richtungswirrwarr einer „europäischen Erzählung“ derzeit vorherrschen? Verdrängter Schmerz – und – damit natürlich auch - „das Gute im Bösen“ – die „Lehre aus der Geschichte“, die zur Leere – zum „blinden Fleck“  wird?

 

Und – welche Zukunft verschwindet da?

„Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet“ – sagte Paul Cezanne Ende des 19. Jahrhunderts.
Paul Virilio hat diesen Ausspruch seinem Buch „Ästhetik des Verschwindens“ vorangestellt. Virilio, der auch schon den ersten Golfkrieg 1991 in „Krieg und Fernsehen“ als „kleinen 3. Weltkrieg“ bezeichnet – und auch so erlebt hat.
„Die Unsichtbarkeit von Geschwindigkeit hat uns die Fähigkeit zur Erinnerung genommen.“

 

wir sind gewarnt. Sollte man meinen.

 

Die vielen Maulhelden des Populismus überall mit ihren leeren Versprechungen – sie haben noch weniger einen Plan als die neo-konservativen Stagnationsverwalter mit ihrer alles ausbremsenden vermeintlichen Planlosigkeit. „Die Eliten“, die da „mit magischer Hand ganz von selbst alles verteilen“.
Das Volk – die Bürger jedoch – fehlt auch da Mut und vor allem – Wille und Über- und Einblick in die Dinge?

 

Dass der Außenminister kürzlich die Manöver an den NATO-Außengrenzen in den baltischen Staaten und Polen als „Säbelrasseln“ brandmarkte und damit aus der Phalanx, die da stetig alles „von Osten kommende verdammt“ ausbrach – das ehrt ihn.
Letztlich aber war es höchste Zeit dafür, denn schließlich musste Russland auch im zweiten Weltkrieg bei weitem den größten Blutzoll bezahlen. Eine „europäische Erzählung“ – ein europäischer Integrationsprozess ohne faire Abstimmungen mit den russischen Partnern geht nicht.

 

Das Bemühen um Partnerschaft statt stetige Konkurrenz – bis hin zur offenen Konfrontation – für uns hier auf dem „alten Kontinent“ mit seinem nicht immer leichten Erbe ist das ganz essentiell.
"Hilfe zur Selbsthilfe am Herkunftsort von Flüchtlingen" und - "Wandel durch Annäherung und nachhaltigen Handel 2.0" gewinnen so eine ganz neue Bedeutung – für Deutschland und bald auch für Europa.

Das kann eine Volkswirtschaft schon wieder nach vorne bringen. Vor allem aber sollen so Joboffensiven entstehen, bei denen ehrliche und gute Arbeit sich wieder auszahlt – für jeden.

 

Bis dahin ist noch ein gewisser – alles andere als leichter Weg. Aber – ein Weg, dessen Erschließung auch über vielfältige Anreize dem Gehenden und Laufenden „Spaß“ bereiten sollte. Auf dem so die Schritte leichter – nicht schwerer werden sollen.
 

Derzeit ist es leider so – und – das hat der „Brexit“ einmal mehr gezeigt: "Verdrossenheit" und "Desinformation" sind immer auch ein zumindest "bilaterales Problem". Zumal in einem "demokratischen Prozess", in dem "eine Meinung haben" zumeist mit "eine Meinung bilden" verwechselt wird. Und - auch das wieder - von beiden Seiten - von Vertretern der „Administration“ und der „Politik“ genauso wie vom "Wahlvolk", das so sich selbst zum Opfer - statt zum (Mit-)Gestalter machen lässt.

 

John Pilger verdeutlicht, dass das UK mit Maggie Thatcher neben den US mit Ronald Reagan Geburtsland der abgewrackten Ideologie des so genannten „Neoliberalismus“ auch in einem entsprechend verheerenden Zustand ist. Die Armutsindizes  - die „soziale Schere“, Arbeits- und Hoffnungslosigkeit in einer „zutiefst klassenbewussten Gesellschaft“ – das „Elitedenken“ in der Heimat von Eton, Oxford und anderen – die „Bank von England“ und London als der „wichtigste Finanzplatz der welt“ -  und das alles in einer Gesellschaft, die es ja laut Maggie Thatcher gar nicht gibt – die völlige Stagnation der Situation offenbart sich hier. Pilger verdeutlicht, dass das Festgefahrensein – die verheerende Ausweglosigkeit einer auf Lug und Betrug basierenden „Lehre“, in der alles instrumentalisiert und somit jeder gesellschaftliche Konsens aufgekündigt wurde im Votum der Briten nur den prägnantesten Ausdruck fand: Der „Brexit“ ist insofern vielmehr auch Ausdruck der Ermüdung – der völligen Hoffnungslosigkeit der Briten, die allen durch diese weltumspannende Ideologie korrumpierten Institutionen – der EU als einer davon nicht mehr im Geringsten trauen.

Und – liest man die worte Pilgers deutlicher, so übersteigt im „europäischen Mutterland“ des „Neoliberalismus“ das Ausmaß der Zerstörung wahrscheinlich vieles, was in Mittel- und Südeuropa nicht minder bröckelt.
Aber – als „kleines Senfkorn Hoffnung“ verzeichnet Pilger, dass die Briten, die die NATO-Granden mit ihrem Säbelrasseln – den Manövern in den baltischen Staaten und Polen und die gesamte Nomenklatura europäischer und britischer Politik – inklusive der „Bank von England“ ignoriert und damit vielleicht eben auch ein Signal für wirklichen Frieden und Demokratie in Europa gesetzt hätten.

 

(29/06/2016)

 

 

Erinnerung 3 – die Qual der Wahl

 

„Politik“ – das gesellschaftliche Sein und das Bewusstsein umfasst viele Dinge – viele Ebenen. Der Alltag – das Vertrauen in uns – unsere Liebsten und Nächsten. Unsere Erwartungen – an uns – an andere - an eine mögliche Zukunft – unsere Ängste und Sorgen – unsere (Ent-) Täuschungen - unsere Hoffnungen – unsere Liebe.

Und – es geht dabei gerade in solchen Zeiten einmal mehr um die „Besetzung der Zwischenräume“ – der zwischen den einzelnen Fachgebieten – und den einzelnen Interessenslagen liegenden Räume also.
Insofern auch um „vereinigende Schnittmengen“ statt „ausklammernder Ausgrenzungen“. Und – um die Umsetzung – die Lösung also von Problemen oder – „Strategien und Programme zur „Bewältigung von Krisen“.
Also auch zur Überwindung der tiefen Schlucht zwischen Theorie und Praxis. Dabei spielt die „Auswertung von Erfahrungen“ eine Schlüsselrolle.

 

Die Wahl in Spanien einige Tage nach dem „Brexit-Referendum“ wird zum Teil als maßgeblich von diesem Ereignis geprägt dargestellt.
Tiefe Verunsicherung der Wähler ist sicher ein Grund für die Stärkung der Konservativen.

 

Aber – es gibt da noch viel mehr Gründe und Motive:

