„KRIEG, FRIEDEN“ und „Marktgesetze“                    

 

 

I.
„Nach Abzug der Schutzmacht eines schwachen Staates fällt dieser in der Regel in sich
zusammen. Es gibt keine bürgerliche Gesellschaft und keine diese schützende Gesetzgebung
als Grundlage eines in irgendeiner Art und Weise manifesten Gemeinwesens.“
(„Fragmentierte Stadtentwicklung 201_“, S. 105)

 

„Letztlich kann man auch durchaus behaupten, dass wir uns spätestens seit 2001 in einer
stetigen „Deflationskrise“ befinden. Und – ökonomiegeschichtlich ist die Deflation, in der
letztlich das Menetekel der Rezession sich deutlich als prognostische
Bedrohung abzeichnet jene Phase der Konjunkturentwicklung,
in der die meisten Kriege stattfanden.

Kriege gehorchen keinen „Naturgesetzen“, sondern vielmehr „Marktgesetzen“.
Und – die sind von Menschen gemacht. Oder eben – von Menschen verdrängt.“
(Zitatquelle - siehe hier weiter unten)

 

„Krieg“ wird hier denn auch als „stetiger und kontinuierlicher Niedergang“ definiert.
Insofern beinhaltet der Begriff denn auch einen „Prozess der Vernachlässigung,
der durch Geschehnisse verschiedenen Ursprungs (Umweltereignisse, gewaltsame Aktionen –
also mutwillige Zerstörung von Menschen und Materie / Terror u.a.) immer wieder
schubweise beschleunigt“ wird.

Ein solcher eher „schleichend, fast unbemerkt verlaufender Prozess der Zerstörung von
gebauten und gewachsenen Strukturen – Menschen / Lebewesen und Dingen“ kann am
Ende durchaus auch noch in einem „totalen Krieg“ abgeschlossen werden. Das liegt aber
eher am Ausmaß der Gefügigkeit – bis hin zur völligen Verdummung der Menschen, das
irgendwann erreicht worden ist. Und der damit verknüpften „Ausweglosigkeit des völligen
menschlichen Versagens“ an dem einen oder anderen Ort. An dem dann immer
auch folgerichtig schnell „Schuldige und Verantwortliche für die Misere“ gefunden
werden sollen. Zumeist ganz unten in gesellschaftlichen Hierarchien.

 

„Frieden“ ist insofern mehr als nur die „Abwesenheit von Krieg“.
Es ist eher die Herausforderung, „menschliches Versagen und Betrug“ stetig
zu benennen und zu entlarven und Auswege aus den
„Sackgassen menschlichen Verdrängens“ aufzuzeigen.

 

„Marktgesetze“ werden im  Zuge des „Verschweigens von Kriegsgründen“ und des
„Deckens der Profiteure“ stetig so umgeformt, dass bedingungslose Akzeptanz –
bis hin zur Kapitulation vor dem „Krieg als Naturgesetz“ zur dominanten Denke werden.

 

II.

Insofern hier einige Thesen in diesem Zusammenhang diesen Prämissen folgend:

  1. Unsere kulturell-politische „Schutzmacht“ der Zeit nach dem 2. Weltkrieg erlebt
    derzeit eine weitere beschleunigte Phase ihres Niedergangs.
    Die USA sind ökonomisch und ethisch-moralisch am Boden.
  2. Auch militärisch nähern sie sich diesem Zustand der „Ermüdung“ – der
    „schlaflosen und perspektivlosen Übermüdung“ eher.
  3. „Regression und Depression“ als „Symptome des Niedergangs“ können nur
    durch Erkennen dieser schmerzhaften Vorgänge und durch Verhaltensänderungen
    anfänglich angegangen werden.
  4. Dafür müssen diese „Schmerzen“ aber auch benannt werden können –
    auch, um weitere Beschädigungen und Zerstörungen ausschließen zu können.
  5. Mit dem „Benennen und Lokalisieren der Schmerzen“ muss aber auch der Wille
    zu einer Heilung einsetzen und gefördert werden, um aus der Sackgasse
    des „permanenten Kriegszustandes und der Perspektivlosigkeit“ (s.o.)
    herauszukommen
  6. Es ist unter gegebenen Um- und Zuständen im Januar 2018 völlig gleich, ob
    Deutschland bald von einer neuen „GROKO“ aus CDU / CSU und SPD oder
    einer so genannten „Minderheitsregierung“ aus CDU / CSU und Grünen regiert wird.
  7. Deutschland wird in Europa nur durch programmatische Änderungen, die den
    Kernkonflikt „ARM und CHANCENLOS gegen REICH und WILLKÜRLICH Perspektiven
    nur für seines- und ihresgleichen schaffend“ angehen einen Einigungsprozess
    bewirken können. Alles andere bleibt Makulatur und führt zurück
    zu oben angegebenen Prämissen.