  1. Ein halbes Jahr nach den letzten Wahlen und dem darauf folgenden Versuch, eine regierungsfähige Mehrheit zustande zu bekommen zeigt der Wähler auch die allgemeine völlige Ratlosigkeit.
  2. Spanien als 2008 mit Platzen der dortigen Immobilienblase massiv von der „Krise“ und den Folgen der „Krisenbewältigung durch Austerität“ und dem „Brain Drain junger Fachkräfte“ gerade nach Mitteleuropa geschädigtes Land hat und hatte noch viele andere (historische) Lasten auf seinen Schultern. Das Separationsbestreben der Basken und besonders der Katalanen gehört zum Erbe dieser Bürden.
  3. „Podemos“ – „Wir können’s!“ hat manche lokale und regionale Initiativen organisiert, um etwa Menschen, die ihre Bleibe verloren haben zu helfen. Das Bündnis mit „Altkommunisten“ auf Staatsebene jedoch verhieß den Wählern keine Zukunftsperspektive.
  4. „Podemos“ unterstützte zudem auch mehr oder weniger offen das Separationsbestreben der Basken und besonders der Katalanen. Nach dem „Brexit“ verhieß das noch mehr Unruhe – und – Problemverschiebung.
  5. „Podemos“ und die Sozialisten – also den Sozialdemokraten hier entsprechende „bürgerlich gemäßigte Kräfte aus dem linken Mittelfeld“ konnten sich im letzten halben Jahr schon nicht zusammenraufen. Dies hat beide beschädigt – beide haben die Wahl verloren.
    Zudem hat das ja schon bald „Tradition“ – besonders in Europa, wo alles,  was da „links von der Mitte“ ist immer mehr in der Defensive hängt – und sich dann zerfleischt. Besonders gut jetzt wieder im UK zu sehen, wo Labour und die vielen Anhänger „der alten New Labour“ – Blairs Epigonen also nach dem „Brexit-Schock“ alle Bemühungen Jeremy Corbyns und anderer, die Partei wieder in die Offensive zu befördern bekämpfen.
  6. Der spanische Wähler hat all dies gesehen. Er ist zermürbt und ausgelaugt vom langen Warten auf bessere Zeiten. Er (oder sie) ist das „Schmierentheater“ – das Tanzen um den heißen Brei „der da oben“ eigentlich satt. Rajoys Korruptionsskandale interessieren ihn kaum. Man weiß, dass Politik „ein schmutziges Geschäft“ ist. Das Versprechen „Wir können’s!“ jedoch konnte nicht gehalten werden. Die Geduld der Menschen ist bald am Ende. Kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht.
  7. Man ahnt, dass es „Lösungen nur auf supranationaler – auf europäischer – vielleicht gar nur auf globaler Ebene“ geben kann. Damit sind jedoch alle irgendwie überfordert. Im allgemeinen Rauschen und Getöse geht dies zudem unter. Denn – „die da oben sind“ benötigen ja neben dem ganzen anderen Krach auch häufig den Einsatz von „Rauchbomben und Nebelkerzen“, um von ihrer Planlosigkeit – und der eigenen „Überforderung“ damit abzulenken. Insofern – eine etwas bequemere Ausgangslage als für die vielen Gestrandeten unten.
  8. Also hat man in Spanien mit einem „eher konservativen Votum“ einmal mehr das vermeintlich kleinere Übel gewählt. Etwas, was noch ein kleines bisschen „Stabilität im allgemeinen Abbruch = Niedergang“ garantiert.
  9. Fazit 1: Der Wähler und die Politik wissen nicht mehr ein und aus.
    „Die Politik“ wäre jetzt im Zugzwang. In Anbetracht allgemeiner Planlosigkeit – den vielen „blinden Flecken“ in der spanischen – als Teil einer „europäischen Erzählung“ bleibt alles in Virilios „rasendem Stillstand“ eingefroren.
    „Zeitspiel“ ist auf Dauer nicht sehr unterhaltsam. Ein Schiedsrichter, der die das Spiel verzögernde Mannschaft da oben bestraft und bessere Taktiken für den weiteren Spielverlauf parat hat fehlt. Ausgebremst  - kurz nach dem Start.
  10. Fazit 2: Mit lokalen und regionalen Reformen und Initiativen sind die europäischen und globalen Themen so nicht anzugehen.
  11. Fazit 3: „Zentrale“ und „Peripherie“ in einer „globalisierten Welt“ ist das Eine. Stichworte hier: Brüssel – Berlin – Paris – Rom – hm - London.
    In Spanien heißt das aber auch: Madrid – Barcelona.
    Die Angst vor weiterer Zersplitterung – positiv: die Sehnsucht nach Harmonie findet kaum noch ihre Erfüllung. Das allgemeine Getöse – das allgemeine Chaos – auch „die eigenen vier Wände“ werden immer unsicherer. Gerade das weiß man in Spanien noch mehr als hier. Dennoch läuft alles wie gewohnt weiter. Auch in Spanien.
    2008? War da was?
    Und wenn.
    Es gibt ja eigentlich keine Gesellschaft, die das bemerken könnte.
    Alles ist gut.
    „Wohnen und Bleiben“ werden immer noch vorwiegend unter „Renditeaspekten“ und als „Altersvorsorge“ propagiert. Hier wie dort.
    Im Zuge der allgemeinen „Problemverschiebung“ können viele Menschen (sich) dies kaum noch leisten. Hier wie dort.
    Auch das gehen – wo anders hin.
    Wohin denn?
    Und – mit welcher Perspektive – welcher Hoffnung?
  12. Fazit 4: Nur eine „integrative – zwischen „Zentrale“ und „Region“ vermittelnde Politik“ kann diesem „Problemstau“ auf Dauer beikommen. Überall. Aussicht darauf: keine. Nirgends.
    Das hat auch der spanische Wähler so gesehen.

 

Ein globaler Schuldenschnitt und neue Kontroll- und Regulierungsinstanzen sind gerade für Deutschland und Europa, die da "zwischen den Fronten" der US – und der BRICS liegen und zerrieben zu werden drohen von existentieller Bedeutung. 

 

Dies ist aber nur eine Maßnahme – eine markante „Zielvorgabe“, um überhaupt Druck aus dem Kessel zu nehmen. Um überhaupt Handlungsoptionen aufzubauen. Um überhaupt wieder Vertrauen und Hoffnung zu säen – und zu ernten.
Nicht nur in Spanien.

 

(30/06/2016)

 

 

Erinnerung 4 – die Hoffnung stirbt zuletzt

 

Viele Menschen in Europa – insbesondere in Deutschland beobachten derzeit interessiert den Wahlkampf in den USA. Gerade Bernie Sanders’ „politische Revolution“ im Nominierungswahlkampf der Demokraten begeistert viele Menschen, deren „politische Heimat“ im „halblinks der Mitte“ – irgendwo im „ rot-(rot-)grünen Spektrum“ gelegen ist.

Die offenkundigen Wahlmanipulationen von Seiten des „Establishments“ bei den US-Demokraten zur Unterstützung von Hillary Clinton und zur Marginalisierung des 74 Jahre alten Senators aus Vermont empören viele Bürger – in den US noch mehr als hier, auf der anderen Seite des Atlantiks. Schienen vielen die offenkundigen Manipulationen – die tage-, ja Wochen langen Neu-Auszählungen in Florida mit seinem damaligen Gouverneur Jeb Bush im Herbst 2000, als George W. Bush so Präsident wurde und Al Gore „schlug“ noch als eine Art „Kavaliersdelikt“ – als „Ausnahme von der Regel“, so zeigt sich hier eher, dass das Ganze „System“ hat.  

 

Bei den Republikanern indes hat mit Donald Trump eigentlich auch jemand alle Hürden des Vorwahlkampfes genommen, der vom „Establishment“ – insbesondere vielen „Parteisoldaten der Grand Old Party (GOP)“ eher argwöhnisch und misstrauisch betrachtet wird. Zumal – sein Auftreten, seine Sprüche sind sehr „markant“ – teilweise sehr „rüde“ und „martialisch“ – alles andere als „politisch korrekt“. Für viele Menschen – hier wie dort erscheint er geradezu als „unberechenbarer Faschist“. Besonders in Deutschland haben viele Menschen eher Angst vor solchen lauten Tönen. „Rechtspopulismus“ ist ein Label, was viele Menschen – erneut besonders in Deutschland zutiefst verschreckt.

Und – Ronald Reagans Sohn etwa betont, dass Donald Trump immer „ein Linker“ war und demokratische Kandidaten unterstützt hat.

Gleichzeitig herrscht eine gewisse – nein - völlige Ratlosigkeit, wie man dem „(Rechts-)Populismus“ begegnen soll – auch hier.

 

Bernie Sanders wird auch vom "demokratischen Establishment" bekämpft, weil er gegen Wall Street – die Banken und auch gegen Hedgefonds  vorgehen – sie also „regulieren“ möchte.
Und – da gibt es durchaus Gemeinsamkeiten mit Trump.

Hillary Clinton wird auch von „Jacksonians“ und anderen eher „wertkonservativen“ US-Bürgern als „betrügerische“ - geradezu „kriminelle Vertreterin des Establishments“ bezeichnet. Und – mit ihr als Kandidatin der Demokraten könnte Trump als von vielen auch innerhalb der GOP geschmähter Republikaner gewinnen und US-Präsident – Nachfolger von Barack Obama werden. Trump wird da auch bezüglich seiner „harschen Rhetorik“ mit Theodore Roosevelt, „Reformer“ der GOP und US-Präsident von 1901-1909 verglichen.

 

Gerade Obamas Präsidentschaft hat gezeigt, wie langsam so ein großes, letztlich auf Grund gelaufenes (Staats-) Schiff umzusteuern ist. In jedem Falle wird ein (US-) Präsident kompetente Beraterstäbe benötigen. Gerade in der Außenpolitik.


Der Fokus wird aber bei beiden möglichen „Anti-Establishment-Präsidenten“ – Sanders wie Trump auf der US- Innenpolitik liegen. „Armutsbekämpfung, Arbeitslosigkeit, die Zerstörung – besser – der „Wiederaufbau der Mittelklasse“ – und – „Regulierung der massenhaften illegalen Einwanderung über die Südgrenze, von Mexiko aus“ also.

„Wertkonservative“ US-Bürger, die insofern eher auf Trump vertrauen betonen auch, dass die US-Wirtschaft sich nach der Bankenkrise, der „Subprime“ 2008 nicht erholt hat und das Establishment – „die Politik“ nur Banken und Konzernen, nicht aber dem „Joe next door“ daraus geholfen haben. Auch diese Menschen sprechen von „Neoliberalismus“ und „Neokonservativismus“ als „faschistoide, menschenfeindliche Systeme“.
Insofern – ähnlich wie hier.

 

Es wird also in jedem Falle ganz essentiell, dass Europa gegenüber einem neuen US-Präsidenten klar Stellung bezieht. Dafür muss die EU an sich demokratischer – und selbstbewusster (vertreten) werden. Ein technokratisch gleichgeschaltetes Europa, in dem viele EU-Abgeordnete noch weniger Ahnung von der komplexen, zerbrechlichen – aber natürlich auch wunderschönen, faszinierenden Vielfalt des „alten Kontinents“ zu haben scheinen als transatlantische Partner wird schon bald zugrunde gehen. Die Folgen eines solchen scheinbar unabwendbaren Niedergangs - da gibt es manche Beispiele in unserer jüngeren Geschichte – vom 30-jährigen Krieg 1618-48 bis zu den Schrecken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – 1914 bis dann 1945. Und – die Bilder von 1945 sind überall im kollektiven Gedächtnis in Europa noch sehr weit vorne hinter einigen nur notdürftig blockierten Synapsen präsent.
Wie solch ein Niedergang sich heute darstellen würde – man möchte es sich nicht weiter ausmalen.

 

„Wertkonservative“ US-Bürger – und – da gibt es durchaus nicht wenige  betonen insofern, dass Europa seinen eigenen Weg aus dem Sumpf der „verschleppten Krisen“ herausfinden muss.
So, wie es auch die US-Amerikaner machen sollten –
und werden.

 

Abstimmungen – unter Partnern auf Augenhöhe jedoch sind dafür unabdingbar. Denn – die Ignoranz - besser – die völlige Unkenntnis fremder Kulturen – der Menschen per se – der Völker und ihres komplexen „kollektiven Gedächtnisses“ von Seiten der Außenpolitik und – wie sich das im Alltag darstellt – das beklagen „wertkonservative“ US-Bürger genauso wie unsereiner hier.

 

Insofern kommen – ganz gleich, wer da neuer US-Präsident am 8. November diesen Jahres wird große Herausforderungen auf uns hier in Europa zu. Ganz gleich, wer dann im Weißen Haus sitzt – wir können und dürfen uns nicht vor oder hinter dieser Person verstecken.
So wie bisher.

Eine demokratisch aufgebaute Konföderation so verschiedenartiger Staaten und Kulturen benötigt eine klare Ethik – eine Plattform, die ein friedliches Zusammenleben dieser verschiedenen Völker ermöglicht. Einen Rahmen, der Entfaltungsmöglichkeiten für alle darin bietet. Und – der die jeweiligen Kulturen – die Menschen respektiert und in ihrer Freiheit – ihren Lebensentwürfen ermutigt – sie bestärkt.

 

Verdruss und damit verbundene – sinkende Wahlbeteiligung auch zuletzt in Spanien sind nicht nur Zeichen einer tiefen Vertrauens- und Legitimationskrise der Staaten in Europa – und der darin derzeit eher vielerorts die Rolle von „Gefangenen“ einnehmenden Regionen.

„One size doesn’t fit all at all“ – „Einheit in der Vielfalt“ ist die große Kunst. Und – da kann man – da können wir nur mit vielen beherzten Maßnahmenpaketen – einem Mix also aus vielfachen Initiativen und Programmen hinkommen.
Das müssen wir aber auch wollen.
So paradox das auch klingt.

 

Das „Epi-Zentrum der Subprime-Krise“ 2008 lag in den US. Auch Spanien war mit seiner platzenden Immobilienblase ein wichtiger Fokus dieses lautstarken Ereignisses in Europa. Das beginnende Zerbrechen der gewaltigen Immobilienblase in China im Frühsommer 2011 war dann aufgrund der geo- und finanzpolitischen globalen Verwerfungen geradezu ein „diskret“ – vielerorts geradezu unbemerkt verlaufendes Ereignis.

Ganz besonders in Europa schien man – oder - wollte man kaum Notiz davon zu nehmen.
Ist man von der so genannten „Globalisierung“ überfordert?
Oder – führt die lähmende Angst da vor einer Wiederholung der Schrecken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Art „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“?

 

Das nächste „Crash-Ereignis“ dieser Art könnte auch ein „schleichender Niedergang“ Europas sein.
Ein „institutionelles Versagen“, das einen ganzen Kontinent mit 508 Mio. Einwohnern „nachhaltig“ ins Verderben stürzen könnte – nein – stürzen wird.

Vielleicht, weil „Kopf, Herz, Hand und Fuß“ einer „europäischen Erzählung“ fehlen?

 

Auch Bernie Sanders müsste viel über Europa lernen. Donald Trump nicht minder. Bei Hillary Clintons „Lobby-Agenda“ gerade mit dem mächtigen militärisch-industriellen Komplex der US jedoch wird dies ungleich schwerer.

 

„Geschichte“ wiederholt sich nicht 1:1. Es gibt immer „Nuancen“, die letztlich auch die „Einzigartigkeit“ jeweiliger Ereignisse ausmacht. Und – Impulse – „Initialzündungen“, die dem „Strom der Ereignisse“ schnell und – plötzlich unerwartet eine „völlig neue Richtung“ geben.

Diese Impulse fehlen in Europa bisher völlig.

 

wir sollten aufbrechen.

 

 

(01/07/2016)

 

 

VERANTWORTUNG 1

 

Das „Prinzip Verantwortung“, das Hans Jonas 1979 als solches in seinem gleichnamigen ethischen Hauptwerk definierte, unterliegt im als „neue Befreiung“ etikettierten Raubzug gegen die Freiheit der meisten Menschen einer schwerwiegenden Deformation. Die Entlarvung des so genannten „Neoliberalismus“ also stellt dabei die Endphase dieses Zerstörungsprozesses dar.

 

Eine Deformation – ein Zerstörungsprozess, den auch Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“ letztlich mit dem Untergang des im Kaderkommunismus erstarrten Staatssozialismus 1989 – 91 erfahren hat.
Eine tiefgreifende, irreversible Beschädigung, die nun auch den übrig gebliebenen Antagonisten – das kapitalistische System ereilt hat. Mit „Reformen“ kann diesen tiefgreifenden Beschädigungen, die einen hohen Zerstörungsgrad an Mensch und Um- oder Mitwelt verursacht haben, nicht beigekommen werden. Da hilft nur ein beherzter Umbau – ein „Bauen im Bestand“, der also auch zum Teil – nach Betrachtung der Schäden des Bestandes – ein wEITER- und ein NEUBAU ist.

 

Dazu ist zudem zu ergänzen: Die „Systemgewinner“, die lange in einer bisweilen schwer zu ertragenden Arroganz sich auf Francis Fukuyama berufend als „am Ende der Geschichte“ angekommen wähnten – sie haben dabei übersehen, dass mancher Historiker das Ende des „real existierenden Staatssozialismus“ mit dem lapidaren Kommentar versah, dass „den Regierenden die Menschen davonliefen“.
Damals, 1989 – 1991 gab es die Alternative.

Der heute nicht minder erstarrte „Reale werte und Freiheiten vernichtende Kapitalismus“ hat als nunmehr welt umspannendes system Oligarchien geschaffen, die die viel beschworenen „99%“ der Menschen daran zugrunde gehen lassen – und die wichtigsten Themen des Lebensraumes – unserer Erde mit ihnen.

 

Die Annäherung der Großmächte – insbesondere der US einerseits und Chinas und Russlands auf Seiten der BRICS andererseits im Hinblick auf gesellschaftliche Ungleichheit – mithin die „Schere zwischen arm und reich“ verdeutlicht dies zudem.
In Anbetracht der Entwicklung von vormals „erster, zweiter und dritter welt“ zeigt sich zudem die Sprengkraft dieser Prozesse:
In dieser Hinsicht haben die US sich von einer ehedem durchaus „egalitäre Verhältnisse“ und „Chancengleichheit“ anstrebenden Gesellschaftsorganisation zurück entwickelt. Und – die US waren das „Epizentrum der so genannten Subprime-Krise 2008“.
Die beiden anderen Mächte – China und Russland haben sich über ein „Zwischenstadium“ zu „feudalstaatlichen Verhältnissen“ mit „vorrevolutionären Zuständen“ gleichfalls zurück entwickelt.
Und – China ist auch der Standort der zudem zu großen Teilen mit US-Staatsanleihen gepushten bei weitem gewaltigsten Immobilienblase aller Zeiten, die seit 2011 recht diskret zerbricht.