 

III.

Insofern hier zur Fortführung des „Aufstiegs des Realismus“ von
Manuel deLanda und Graham Harman:
„REALISMUS VS. ANTIREALISMUS 10“

R10 / A10: „Alle Gedankenmodelle sind in Bruchstücken analog auf andere Inhalte
und Formen – auch zwischen ganz verschiedenen Maßstabebenen übertragbar / nicht übertragbar.“

 

Dies führt denn auch hinüber zu R 11 / A 11. Das wird dann nächste Woche
im Hinblick auf lange überfällige europäische Reform-, besser:
Integrationsprozesse weiter erörtert.

 

Manuel DeLanda, Graham Harman: „The Rise of Realism“ , Politybooks 2017.

 

 

 

 

 

 

„AUFSTIEG  DES  REALISMUS“                        

 

 

 

Was ist das überhaupt – „Realismus“?

Und – was bezeichnet da dessen vermeintlichen Gegenpol – den „Idealismus“?

 

Auf diese und ähnliche Fragen findet der geneigte Leser bald mögliche Antworten
in diesem Zwiegespräch zwischen Graham Harman und Manuel deLanda.
Nach Vorbild der Dialoge Platons und vieler anderer zeigt der gesamte Diskurs
jedoch auch, wie vielfältig allein sich als „realistisch“ definierende
Herangehensweisen an die Welt und ihre an uns gestellte Themen sind.

Während Graham Harman alles mit „per se gleichwertigen Objekten“ mit sie
unterscheidenden „Qualitäten“ – darin enthalten auch „kognitive Inhalte“ und
„Erfahrungswerte“ zu beschreiben sucht, zeigt deLanda ihm spätestens
bei „wissenschaftlichen Erklärungsmöglichkeiten für Raum und Zeit“
Grenzen dieser Herangehensweisen auf.

 

Die Definition des Begriffes „Realismus“ wird von beiden ein- und abgegrenzt
vor allem vom „Idealismus“ durch klare Paare von These und Antithese
und durch Rückgriffe auf „gefühltes Denken“ und „gedachtes Empfinden“
anderer Philosophen, deren Werk dann auch diesen strengen Prüfkriterien
unterzogen wird.
Die Eingrenzung von „idealistischen“ und „realistischen“ Tendenzen umfasst
darin die Geistesgeschichte von Sokrates und Aristoteles über Kant und Hegel
bis hin zu Latour, Whitehead, Zizek, Deleuze und Merleau-Ponty.
Gerade aber auch zur Phänomenologie Husserls und zu Schriften und
Vorträgen Heideggers werden immer wieder deutliche Bezüge hergestellt.

 

Manuel deLandas Eingrenzung von „Realismus“ indes schließt da noch mehr
als Graham Harmans Definition gleichzeitig auch die Erweiterung der Thematik ein.

Während letzterer gerade auch bei  den Themen „Raum, Zeit und Wissenschaft“
doch immer wieder mit komplizierten – oft aber auch recht vordergründig erscheinenden
Kunstgriffen die „Objekthaftigkeit allen Seins“ darzulegen sucht, verweist DeLanda auf
verschiedene „Maßstabsebenen“, die die Detailgenauigkeit unserer Beobachtungen
und Erfahrungen bestimmen und dann auch entsprechend analog dazu vertiefen
und / oder erweitern.
Er führt dies auch anschaulich am Beispiel chemischer Reaktionen vor:
Der Schmelzpunkt von Eisen ist lange bekannt – Veränderungen dieses Schmelzpunktes
je nach Anteil von Verunreinigungen im Metall sind mit heutigen Messmethoden besser
darzustellen als „früher“. Insofern lehnt er auch im Rahmen dieses
„offenen Modells“ jegliche „komplette ganzheitliche Systemtheorie“, die damit verbunden
allzu häufig in der als „Ideengeschichte“ aufgefassten „Geistesgeschichte“ einen
Absolutheitsanspruch verfolgt vehement ab. Gerade der Hinweis auf die lange Zeit
„Welterklärungsmodelle“ beherrschende Physik kann und darf da natürlich
nicht ausbleiben. Die denn auch von vielen Physikern und anderen Wissenschaftlern
in deren Gefolge immer wieder behauptete These, dass bei Wegfall und /
oder Widerlegung eines Bausteins ein ganzes „Erklärungsmodell“ zusammenfalle
umgeht deLanda dabei insofern höchst elegant.