Der „alte, noch überwiegend im grünen Bereich liegende Kontinent Europa“, der zudem auch geostrategisch zwischen diesen zunehmend oligarchischen Machtblöcken liegt würde aufgrund seiner Geschichte im 20. Jahrhundert sicher eine solche Entwicklung nicht ohne größere (bürger-) Kriegsartige Verwerfungen überstehen.

 

Insofern ist es gerade für uns hier von existenzieller Bedeutung, die werkzeuge zum Aufbau einer „sozialen Demokratie“ – zum Ausgleich in und zwischen unseren vielfältigen Gesellschaften zu schaffen – zu schmieden und denn auch im Dialog mit Partnern auf beiden Seiten weiter zu entwickeln.

Im Zuge einer Transformation des „Prinzip Verantwortung“ in die heutige historische Situation kann man also durchaus auch von der Erfordernis der Übernahme einer Vermittlerposition zwischen den Machtblöcken sprechen. Eine Vorreiterposition ist dies insofern, als es dabei auch darum geht, Regeln und Normen im Sinne einer humanistischen Tradition eher zentral wieder zu bestimmen und gleichzeitig ihre dezentrale Umsetzung zu steuern. Dabei werden sicher auch Elemente des vormals gescheiterten „Prinzips Hoffnung“ neu – oder besser – wieder belebt und damit synthetisiert werden.

 

In einer ersten „Bestandsanalyse“ jedoch hier gilt es zunächst einmal, den Zustand des „Prinzips Verantwortung“ zum jetzigen Zeitpunkt des Niedergangs des „Alle Realen werte und Freiheiten vernichtenden Kapitalismus im Endstadium“ stichpunktartig zu betrachten.
Dies soll in Folge hier in einem zweiten und (ggf. einem) dritten Teil geschehen. 

 

(21/06/2016)

 

VERANTWORTUNG 2

 

„Respondere – lat. Antworten“ heißt zunächst einmal, dass überhaupt eine Antwort auf eine vorher gestellte Frage da ist.
In Zeiten der „Alternativlosigkeit“, wo viele „Sach- und Fachzwänge“ die Akteure – mithin „Entscheider“ einengen und klare Zielvorgaben primär betriebswirtschaftlichen Maximen im Sinne von kurzfristigen Profiterwartungen folgen müssen, bleiben dabei jedoch viele Antworten auf manche wichtigen Fragen auf der Strecke.

 

Bekanntlich hat jedes Ding mindestens zwei – ein Haus mindestens vier Seiten. Entsprechend hat jedes Ding auch mindestens vier Dimensionen.

 

Die einseitige Betrachtungsweise im Hinblick auf die schnelle Bedienbarkeit von Krediten (lat. Credere – Glauben) und Renditefähigkeit des Dinges zwingt die VERANTWORTLICHEN Manager = CEO’s in zunehmendem Ausmaß („Zeit ist Geld“) dazu, alle anderen Seiten – oder Dimensionen des Dinges zu vernachlässigen.

 

Ver-ANTWORT-ung und GLAUB-WÜRDIG-keit bewirken jedoch aufgrund der VIER+ DIMENSIONEN langwierige Planungs- und Ausführungsverfahren, da die Last auf vielen Schultern mit dem Wissen vieler Experten geteilt wird.

Dabei ist es häufig der Fall, dass Ver-ANTWORT-ung nach unten delegiert und (ab-) getreten wird. Je höher man in (neo-) feudalen Hierarchien aufsteigt, desto besser und leichter kann man sich auch von Ver-ANTWORT-ung befreien. So wie beim mittelalterlichen Ablasshandel vermag man sich ganz oben in einem solchen System von Sünden und Fehlern freizukaufen. Mittlere und untere Stände werden so immer öfter und häufiger zu „Bauernopfern“.

 

Heutige Gesellschaften jedoch leben überall in sehr komplexen Überlagerungen von Tradition, Ritus und Habitus – und deren Durchdringungen mit der „(Post-post-) Moderne“ – trotz – oder – vielleicht auch gerade wegen so genannter „globalisierter Märkte“.

 

Dies soll denn auch im Folgenden in einigen Beispielen erörtert werden. Dabei geht es auch um die Fragen, wer da wo „Täter“, wer da wo „Opfer“ ist und – wie wir da aus diesen Befangenheiten herauskommen.
Der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch und der Bau des Flughafens in Berlin weisen dabei – unter dem Aspekt eines „Prinzip Verantwortung“ in diesen Tagen betrachtet erstaunliche Parallelen auf.
Und – ein Umsteuern in diesen Dingen wäre eigentlich ein Leichtes, wenn man – wenn wIR endlich den willen dazu aufbringen könnten.

 

wer – wenn nicht wir?

 

(22/06/2016)

 

 

VERANTWORTUNG 3

 

Die Frage der "sozialen Gerechtigkeit" wird eine, wenn nicht die Kernfrage der Bundestagswahl 2017. Und - der Richtung, die dieses Land dann in der Folge einschlägt: Ein Land, in dem Probleme gelöst oder aber - in dem Probleme verdrängt werden - in die Zukunft - den Nachbarn vor die Tür geschmissen oder wie auch immer.

 

wie können dabei das „Prinzip Verantwortung“ und das „Prinzip Hoffnung“ wieder zum Tragen kommen?

 

wie können wir das wir weiter fassen?
Auch in einem „globalisierten Kontext“?

Einer „globalisierten welt“, die nicht von der Angst beherrscht und gelähmt wird, in Abgründe zu fallen, wenn man nur einen Schritt an manche Abbruchkante zu bisher unerforschten – oder aber – schlicht verdrängten, aus dem Blickfeld gefallenen Landen macht?

wie können wir also die Dinge fairer regeln – für alle?

Und dabei auch – alle gewinnen?

 

„Wer zahlt den Preis der Katastrophen in den Textilfabriken Südasiens?“

fragt die ZEIT mehr als drei Jahre nach den schweren Bränden bei Ali Enterprises in Pakistan, Tazreen in Bangladesch und dem Einsturz des Rana Plaza Komplex eben da.

Entschädigungsfonds für die vielen Opfer waren teilweise schon sehr mühsam aufzubauen bei und mit den westlichen Textilfirmen. Eine Selbstverpflichtung derselben, um Brandschutz – Sicherheitstechnik und Schutz der ArbeiterInnen vor Ort besser zu gewährleisten, wird nicht ohne gemeinsamen Druck von Seiten der Endverbraucher hier und der ArbeiterInnen dort und der Gewerkschaften – hier wie dort funktionieren.
 

Eine Vermittlung der Sicherheitsstandards und entsprechende Gewährleistung mit kontinuierlichen baurechtlichen Prüfungen ist alleine im Aufbau solcher verantwortlicher Strukturen aufwändig und erfordert beiderseitiges Interesse.

 

Unter den derzeitigen „Marktbedingungen“ scheren da gerade die westlichen Textilfirmen eher aus – oder „sitzen die (An-) Klagen einfach aus“. Schließlich hat man in den letzten mehr als drei Dekaden die Industrie aus verschiedenen Gründen ausgegliedert:

  1. weil auf der „südlichen Hemisphäre“ allgemein die Produktions- und Arbeitskosten niedriger,
  2. die Umweltauflagen gleichfalls geringer waren,
  3. damit auch die Gewinne größer wurden.

 

Klagen auch vor hiesigen Gerichten von Hinterbliebenen der Opfer gegen KiK und andere produzierende und Zertifizierungsunternehmen wie RINA in Italien und Konferenzen etwa des internationalen Netzwerkes „Kampagne für saubere Kleidung“ in Südasien weisen da schon in die richtige Richtung.
Letztlich bedarf es jedoch einer viel weiter gehenden internationalen und inter-kulturellen Kooperation und der entsprechenden Gesetze, die

  1. so auch den Textilfirmen in der Übergangsphase werbung mit „sauberer Kleidung“ ermöglichen (Anreiz und Belohnung),
  2. damit also mittel- und langfristig zu fairen globalen Produktions- und Arbeits- und Umweltschutzregeln geführt werden können, so dass
  3. alle Beteiligten dabei zu verantwortlichem Handeln gebracht werden und somit auch
  4. alle Beteiligten dabei gewinnen. 

 

Dass Globalisierung so vom „Kampf der Kulturen“ zur Kooperation  derselben geführt werden soll und kann – das ist keine Illusion.

Es liegt auch in unserem substantiellen Interesse beim „Aufbau einer neuen sozialen Demokratie“ – einer „Neu-Formation der sozialen Marktwirtschaft“. 

 

(23/06/2016)

 

 

VERANTWORTUNG 4 - Synthesis zum "Brexit"

 

Im derzeitigen „Endstadium des kapitalistischen als rückläufiges – (neo-) feudales System“ gibt es verschiedene, immer wieder auftauchende „Schlagworte“, die zumeist im Orwell’schen Neusprech der „politischen Korrektheit“ als „Füllwörter“ (Blabla) gebraucht werden:

  • „Neoliberalismus“ ist also im humanistischen – im ethischen Sinne zu „einer sich selbst verneinenden Antithese zu Freiheit und Menschenwürde“ geworden.
  • „Globalisierung“ ist dabei zum „Instrument stetigen Ausspielens des Einen gegen die andere(n)“ geworden.  
  • Dies funktioniert zumal, wenn „Probleme an dem einen Ort durch Auslagern von Mensch und Arbeit an weit entfernte andere Orte verschoben“ werden.
  • Ähnlich wird stetig mit monetären „Krisen“ – also – dem „Kernbereich des kapitalistischen als rückläufiges – (neo-) feudales System“ – in und mit der „Finanzindustrie“ verfahren: das spätestens seit 2001 immer wieder drohende Menetekel der „Deflation“ – und damit des Abgleitens in Rezession und Inflation wird durch immer neue Kriege an fernen Orten verschoben und verdrängt – ausgelagert.
  • Die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit vieler Menschen, die weltweit in diesen Zusammenhängen gefangen sind kommt dieser kontinuierlichen „Verdrängungs- und Auslagerungsmaschinerie“ entgegen.

 

wie können also in dieser Situation Neu-Interpretationen des „Prinzip Verantwortung“ und des „Prinzip Hoffnung“ wieder zum Tragen kommen?

Oder – anders herum gefragt:
wie können wir die viele Menschen lähmende Angst überwinden, die da jeden „Fortschritt vom Rückschritt in (neo-) feudale Zustände“ behindert?

 

„Solidarität“ – international und inter-kulturell kann sich nur aus „Gemeinsamer Hoffnung und Verantwortung“ – und den Perspektiven dahin nähren.

 

Derzeit indes überwiegen zumeist Zynismus und Hoffnungs-, und damit auch Perspektivlosigkeit bei den meisten Menschen.
Zu lange halten diese Zu- und Umstände schon an.
Zu lange sind wir schon gefangen in einem System, das auf große Versprechen setzt, die sich bald zumeist als Lug und Betrug – als leere Versprechungen darstellen.
Da dies „zeitlich versetzt“ geschieht und „Individualität“ zwangsläufig mehr beigemessen wird als „Gemeinsinn“ bleibt ein „Oligopol, das Macht zunehmend konzentriert, das aber durch seine dezentral gesteuerte  Verteilung dieser alternativlos gebündelten Macht“ kaum angreif- und für die meisten auch sehr schwer begreifbar ist.

Verantwortungslosigkeit“ ist dabei, was wir überall sehen.

 

Das „Endlosprojekt Hauptstadtflughafen“, wie die ZEIT vor kurzem noch titelte ist dabei nur die Spitze eines immer stärker abtauenden Eisberges. „Der Untersuchungsbericht zum BER liegt vor, demnach tragen alle Schuld und zugleich niemand. Eine Dokumentation des Versagens in Karten“ steht unter dem Titel – und damit ist schon alles gesagt.

Im UK haben die Angehörigen der 96 Opfer der Massenpanik beim Pokal-Halbfinalspiel zwischen Nottingham Forest und dem FC Liverpool im April 1989 bis zum Frühjahr 2016 – also sage und schreibe 27 Jahre darauf gewartet, dass die Behörden als Ursache für die Katastrophe nicht „Fehlverhalten der Zuschauer“, sondern Fehler der Polizei beim Einlass ins Hillsborough Stadion in Sheffield als Auslöser deklarierten.

 

Ähnliche „Verschleppung von Aufklärung und Gerechtigkeit und Deckung der Verantwortlichen von Seiten der staatlichen Behörden“ gegenüber Angehörigen von Opfern – letztlich gegenüber der gesamten Bürgerschaft zeichnen sich in Duisburg im Falle der Love-Parade-Katastrophe 2010 oder –
im Falle des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs 2009 ab.

 

Verantwortliche für soziale und Kulturelle – für Menschliche Katastrophen „fallen immer wieder auf die Füße“.

„Otto und Elke Normal“ indes erleben ständig, wie in prekarisierten Arbeits- und Vertragsverhältnissen er oder sie selbst für die kleinsten Versäumnisse – oder Fehler – oder einfach Missverständnisse gekündigt wird. Irgendwann haben „die Märkte“ einen dann als „unbrauchbar“ – oder – „zu erfahren“ oder gar – „überqualifiziert“ und „nicht vermittelbar“ selektiert und „man wird ins Bodenlose gefällt“.

 

wo so etwas System hat, wird die Aussage „Gute Arbeit leisten heißt neugierig sein, forschen und aus Unklarheiten lernen“
 - wie ein US-Soziologe – Richard Sennett gutes „Handwerk“ beschreibt täglich neu Lügen gestraft.

 

Verdrossenheit, Ernüchterung, Zynismus und Fatalismus sind die überwiegenden Antworten.
Zumal – die meisten handeln das inzwischen mit sich selbst aus.

Ein wIR scheint es nicht mehr zu geben.

Und – damit scheint Maggie Thatchers Aussage, dass es gar keine Gesellschaft gibt zum eigentlichen
„Gewinner der Geschichte“ zu werden.

 

Am „Schwarzen Freitag für Brüssel“ – dem Tag des „Brexit“ sollte man den ganzen Quatsch des „Primat des Ökonomischen“, des „Ökonomischen Totalitarismus“ – den Rauch aus dessen Trümmern vielleicht einmal abziehen lassen.
Ein Europa der „Finanzindustrie“ – ein „technokratisches Monster“ in dem gute und ehrliche Arbeit nichts oder - kaum mehr zählt hat keine Zukunft.
Es hat die Lehren aus der Vergangenheit versäumt.

Ein Europa der Menschen hat eine Zukunft.

Insofern – man könnte das Ganze auch als Chance be- und ergreifen.
Dazu gehört jedoch ein „Politischer wille“.
Der kommt in Zeiten, in denen die Untat kommt wie der Regen fällt nie von oben.
In Zeiten, in denen „Demokratie und Freiheit“ nur noch „Füllwörter“ (Blabla) sind.

 

Die 96 Opfer der Hillsborough Katastrophe von 1989 waren durchweg Fans des FC Liverpool. „You’ll never walk alone“ („Ihr werdet niemals alleine gehen“) steht seitdem auch im Vereinswappen des Clubs von der Anfield Road.

 

wIR werden sehen.
Besser – wIR sollten (uns auf-) machen.

 

 

wohin?
Das werden wir sehen.

 

(24/06/2016)

 

 

HEIMAT 1

 

Auf einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel „Europe Calling: Demokratisches Europa – von Rechts ausgebremst?“ erklärte der Jüngste der Diskutanten, Vincent-Immanuel Herr in seiner Einführung, dass seine Generation „die erste wirklich europäische Generation“ sei. Mehrsprachigkeit, politisch-kulturelle Bildung etc. führte der Mittzwanziger u.a. als Gründe für diese Behauptung ins Feld.

 

Wirklich?

Oder – ist dieses – mit Verlaub überspitzt gesagt – „absolutistische Beharren auf der Exklusivität der eigenen Generation“ eher auch Teil des Problems einer immer mehr „individualisierten“ – bisweilen gar zersplitterten Gesellschaft? Einer Gesellschaft, die damit leider eben auch zunehmend unsolidarisch ist und - in der immer mehr Menschen sich „heimatlos“ fühlen?

 

Natürlich ist das Statement von Vincent-Immanuel Herr nicht zu vergleichen mit der Art, wie etwa vor kurzem „Babyboomer“ Stefan Willeke (geboren in den 1960ern – 1964 der Höhepunkt - „OOOOOOOOCH!“ sein Artikel) und „Generation Y- Vertreter“ Alard von Kittlitz (geboren 1980-1995 – „Ihr macht uns arm!“ sein Artikel

diesen Konflikt in der „Zeit“ austrugen. Ich fand das einfach nur peinlich. 
Und – natürlich gibt es „klassische Generationenkonflikte“ – gerade zwischen Vätern und Söhnen überall. Ich habe manches davon auch in eher „archaisch“ strukturierten – auch muslimisch patriarchalisch geprägten Gesellschaften gefunden.