 

Letztlich erscheint mir als „geneigtem Leser“ Manuel deLanda noch mehr als
der zweifelsohne auch brilliante Denker Graham Harman als der erste
anerkannte professionelle „Denker“, der ganz deutlich die ausgetretenen
Trampelpfade von Moderne und „Post-(Post-∞) Moderne“ verlässt und somit auch
Wege aus der Gefangenschaft – nicht nur des „Denkens“ weist.
Der also per se dieses Denken von vielen Fesseln zu befreien sucht.

 

Beide – Graham Harman wie auch Manuel deLanda lehren derzeit an
architektonischen Fakultäten in den US.
Abgesehen von der Tatsache, dass dies auch einmal mehr gerade in diesen Zeiten
verdeutlicht, wie unterschiedlich das Leben von Grundwerten wie „Freiheit“ –
aber auch „Gleichheit und Brüderlichkeit“ in Politik einerseits und
Forschung und Wissenschaft auf dem Universitätscampus
andererseits gerade auch in den US ist, bewahrheitet sich hier einmal mehr das
Bonmot eines früheren Architektur- und Städtebaulehrers meiner Wenigkeit:

Der Künstler darf ein Fragezeichen auf eine Leinwand malen und dieses
einrahmen und hinter Glas setzen. Der Architekt im Gegensatz dazu ist gefordert,
Antworten zu geben:
Einen Punkt zu setzen und vielleicht auch dazu ein Ausrufezeichen zu formulieren.

Dass diese Aussage in Anbetracht des vorher Gesagten ein kaum auflösbares
Paradoxon enthält – das dürfte indes Graham Harman und erst Recht
Manuel deLanda durchaus bewusst sein.

 

Die Brücke, die am Ende die beiden höchst gegensätzlichen virtuosen Denker
verbindet ist Gegensatzpaar 7 zur Überprüfung des „Idealismus / Realismus“
in Form und Inhalt fremder und eigener Gedankengebäude:
„R(ealismus) 7 / A(nti-Realismus) 7:
„Die Beziehung des menschlichen Subjektes zur Welt ist nicht /
ist eine bevorzugte Beziehung für die Philosophie“.

 

Dieser Satz / Gegensatz eröffnet vielerlei Perspektiven.

Unter anderem holt die den Realismus stützende Aussage die Philosophie
vom Altar des Elitären herunter. „Wissenschaft und Kunst“ und das darin geübte
Denken und Empfinden – das „Erfahren“ und „kognitive Nachweisen“
„mit Kopf, Herz, Hand und Fuß“ – um hier den Titel eines Aquarells
von Paul Klee zu zitieren sollte vielmehr nach Verlassen institutioneller Schutzräume –
der Hörsaal und Seminarraum der Uni, das Buch u.v.a. weiter in andere Institutionen –
und die sie ausmachende Gesellschaft hineingetragen werden.

Die Offenheit solcher Diskurse und darin geweckte Perspektiven vermögen denn auch
zu einem vertieften „Wiederfinden“ – und zu  einer (Neu-) Entdeckung von
Entwicklungsmöglichkeiten von Kunst und Wissenschaft – und sie beheimatenden
Staaten und Gesellschaften – und ihren Grundwerten geführt werden.

 

Gleichwohl steht aber nach dieser „Wiedererweckung des Realismus“ auch die
von Harman und deLanda immer wieder angedeutete Abgrenzung von „Materialismus“
und „Anti-Materialismus“ – und damit einhergehend auch vom „Idealismus“
als nächstes an, um diese Phase nicht nur der Geistesgeschichte weiter zu entwickeln.

 

 

 

 

Manuel DeLanda, Graham Harman: „The Rise of Realism“ , Politybooks 2017.

Mit herzlichem Dank an Geza Törö für den Hinweis.

 

 

 

 

 

 

 

„POLITISCHER RAUM“  und                                       „DER  AUFSTIEG  DES  REALISMUS“                          

 

 

(zum Heft B 11/ 2017 "Politischer Raum" des Architekturmagazins "BAUMEISTER" , November 2017)

 

Der Architekt ist ein „Formgeber“.

Er oder sie schält aus dem scheinbar Unendlichen einen nutzbaren Raum heraus.
Hülle und sie Umschließendes ist in mindestens vier Dimensionen gedacht und entwickelt.

Neben dieser Tätigkeit als „BAUMEISTER“ ist der Architekt aber auch „PLANER“.

Er steht insofern vor der Aufgabe, Zukunft vorauszuahnen – eine „Idee von Zusammenleben“
zu entwickeln. Eine „Vision“ für zumindest eine Generation, wenn das Haus für bestimmte
gegenwärtige Menschen gebaut wird. Eine „materialisierte Idee“, die gegebenenfalls auch die
BaumeisterIn selbst überdauert.