 

Aber – bezogen hier gerade auf Deutschland und Mitteleuropa – besonders die „Annäherung“ des Sohnes Peter Brandt an seinen – und den „SPD-Übervater“ Willy Brandt in seinem Buch „Mit anderen Augen“ von 2013 hat mir persönlich gezeigt, dass viele Konflikte zwischen „Alt-68ern“ und ihren Vätern auch auf gravierenden Missverständnissen beruhten. Oder – dass die häufig dort anzutreffende profunde Ablehnung der Vätergeneration sicher genauso falsch ist wie andere „Scheren im Kopf“, die reifende Auseinandersetzungen mit den eigenen Wurzeln vermieden und Kernkonflikte stattdessen verlagerten.
(Natürlich bleibt das jedem selbst überlassen und – natürlich gibt es „verdammte Stinkstiefel“, mit denen eine „Aussöhnung“ nie möglich ist. Aber – es gab und gibt eben auch so etwas wie „Nachgetragene Liebe“ von Peter Härtling.)

 

Der Besatz des Begriffes HEIMAT gerade auch in diesem Zusammenhang ist da maßgeblich.
Und – die Vereinnahmung solcher Begrifflichkeiten von „rechts“ ist eigentlich fatal.

 

Eine Dame aus Marokko, die seit 27 Jahren in Deutschland lebt und deren Kinder hier geboren sind und hier studieren sagte mir gestern, „HEIMAT“ sei für sie ein Ort innerer Ruhe – also des Friedens mit sich und anderen. Diese Art der „inneren Immigration“ hilft insofern auch bei der Überwindung mancher „äußeren Immigration“ – des Seins in einer vermeintlichen Fremde.

 

Gibt es eine „deutsche innere Immigration“ vieler „Nachgeborener“ nach der Katastrophe der versprochenen 1000 Jahre, die (Gott und vielen anderen sei’s gedankt) nach knapp 13 Jahren zu Ende war?
Und – bei vielen früheren DDR- Bürgern – also – der „ersten Berliner Republik nach dem dritten Reich“?
Und – wie verhält sich das nun auf dem Weg vielleicht auch in die „zweite Berliner Republik nach dem dritten Reich“?

Gilt es nicht gerade da, den Begriff HEIMAT gegen rechte Vereinnahmung zu verteidigen – besser – ihn multinational – zumindest europäisch zu behaupten?

 

„Homeland“ im Angloamerikanischen, patria im lateinischen  - also ähnlich in französisch, italienisch, spanisch und portugiesisch – in Deutschland, das vielleicht 1913 seine ureigene „Romantlk“ an die „Moderne“ verlor hat HEIMAT für viele Menschen tiefere Bedeutung.
(Eine spannende Bobachtung von Florian Illies in seinem Buch „1913“).

Schließlich gehen alle – Polen, Italiener u.v.a. zum Pilze sammeln in den Wald –
der Deutsche (an und für sich) labt sich an den Bäumen, der Luft.

(Es lebe das Cliché!)


Leider kann ich kein Russisch, auch mein Chinesisch ist höchst dürftig – auf eine ähnliche Tiefe hat mich einer meiner besten und klügsten Freunde von dort im in Afghanistan gesprochenen altpersisch = Dari aufmerksam gemacht: WATAN verkörpert für Afghanen eine ähnliche SEHNSUCHT nach Ganzheit – nach Sicherheit und Wärme – nach Geborgenheit wie HEIMAT für unsereinen.
Eine der vielen Gemeinsamkeiten zwischen den Völkern dort am Hindukusch – auf der „zentralasiatischen Brücke“ – und uns hier in Mitteleuropa. Eine Sehnsucht nach FRIEDEN, die auch immer wieder eine erhöhte Kriegsbereitschaft hervorzurufen vermag.
Und – eine damit einhergehende große Angst.
Angst auch gerade „von links“ da vor der eigenen Courage, dem Ausbremsen „von rechts“ pragmatische Konzepte für eine wirkliche gemeinsame Zukunft – nicht nur hier in Mitteleuropa entgegenzusetzen.

 

„Das Glas ist halb voll“, lieber Andreas Rimkus – kannst Du auch Sigmar G. bestellen - Hellmut LotzHeinz PeglauRobert Zion, Jo Geschke, Philipp Tacer, Herbert PricklerMichael Groschek, Carolina Tobo, Michael Rosecker, Vincent-Immanuel Herr.
(die hier Angesprochenen sind nur eine erste Auswahl - bitte gerne teilen -  der zweite Teil zur HEIMAT folgt morgen – „wir schaffen das!“ – nicht wahr? - Schönen Tag noch)

 

(18/06/2016)

 

HEIMAT 2

 

HEIMAT bezeichnet also ganz wesentlich „Landkarten der Erinnerung“.
Diese zeigen also auch gemachte Erfahrungen, die im individuellen – und im kollektiven Gedächtnis die entsprechenden Orte besetzen. Und – die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Die somit denn auch WERTE vermitteln.

 

Wie verhält es sich jedoch dort mit den Brüchen - den Schnittstellen – und – den zerrissenen Banden – zwischen den Generationen – „Fremden“ und „Einheimischen“ – „Neu-Ankömmlingen“ und „Alt-Eingesessenen“?

 

„Wir schaffen das!“

Die Kanzlerin und viele andere „ehren das Ehrenamt“.
Viele „Ehrenamtler“ jedoch beziehen selbst „staatliche Hilfen“.
Die Behörden? Die sollen dabei gewährleisten, dass alles „nach Recht und Gesetz“ funktioniert. Nach welchem jedoch? Verwaltungsrecht insgesamt, EU-Recht (?) für den einen Bereich – Baurecht auf’m Bau – Zivilrecht irgendwo da, Sozialrecht woanders – britisches und anderes Recht im Finanzsektor – insbesondere bei „Hedgefonds“, Völkerrecht, Asylrecht etc.?
Und – was bedeutet das im so genannten „Neoliberalismus“ – dieser großen Mogelpackung?  Einem „Oximoron“ – also – eigentlich einer „doppelten Verneinung“, wo im Namen der Freiheit für einige Wenige immer mehr Menschen jegliche Freiheit genommen wird – und das – bei helllichtem Tage – sozusagen – per „Naturrecht“?

Und – was bewirkt das bei vielen Menschen, die da das Theater sehen – es kaum verstehen, wohl aber spüren, dass sie gegen eine solche Maschinerie chancenlos sind, zumal sie häufig ihr „Unbehagen“ kaum artikulieren können? Und – „Rechtsschutz“ im „Rechtsdschungel“ ist im „Neo-Feudalismus“ meist zu langsam – man muss sich die ZEIT dafür leisten – besser - kaufen können.

 

Ja – es bewirkt genau das – HEIMATLOSIGKEIT, denn – man steht den Geschehnissen ohnmächtig gegenüber. Und – die Untat kommt schon lange nach allgemeinem GEWOHNHEITSRECHT wie der Monsun-Regen in diesen Tagen fällt.
Die „Landkarten der Erinnerung“ werden dabei zerschnitten. Das Ergebnis ist zunehmende Unsicherheit bis hin zur völligen Schutzlosigkeit und – der Verlust ethischer und moralischer Orientierung.

Dieses zunehmende, immer mehr aufsaugende WERTEVAKUUM –
was haben grün und rot diesem entgegenzusetzen?

Fahnenschwenkverbote für Fußballfans sind billig und dumm.

Meine damals 5-jährige Tochter bestand beim „Sommermärchen 2006“ auch auf Schwarz-rot-gold bei uns. Manchmal kann man von den Nachgeborenen kluge Unbefangenheit lernen.

 

Und - die „rechten Leitkulturschwurbler“ – Sloterdijk und co., aber auch Sarrazin, der da immer wieder seine Bühne erhält und von den Medien hofiert wird und andere – sie werden auch das mit ihren verschwurbelten Textbausteinen „gaulandisieren“ und so den „Rechtsruck“ im Sinne der „Konservativen“ (?) verbrämen.  
Welche vor allem zukunftsweisenden Widerstände jedoch sind da „von links“ zu erwarten?

 

Der gute Herr Habermas ist schon etwas älter – Günther Grass – und – da kommen wir auf den „Generationenkonflikt“ zurück – die (Selbst-) Gewissheit vieler (junger) Leute, dass sie niemals den rechten Arm zum Gruße eines „Führers“, der nichts anderes als ein provinzieller Weltverklärer war gehoben hätten – diese (Selbst-) Gewissheit hat mich immer erschauern lassen. Und – Grass als moralische intellektuelle Institution war eines der prominentesten Opfer dieser gigantischen vordergründigen Verdrängungsmaschinerie.
Wie man über ihn urteilte nach spätem Bekenntnis seiner „Jugendsünde“ und so sein ganzes Lebenswerk, das man durchaus als jahrzehntelange Reue für dieses „Vergehen“ gutheißen konnte in den Schmutz zog – das war symptomatisch für die sprichwörtliche „Dummheit der Linken“ insbesondere in Deutschland. Der „Linken“, die sich immer wieder selbst zersplittert und somit der „Rechten“ ihren Raum – und ihre Zeit für die üblichen, heute immer weiter abdriftenden „Antworten“ gibt.