 

„Die Zukunft - ein kleines Fenster im Strom der Ereignisse zwischen Vergangenheit und
Gegenwart. Ein Möglichkeiten eröffnendes - ein Gelegenheitsfenster.“

 

Adolf Loos hat einmal im Zusammenhang  mit Denkmalpflege und „Ornament und Verbrechen“ 1
in dem, was man vielleicht als eine „Sturm-und Drang-Phase der Moderne“ bezeichnen
könnte gesagt, wer das Rad der Geschichte anzuhalten versuchte, dem habe es immer die Hand abgerissen.

Ein anderer „Stürmer und Dränger“, der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat in einer seiner
Kernthesen seinerzeit gesagt, dass man „das Leben nur vorwärts leben – aber nur rückwärts verstehen“ könne 2.

 

Das „palästinensische Museum“ bei Ramallah (Baumeister B11 / 2017) dokumentiert per se eigentlich
ein solches „Gefangensein in der Geschichte“. Es gäbe sicher viele Geschichten zu erzählen von
ausgerissenen Wurzeln, von abgesperrten Quellen – von Menschen, denen der Zugang zu den wesentlichen
Dingen durch Krieg, Flucht und Vertreibung stetig verwehrt ist. Aber auch von der stetigen Bedrohung des
Volkes Israel über die Jahrhunderte – Jahrtausende gar. Insofern könnte man das Museum als solches
zum gegenwärtigen Zeitpunkt als eine „Fehlplanung“ bezeichnen. Auch in einer „Zweistaatenlösung“
wird es diese Geschichte nicht in der Vergangenheit behandeln können.
Zumal in Anbetracht der Landnahme durch israelische Siedlungen im palästinensischen Kernland
über die letzten Jahrzehnte.

Als Dokumentationszentrum für eine auch von vielen palästinensischen und israelischen Intellektuellen
inzwischen diskutierte „Ein-Staaten-Lösung“ indes könnte der von Heneghan Peng spannungsvoll
formulierte Raum mit seiner mindestens genauso spannend von Lara Zureikat terrassierten
Zugänglichkeit an Leben gewinnen.

Der „gefrorene Raum“ könnte sich dann vom Dilemma des Gefangenseins zwischen Vergangenheit und
Gegenwart lösen und so in eine Zukunft hineinzureichen, die somit auch ihre Bedrohlichkeit zu verlieren vermag.
Die vielleicht so gar zum Versprechen werden kann.

 

 

„Neoliberale“ Stabilitätsvergessenheit – und dann?

 

Abgesehen davon, dass „Neoliberalismus“ ein von Ökonomen wenig bis gar nicht verwandter Begriff ist –
manche sprechen eher von einem „Kampfbegriff“, so bewahrheitet sich ja doch derzeit eine der größten Ängste,
die Theodor W. Adorno als „Kind des 2. Weltkrieges“ und des Neuaufbaus danach dereinst ausdrückte:
Die Rückkehr des Faschismus im neuen Gewand – im Anzug und im weißen, gebügelten Hemd.

Und nachdem Ridley Scotts „Blade Runner“ 1982 mindestens die nächste Generation Architekten
maßgeblich beeinflusst hat, zeigt Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ eine post-nukleare Welt,
in der nur noch „künstliche Intelligenz“ noch fühlend denken kann – auch in der Erinnerung an Zeiten,
als ihre ursprünglichen Erschaffer – als Menschen noch sein konnten 3.

Was könnte das also für den Architekten – als „BAUMEISTER“- und als „PLANER“ –
vielleicht auch als „VISIONÄR“ einer besseren Zukunft als dem immer weiter in die Länge gezogenen
„Ende der Geschichte“ bedeuten? Zumal ja auch Francis Fukuyama inzwischen den
provokanten Titel eher relativiert?

 

 

Finisterrae – „Ende im Gelände“, „Unterwerfung“ 4 oder

„Nachrüstung“ zur „Erweitwerung der Kampfzonen“?

 

Viele „Marktbeobachter“ sprechen von Immobilien als „letzte Anlegehäfen für Investoren“.

Beim derzeitigen Stand der Dinge jedoch wächst da natürlich die Gefahr der „Blasenbildung“.
Aber – auch diese Gefahr kann trotz vielerorts viel zu geringer Kaufkraft bei der Mehrzahl
der Bewohner der jeweiligen Nationalökonomien durchaus relativiert werden.

Wir haben schon längst eigentlich drei koexistierende Währungssysteme mit Dollar,
Euro und Remnimbi als jeweilige Leitwährungen darin. Dies kann auch als Folge der
„Subprime-Krise“ 2008 – aber auch als Folge der forcierten Binnenentwicklung
Chinas nach dem „sanften Aufpieksen“ der dortigen Immobilienblase 2011 betrachtet werden.
Es bedarf jedoch sicher präziser Regulationsabkommen darin. Zudem: Der eigentlich
in vielerlei Beziehung vermittelnden Rolle des Euroraumes zwischen den
tektonischen Platten Dollar und BRICS (Remnimbi) wird immer noch
viel zu geringe Bedeutung zugeschrieben.

Vielleicht auch, weil gerade der „alte Kontinent“ viel zu sehr im nationalökonomisch
bestimmten Standesdünkel gefangen ist.

 

 

Welche Wege aus der allgegenwärtigen Rückkehr zum Nationalismus
jedoch können sich abzeichnen und erneut – welche Rolle kann da dem
planenden und bauenden Architekten zugeschrieben  werden?

 

Kaum einer hat so vertieft sie Verformung von Raum und Zeit durch die Entwicklung der
Bild gebenden Optik – und letztlich damit auch der Kriegsführung untersucht wie der
in Paris lebende und forschende Kollege Paul Virilio. „Krieg und Fernsehen“ 5,  
„Rasender Stillstand“ 6, „Der negative Horizont“ 7  und „Die Ästhetik des Verschwindens“ 8
sind nur einige bezeichnende Essaytitel aus seinem umfangreichen Werk.

Auch im Sinne der Aussage, dass der „Krieg ein Vater des Städtebaus“ sei,
kann also behauptet werden, dass militärische Entwicklungen zivilem Nutzen derselben voranschreiten.

MOUT – „Military Operations on Urban Terrain“ ist seit 1997 eine der maßgeblichen Einsatzdoktrinen
des Pentagon. Auch wenn inzwischen alleine aufgrund der Binnenflüchtlinge aus den umkämpften
afghanischen Provinzen Kabul mit ca. 5-6 Mio. Einwohnern die am schnellsten wachsende Stadt
Zentralasiens ist, folgte die US-geführte Invasion in dem zerklüfteten Bergland nur
bedingt dieser Einsatzdoktrin. Beim „Regimewechsel“ im Irak 2003 – der Eroberung Baghdads
und der Niederschlagung der Aufstände in Fallujah jedoch war die Ausbildung
für den Häuser- und Straßenkampf entscheidend.

Als danach die Widerstände gegen weitere US-Invasionen größer wurden –
in der US-Zivilgesellschaft nicht minder als von Seiten und in Partnerländern und den UN
konzentrierte man sich mehr auf „verdeckte Missionen“. Letztlich jedoch sind alle globalen
Großmächte im Schulterschluss mit lokalen und regionalen Mächten an den vielen
Stellvertreterkriegen seit 2001 beteiligt und suchen ihre eigenen vielschichtigen Interessen zu wahren.

 

 

Haben „Neoliberalismus“ und „Krieg gegen Terror“ nur Zerstörung  und  Not  gebracht?

 

2013 bezifferten CNN und Forbes die „indische Mittelklasse“ mit rund 320 Mio. Menschen.
Ein Phänomen, das es nur eine Generation, rund 30 Jahre zuvor dort nicht gab.
Die „chinesische, primär urbane Mittelklasse“ dürfte bei Anlage dieser Parameter schon
bei ca. 500 bis 600 Mio. Menschen zu beziffern sein. Und auch ihr Aufstieg
hat sich primär in den letzten 30 Jahren ereignet.

Die gewaltige Beschleunigung vieler Parameter des „Klimawandels“ dürfte auch maßgeblich
in diesen rasanten Entwicklungen zumindest mit begründet sein. Eine „massenhafte Verlagerung
der Produktionsfaktoren“ von der Nord- auf die Südhalbkugel des Planeten steht da
einer „Akkumulation der globalen ökologischen Folgekosten“ gegenüber 9.

Es ist vermessen, nun zu fordern, dass
„die da unten das doch selbst in den Griff bekommen sollen“.
Aber der derzeitige „gewählte Bewohner des Weißen Hauses“ in DC, der ja nur das „örtliche Wetter“
kennen und vom „globalen Klima“ keine Ahnung haben will spricht nur aus, was alle gerne
verdrängen im Norden und Westen des Planeten:
Unter den gegebenen Bedingungen haben wir da einfach keine Handhabe.

 

Ein anderer immer „antizipierender Wirtschaftszweig“ neben dem Militär ist die „organisierte Kriminalität“.

Der neapolitanische Journalist und Schriftsteller Roberto Saviano sagt denn auch,
dass es „Mafiaclans“ waren, die nach dem „Fall des eisernen Vorhangs 1989“ die ersten
„Marktkartelle“ zur Überbrückung dieser Lücke bildeten 10.

Heute beherrscht unter den süditalienischen, letztlich dem Phänomen „Mafia“ den Namen
gebenden Clans die eher ländliche kalabresische `Ndrangheta die Szene. Ländlich, weil
„Cosa Nostra“ auf Sizilien mit Palermo, Catania und Messina und Camorra in Kampanien mit
Neapel ursprünglich auch vorwiegend „urbane Schaltzentralen“ aufweisen.