 

HEIMATLOSIGKEIT ist also auch ein Zustand moralischer Verunsicherung, der bis hin zur kriminellen Verwirrung von Amokläufern oder anderen Terroristen gehen kann.
Das Etikett „Einzeltäter“ ist dabei schlecht und billig.

 

Den derzeit sich weiter öffnenden fruchtbaren Schoß des Faschismus kann man nur durch VERTRAUENSBILDENDE GEGENKONZEPTE dazu bringen, etwas FRIEDLICHES und vor allem KONSTRUKTIVES zu gebären.
Aber nicht durch Eiertänzerei und Reden um den heißen Brei, der da unter dem verrottenden Teppich verschimmelt.

 

Ein Blick hinüber in die US zeigt derzeit ganz deutlich, an welchen Abgründen auch der GLAUB- und VERTRAUENSWÜRDIGKEIT eine Gesellschaft da zu stehen – für viele inzwischen auch nur noch - zu kriechen vermag.
Dazu muss man noch einmal das Thema von SCHULD und SÜHNE im kollektiven Gedächtnis einer Nation –
eines Landes betrachten.

 

Vancouver war im Herbst 2003 mein erstes Reiseziel in Nordamerika.
Der 40. Geburtstag eines alten Freundes, der von Köln ausgewandert war.
Eines heißen Nachmittags war ich alleine, ohne Familie in Downtown Vancouver (zu Fuß) unterwegs. Irgendwo in den Hochhausschluchten der wunderschönen kleinen Metropole sah ich ein junges Mädchen – ein Freak, die völlig verloren und verzweifelt erschien. Ich ging zu ihr hin, startete einen Smalltalk – sie fragte, woher ich käme – auf meine Gegenfrage brach sie in Tränen aus und sagte, sie sei aus Atlanta, Georgia, US.
Die US-Invasion im Irak war ein halbes Jahr her. Die Scham des Mädchens über dieses Verbrechen – ich hatte mich oft gegenüber US-Bekanntschaften für Nazi-Deutschland rechtfertigen müssen – das Mädchen schien genau so etwas zu verspüren.
13 Jahre später ist kein Ende dieser Kriege abzusehen.
Immer und immer wieder gießt gerade der Westen dabei Benzin ins Feuer.
Und – die Einschläge rücken näher – zu uns hier im „Alten Europa“.

 

Als Kampfsportler und ehemaliger „Aufbauhelfer (?)“ in einer britisch-amerikanischen „NGO“ in Afghanistan bin ich wahrlich kein Pazifist. Sondern eher Verfechter einer „wehrhaften und zielorientierten Diplomatie“.
In Anbetracht der Bundestagswahl 2017 kann man da nur noch an den „gesunden Menschenverstand“ gerade von denjenigen, die von sich behaupten, ihr Herz würde links schlagen hier appellieren.

 

HEIMAT ist oft auch die Erwiderung eines Lächelns im richtigen Moment.
HEIMAT ist ein Ankommen – ein Bleiben dieses Lächelns – dieses Momentes innigster Verbundenheit.

 

Deutschland hat als Erbe Nazi-Deutschlands einige Trauerarbeit und Vergangenheitsaufarbeitung geleistet.
Das kann und darf nicht aufhören. Es darf jedoch nicht unsere Souveränität im vorauseilenden Gehorsam des „ewigen Sünders“ einschränken.
Viele andere Nationen haben auch ihre Leichen im Keller. Der von den US angeführte „Krieg gegen den Terror“ hat inzwischen beachtliche Flächenbrände ausgelöst. Der „amerikanische Traum“ ist für sehr viele gerade auch US-Bürger zu einem endlosen Alptraum geworden.
Das hat vielerlei Gründe, die ich andernorts (z.T.) aufgeführt habe.

 

Der zur „systemrelevanten Konstante gewordene „FREIHEITSRAUB“, fälschlicherweise – eigentlich aber logischerweise „Neoliberalismus“ genannt, weil dieses „System“ nur auf Täuschen und Lug und Betrug basiert – er raubt den Menschen überall Hoffnung – Freiheit – Vertrauen – jegliche Sicherheit – jeglichen Schutz – jegliche HEIMAT.

 

Und – die in diesem Sinne gleichfalls zersplitterte „Linke“ in Deutschland lässt sich da von einer gereiften Provinzpolitikerin und einem verbitterten, von schwarzen Nullen träumenden betriebsblinden Kassenwart vorführen! Man duckt sich da weg und wundert sich dann über „Verdrossenheit“ und „Vertrauensverlust“ beim Wähler?
 

Eine „Willkommenskultur“ kann nur dann bestehen, wenn man den „Daheim Gebliebenen“ UND den „Neu-Ankömmlingen“ Sicherheit – eine Zukunft – HEIMAT vermitteln kann – und vor allem – will!

 

Der junge Chirurg aus Damaskus, der nach acht Monaten hier zurück nach Aleppo gehen und dort arbeiten will – ich kann ihn genauso verstehen wie den früheren Kollegen aus Kabul, der hier hin mit Familie geflohen ist.

Eine „Willkommenskultur“ wird auf diese Art kein gutes Erwachen für Niemanden bewirken!

 

Damit das Glas wirklich halb voll sein kann – für mehr Menschen – für alle – dafür müssen wir die Themen nicht nur so an- und aussprechen hier in Mitteleuropa, wie Bernie Sanders das in den US tut – dafür müssen wir auch die programmatischen Eckpfeiler für einen Wechsel – einen Um- und Neubau – ein Verlassen der Einbahnstraße in einen scheinbar endlosen Tunnel hinein überzeugend darlegen können.

Und den WILLEN, diesen WEG auch zu gehen.  

 

Lieber Andreas Rimkus – kannst Du auch Sigmar G. bestellen – Andreas Heil, Hellmut LotzHeinz PeglauRobert Zion, Jo Geschke, Philipp Tacer, Herbert PricklerMichael Groschek, Carolina Tobo, Michael Rosecker, Vincent-Immanuel Herr, Peter Beck, Angelika Wren Moss, Christiane Amini, Frank Lee, Wolfgang Ruck, Fred Glaeser, Jörg Pohl, Alpay Yalcin, Anthony Rieck, Eddie Lange, Alexander Jobst, Philipp Heinz, Helmut Krause, Kerstin Griese, Gregor Czisch, Gabriele Baumann, Manfred Hulverscheidt, Marco Vogt, Bastiaan Zapf, Jona Bastian uvm.    
(die hier Angesprochenen sind nur eine erste Auswahl - bitte gerne teilen – ich bin noch nie für auch nur eine Zeile dieser Art in D bezahlt – zumeist eher angefeindet – oder eiskalt ignoriert worden. Es gibt verdammt viele Schreiberlinge und Analysten – Denker hier, die weitaus klüger und tiefgründiger sind als solche „Leitkulturschwurbler“ wie die oben genannten, die da in der allgemeinen, viele immer mehr krank machenden Verdummung immer wieder medial hofiert werden!
Im Namen der FREIHEIT und dem, was da an WÜRDE des Menschen noch da ist - Schönen Sonntag noch!

 

(19/06/2016)

 

 

Einfach – aufgrund seiner betörend schlichten - rührenden Schönheit soll hier ein Kommentar von Gabriele Baumann aus Berlin notiert werden:

„Ich meine für Jeden - mit Ausnahmen - ist Heimat der Ort seines Lebens, in dem er gelebt, geliebt, gelernt, gearbeitet, gefeiert, geträumt, gelitten, getrauert - das gesamte Spektrum seines alltäglichen Lebens in seinem ihm eigenen sozialen Umfeld verschiedenster Art verbracht hat - das gelebte Vergangene mit den noch Lebenden und den schon Toten, die für ihn und in ihm bleiben und das ihm gegenwärtig bleibt und identitär. Das "Ich" im "Ganzen" , was ihm dieser, ich nenn es "Schatz" der Heimat ermöglicht hat. Und das liebt man.“

 

 

Altersarmut

 

Mit der Altersarmut verhält es sich wie mit vielen Themen in diesen Tagen: sie wird in die Zukunft gelegt, wo sie ein Massenphänomen sein wird. Die derzeitig vorhandene, nicht unerhebliche Altersarmut wird so verdrängt ("Naturgesetz" - einmal mehr?) und die Grundlagen für das Ganze als Massenphänomen, die jetzt gelegt werden - mit denen verhält es sich auch nicht anders.