Und – ein ganz wesentliches Geschäftsfeld, das gerade die `Ndrangheta erobert hat,
ist die „Sozialindustrie“ in Italien – das Geschäft mit Flüchtlingen, ihrer Versorgung und ihren Unterkünften.

 

Aufbauprojekte und – ganz wesentlich – damit einher gehende
„infrastrukturelle Nachrüstungsprojekte“ im globalen Süden werden wir und die Menschen
vor Ort nur mit Hilfe kluger Generalisten – und gesichert auch durch „bewaffnete Sozialarbeiter“ –
also auch Soldaten erreichen. Am Ende von „Neoliberalismus“ und „Krieg gegen den Terror“
sollte dies jedoch eine unbedingte Option darstellen, die auch ausbildungstechnisch
viel mehr vertieft werden muss. „Klimaschutz“ zudem kann nur mit vielen klugen Köpfen
und Händen funktionieren in einer zunehmend dezentraler aufgestellten Weltordnung.

Das, was Joachim Declerck vom „Architecture Workroom Brussels“ als „Healthy City“ bezeichnet
(Baumeister B11 / 2017) ist letztlich eine positive Antwort auf Mike Davis’ „Slum-Ökologie“
in seinem Buch „Planet der Slums“ von 2006 11.

 

Aber – auch bei uns wird immer mehr von „Armutsrisiken“ gesprochen. Architektur und Stadtplanung
sind da gefordert, weitaus offensiver lange Jahre verwalteten Mangel bei „bezahlbarem Wohnraum“
und andere Themen anzugehen.

Das „Bauen im Bestand“ – letztlich auch das Abarbeiten des immensen „Sanierungsstaus“
in Stadt und Region bei uns werden wir nur mittels gesetzgeberischer Maßnahmen, die
wirtschaftlich schwaches Gemeinwohl gegenüber wirtschaftlich starken Einzelinteressen aufwertet
in den Griff bekommen: Stadt und Region – wesentliche, lebensnotwendige Allgemeingüter –
die „Allmende“ 12 müssen dabei einen besonderen Schutz – eine Aufwertung per se erfahren.

Gleichwohl bedarf es vielfacher Anreize, um weiterhin das als solches vertieft zu definierende
Kulturgut „Stadt und Region“ als Lebensraum weiter entwickeln und somit denn auch mehr
fairen Wettbewerb – statt überwiegend stetiger Verdrängung ermöglichen zu können.

 

Dass die Einführung solcher Verfahrensweisen auch und vor allem zur
„Nachrüstung von bisher rudimentär angegangenen Infrastrukturen städtischer und regionaler Art“
in diesem Sinne ein Leichtes ist – das hat keiner behauptet. Aber – es ist ein gangbarer Weg,
um endlich aus den Sackgassen nur punktuell angegangener „Probleme der Globalisierung“
herauszukommen. Sich selbst überlassene Märkte indes vermögen dies nicht im geringsten
nur „anzudenken“ – geschweige denn „anzugehen“.
Auf „Märkten“, die keinen Gesetzen zum Schutze der Allgemeinheit gehorchen
schwinden auch die Möglichkeiten, Probleme zu lösen. Architektur und Ingenieurswissenschaften
jedoch sind per se auch als „Strategien zur Problemlösung auf verschiedenen Maßstabsebenen“
angelegt. „Infrastrukturen“ betreffen da nicht nur den Transport von Konsumgütern, sondern auch
die Verbesserung „ökologischer Bilanzen“ von Produktion und Transportwesen. Und –
eine fairere Verteilung – aber auch bessere und offenere Berechnung von daraus
resultierenden Lasten. Mithin – eine „Neudefinition des ökologischen Fußabdrucks“ im Zuge
einer deutlichen Zielsetzung etwa auch beim Verfolgen der UN-Millenniumsziele.
Vielleicht kann man auch von einer „Neudefinition des globalen Wohlfahrtsbegriffes“
in diesem Zusammenhang sprechen.

Es gibt viel zu tun.
Viele gewaltigen Herausforderungen – nicht nur für Architekten und Ingenieure –
für Planer und Baumeister – für „Hand- und Kopfwerker“ aller Sparten tun sich da auf 13

 

Letztlich kann man auch durchaus behaupten, dass wir uns spätestens seit 2001
in einer stetigen „Deflationskrise“ befinden. Und – ökonomiegeschichtlich ist die Deflation,
in der letztlich das Menetekel der Rezession sich deutlich als prognostische
Bedrohung abzeichnet jene Phase der Konjunkturentwicklung, in der die meisten Kriege stattfanden.