 

Die Selektion auf von allen Regeln – aller Moral – allen Gesetzen – aller durchaus universellen Ethik „befreiten Märkte“ ist hart – aber unfair und unbarmherzig. Die Decke, die man auf die inzwischen reichlich abgenutzte Tischplatte gelegt hat – sie ist zu kurz und – völlig durchlöchert.

 

Bei der immer stärker bedrohten "gesellschaftliche Mitte" gibt es auch eine Art "Rumpelstilzchen-Phänomen: keiner ist wirklich bedroht - alles ist gut - jeder ist "auf freien Märkten" ja immer für sich selbst verantwortlich (?).

 

"Aus Mietern werden arme Rentner" titelt die Zeit. Die vielen Statistiken zu Kaufkraft und -verhalten etc. übersehen manche "natürlichen (freien) Marktbedingungen": Einerseits gibt es keine Marktregulationen, so dass auch ein Konkurrenzdruck der (nationalen) Altersversorgungssysteme untereinander entsteht. So können sich etwa auch US-Pensionfonds in "sichere Anlagehäfen" - "gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen" wie Gagfah und Annington / Vonovia einkaufen und mit "Modernisierungs-programmen" deutsche Altersgenossen in besagte Altersarmut treiben. Und - bei ca. 40 % eher "kleinteiliger Vermietung" , dabei viele Immobilien im "Sanierungsstau" bleibt es nicht aus, dass da genügend "sichere Anleger" Häuser und Wohnungen kaufen und bald als "neue Haifische" im Becken agieren. Gerissenheit und Bauernschläue – darum geht’s ja in erster Linie. Die Gesellschaft teilt sich ohnehin immer mehr in Menschen, die (noch) Kredite bekommen und andere, die eben keine mehr bekommen. Deren „Guthaben“ auch dahin sind.
Perspektiv- und alternativlos.

 

Insofern kommt die Untat, wie der Regen (nicht nur im Blade Runner) fällt und keiner ruft „Halt!“.
„There is no such thing as society!“ – tief verinnerlichte „Gewohnheit“?
Eine neue „Subprime“ wie 2008?
Das Platzen der Giga-Immobilienblase in China 2011 verlief schon „sehr diskret“. Der „Crash“ wird fein dosiert zum Alltag.
Unfairteilung – mehr Risikokapital wird benötigt für potentielle Haifische, die also noch Kredite bekommen. Da muss mancher Thunfisch schon mal dran glauben. Ist halt so. Natur.

 

„Vermehrte (Risiko-) Kapital-Akkumulation“ – insofern, Bastiaan Zapf – trifft’s der Marx’sche DiaMat und HistoMat, aber – eben auch – „Menschlich Allzu Menschlich“  - vielleicht sind Nietzsche und Schopenhauer da näher dran, Wolfgang Ruck?
Hobbes „Leviathan“ trifft’s da einmal mehr. Vor dem Hintergrund des Britischen Bürgerkrieges am Ende unseres 30-jährigen Krieges musste da der Mensch dem Menschen ein Wolf sein.
Immerhin – durch den Mord an Jo Cox wird die in den Medien beschworene „Angst der Finanzmärkte“ vor dem „Brexit“ vermindert. Letztlich ist ihr Tod so etwas wie ein „Märtyrertod“ und mehr vorher unschlüssige Labour-Anhänger werden nun gegen den „Brexit“ stimmen.

In Frankreich indes haben wenigstens die dortigen Grünen sich solidarisch mit den vielen Hunderttausenden auf den Straßen gezeigt und ihr Programm radikal kämpferisch umgestaltet.
Rote und grüne Themen gehen nur zusammen, will man da wirklich „nachhaltig“ den Herausforderungen – „Digitalisierung“, Umfairteilung, Klimaveränderungen – Jobprogramme, Migration und Integration - Bildung etc. begegnen.
Oder – was meint Ihr, Andreas Heil, Hellmut Lotz, Heinz Peglau, Robert Zion, Andreas Rimkus, Jo Geschke, Philipp Tacer, Herbert Prickler, Michael Groschek?

(die hier Angesprochenen sind nur eine erste Auswahl - bitte gerne teilen - Schönen Tag noch)

(17/06/2016)

 

"Brexit"

 

Kurz vor einem möglichen „Brexit“ horcht man in D auf über die NATO-Truppenbewegungen in Osteuropa und vor Russland.
Die „Einschläge“ scheinen näher zu rücken.
Spätestens seit 2010 jedoch verzeichnen wir bereits die größten Flottenbewegungen der US seit dem 2. Weltkrieg im pazifischen Raum. Chinas seit 2011 platzende Immobilienblase basiert auch zu einem großen Ausmaß auf dem massenhaften Aufkauf von US-Staatsanleihen. Vielleicht kann man gar sagen, dass in den 2000er Jahren die US der größte Schuldner – China der größte Gläubiger weltweit war.
Erdöl und Erdgasvorkommen, Pipelines im Nahen und Mittleren Osten – klar – da gibt es manche Interessenskonflikte.
Aber – erklärt das alleine die „stetige Panik der FELDHERREN“?

 

Die stetige Deflationskrise seit 2001 erreicht mit einem möglichen „Brexit“ einen neuen Höhe-, besser – Verdrängungspunkt:

In typisch neofeudaler säbelrasselnder Unbeholfenheit sprach David Cameron ja auch vor kurzem vom „3. Weltkrieg“, der im Falle des „Brexit“ drohe. Wen will er damit einschüchtern?

  • das UK ist das „Mutterland“ des „Neokonservativismus“.
  • In einer sehr traditionell klassenbetonten Gesellschaft wurde früh alles zu „privatem Geld“ gemacht, was vorher häufig eher „öffentlich“ – und damit nicht minder „korruptionsanfällig“ war.
  • Die „White Collar Fraktion“ hat schon lange alles, was die „working class“ ausmachte marginalisiert. Entsprechend „pissed“ sind weite Teile der „working class heroes“ im UK – gerade auch zum Thema „Einwanderung billiger Arbeitskräfte etc.“ schon länger.
  • Man sagt, dass ca. 15 % des weltweiten Immobilienkapitals in London „angesiedelt“ liegt.
  • Ergo könnte ein „Brexit“ massive Preissprünge im „letzten Anlegerhafen“ Immobilien zur Folge haben, also – harte Landungen – bis hin zum Zerbrechen der weltweiten Immobilienblasen.


Auch von diesem „SYSTEM-GAU“ – (GAU = Größter Anzunehmender Unfall) kann man nur mit Säbelrasseln im neuen globalen Feudalstaat ablenken. Es ist jedoch alles Pulver verschossen. CRASH – geschweige denn Krieg ist nie „alternativlos“ – auch, wenn man das uns einmal mehr so darstellen will.
Die Bedrohungskulissen, die dabei aufgebaut werden – Russland, China – die BRICS etc. – sie resultieren primär aus der Einbahnstraße, auf der wir seit 2001 gefahren werden. 

(16/06/2016)

 

Mindestsicherung

 

Wie wäre es, man würde nicht existenziell wichtige Gesetzesvorhaben einbringen und dann 10 + Jahre warten, um zu sehen, dass das Ganze mehr schlecht als recht war (Agenda 2010 nur so als Beispiel) – sondern man würde das Thema „GESETZESENTWURF“ wirklich als solchen behandeln und

  1. Ein Bewerbungs- oder Losverfahren starten für vergleichbare Regionen für einjährige Testphasen verschiedener Formen der „Mindestsicherung“ als „Reallaborversuche“, die dann
  2. entsprechend parallel begleitet und
  3. dann ausgewertet und genauestens evaluiert werden von
  4. Immer mindestens zwei unabhängigen Gutachterteams, um dann
  5. endlich eine optimierte Version als wirkliche Gesetzesvorlage bundesweit einführen zu können?

Das wäre doch – Demokratie zum Anfassen – könnte es zumindest werden. Die Vielfalt der Lebenssituationen – die Ablehnung des BGE-Volksentscheides in der Schweiz – auch „Experten“ werden bei einer zukunftsfähigen und „nachhaltigen NEU-FORMATION“ unserer Sozialversicherungssysteme nicht alles im Blick haben können.
Oder – wie Stefan Sell, Armutsforscher an der Uni Koblenz sagt:
„Eines ist sicher - die rentenpolitische Diskussion hat Fahrt aufgenommen und wir werden in den vor uns liegenden Monaten mit so einigen weiteren Vorschlägen konfrontiert werden, die angesichts der näher rückenden Bundestagswahlen immer auch von eher oder gar primär parteipolitisch motivierten Verunreinigungen durchsetzt sein werden.“

Der Souverän könnte so vom „verwalteten Objekt“ endlich zum gestaltenden Partner werden. Oder?

(13/06/2016)