Kriege gehorchen keinen „Naturgesetzen“, sondern vielmehr „Marktgesetzen“.
Und – die sind von Menschen gemacht.
Oder eben – von Menschen verdrängt.

 

 

Insofern geht es bei „Politischem Raum“ als „Erweiterten Handlungsraum“
auch und gerade für Planer – Architekten und Ingenieure auch um einen
„Aufstieg des Realismus“.

 

Die „Ideengeschichte“ gelangt so nicht an ihr Ende, sondern vielmehr an einen Neuanfang.

Die Verfasser eines gleichnamigen Buches – „The Rise of Realism“ 14,
die beiden dort in der Tradition Platons diesen Aufstieg herausarbeitenden Denker
Manuel DeLanda und Graham Harman unterrichten beide derzeit an architektonischen
Fakultäten in den US. Aber – auch dies ist nur eine der vielen spannenden Fußnoten
der einen oder anderen Geschichte und ihrer jeweiligen Schreibweise.

Architektur hat mit Politik und Philosophie gemein, dass sie Rahmen und Umfassung –
Einbindung und Verfassung formuliert – von Leben, Wohnen und Arbeiten –
von Handeln und Verhandeln – und von gefühltem Denken und von gedachtem Empfinden.

 

Das Verhältnis der einzelnen Person dabei zur Gemeinschaft mehrerer Personen –
oder auch zur Gesellschaft bedarf darin immer wieder neu des Findens
gestalterisch-entwerferischer Vorlagen, demokratischer Legitimation
und wissenschaftlicher Grundlagen.
Auch um „das vermeintlich Neue“ a priori und noch mehr a posteriori im
„schon Bekannten und Vorhandenen“ zu verankern.

 

Weite Felder, die da neu zu verorten sind.

 

 

 

 

 

Literatur:

 

  1. Adolf Loos: „Ornament und Verbrechen“, Metro-Verlag 2012
  2. Sören Kierkegaard: „Entweder - Oder: Teil I und II“ / und  

„Philosophische Brosamen und Unwissenschaftliche Nachschrift“, dtv 2005

  1. http://www.zeit.de/kultur/film/2017-10/blade-runner-2049-denis-villeneuve-science-fiction-filme-ridley-scott/komplettansicht
  2. Michel Houellebecq: „Unterwerfung“, DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG 2017. Darin beschreibt der Autor die Ereignisse, die 2022 zum Wahlsieg des muslimischen Politikers Ben Abbes über Marine Le Pens Front National in Frankreich führen – und die Folgen dieser Wahl.
  3. Paul Virilio: „Krieg und Fernsehen“ , Carl Hanser Verlag 1993
  4. Paul Virilio: „Rasender Stillstand“ , Fischer Taschenbuch 1997
  5. Paul Virilio: „Der negative Horizont“ , Carl Hanser Verlag 1989
  6. Paul Virilio: „Die Ästhetik des Verschwindens“ , Merve Verlag 1986
  7. Die Übersetzung eines Artikels aus dem indischen Nachrichtenmagazin TEHELKA durch den Autor hier  - eine Reise des Redakteurs 600 km entlang an einem der „heiligen Flüsse“ des Landes, der Yamuna (Flüsse sind in Südasien weiblich) vermittelt da einen genaueren Einblick:
    http://www.ngo-online.de/2013/05/6/klagelied-auf-einen-fluss/
  8. Roberto Saviano: „Gomorrha; Reise in das Reich der Camorra“ , dtv 2009

Roberto Saviano: „Der Kampf geht weiter: Widerstand gegen Mafia und Korruption“ , Carl Hanser Verlag 2012

  1. Mike Davis: „Planet der Slums“ , Assoziation A 2007
  2. Elinor Ostrom: „Was mehr wird, wenn wir teilen - Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter“ , Oekom-Verlag 2011. Elinor Ostrom erhielt als erste und bisher einzige Frau für diese ihre Ausarbeitungen zu den „Allmenden“ den Nobelpreis für Ökonomie.
  3. Richard Sennett: „ Handwerk“ , Berlin Verlag Taschenbuch 2009
  4. Manuel DeLanda, Graham Harman: „The Rise of Realism“ , Politybooks 2017

 

 

Vier Eckpfeiler für den Neubau eines deutschen –       bald auch eines europäischen Hauses                             

 

DEMOKRATIE lebt von Bewegung – von Veränderung – und dem Mut dazu, dies leisten zu wollen!
„Gute Arbeit leisten heißt neugierig sein, forschen und aus Unklarheiten lernen“ – sagt der US-Soziologe Richard Sennett.
WIR wollen etwas bewegen in Deutschland – und in Europa! Zu diesem WIR jedoch können WIR nur kommen, wenn da
wieder Ziele und Perspektiven auch für unsere Kinder (be-) greifbar werden. 

 

 

 

Vier Eckpfeiler für den Neubau eines deutschen – bald auch eines europäischen Hauses
sollen hier dargestellt werden.

Vier Eckpfeiler, die neben einer neuen Verfassung uns dazu verhelfen werden,
die Dauerkrisen zu überwinden und uns neu zu erfinden.

 

 

 

1. Bisher ist das Haus, in dem wir leben eher ein wackliger Tisch. Und – viele sägen da gerne an dem einen mittigen Tischbein herum.
Das Geld für die Pflege der Wurzeln des einzigen Tischbeins fehlt – oder verschwindet in Panama oder anderen Bermuda-Dreiecken.


Nur über einen globalen Schuldenschnitt können wir die vielen Verwerfungen beim Umbau von einer zuletzt unipolaren zu einer eher multipolaren Weltordnung lösen. Verwerfungen, die sich auch in Deutschland massiv niederschlagen.
Dafür bedarf es zäher und harter Verhandlungen ganz speziell mit den US und mit China als führende Nation der BRICS - auf Augenhöhe.

Zäh – hart – aber zielstrebig. Denn – dass die US-Verfassung auf dem Lauf eines Gewehres begründet ist – das sagen auch kluge Freunde von dort mir. Und – dass man in China vor nichts mehr Angst hat als davor, wie zuletzt nach den Opiumkriegen hinter den Westen zurückzufallen und dann auch die dem Unterliegenden gebührenden Schläge hinnehmen zu müssen – auch das sollte man zutiefst verinnerlicht haben.

„Konfuzianische Ethik“ und „der amerikanische Traum“ prägen sich deutlich im „kollektiven Gedächtnis“  - im Stolz von 99 +1 % der Menschen dort aus.

Und - gerade für Deutschland und Europa, das da "zwischen den Fronten" liegt und zerrieben zu werden droht, ist dies von existentieller Bedeutung.  

Dieser globale Schuldenschnitt wird denn auch zu einer Reform - besser - einer "Neu-Formation" des Weltwährungssystems geführt. Und zum Aufbau von Kontroll- und Regulationsmechanismen und der entsprechenden, dieses gewährleistenden Institutionen. 

 

Die Verhandlungen dafür werden auf ca. zwei Jahre anberaumt - ausgehend von den Bundestagswahlen im Herbst 2017. 
Auch Großbanken werden dabei geprüft und – im Falle von schlechten – ggf. auch kriminellen Praktiken bei der Kreditvergabe etc. können sie aufgelöst oder zerschlagen werden.


Spätestens im Frühjahr 2020 werden diese Themen konstituiert sein und beschlussfähige Körperschaften im internationalen und interkulturellen Recht können aufgebaut werden.

 

 

 

2. Der „soziale Friede“ für uns und unsere Kinder ist das zweite Tischbein.

Etwas, was nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, um ein weiteres Abgleiten Deutschlands und des „alten Kontinents“ in Krieg und Chaos zu verhindern.
Die Sozialversicherungsgesetzgebung in Deutschland muss endlich den Gegebenheiten der Zeit angepasst werden.
Auch hier geht es nicht um "Reform", sondern um "Neu-Formation". 


Mit globalen Marktregulationen, die primär am Bedarf und den Entwicklungsmöglichkeiten der jeweiligen regionalen Volkswirtschaften orientiert sind, verringert sich auch der Konkurrenzdruck der Altersversorgungssysteme. 
Gute und ehrliche - zukunftsweisende und insofern "nachhaltige" Arbeit im Dienste der Gemeinschaft soll endlich wieder belohnt werden. Auch und gerade im wohlverdienten Ruhestand - im Alter. Das gilt für den Straßenfeger und Müllmann, die HandwerkerIn genauso wie für die Krankenschwester, den Juristen und die Ärztin und den Lehrer, die Lehrerin an jeder Schulform.
Allein erziehende Mütter und Väter - Eltern per se seien da nochmals gesondert genannt.


Ein  "Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)" steht dabei genauso zur Debatte wie andere Formen der "Mindestsicherung", die den Menschen - Bürgern am jeweiligen Ort und ihren Familien Chancen auf sichere Bleibe, Bildung und Möglichkeiten zum weiteren Fortkommen ermöglichen.

2018 /19 werden in parallelen kleinteiligen lokalen / regionalen "Fallstudien" / "Reallaborversuchen" verschiedene Varianten der Grundsicherung erprobt und begleitet. 
Spätestens im Frühjahr 2020 werden diese zeitlich und räumlich abgegrenzten, abgesicherten "Feldversuche" ausgewertet sein und ein entsprechender Umbau der Verwaltung mit beschlussfähigen Körperschaften auf den verschiedenen Ebenen Bund, Länder und Kommunen kann erfolgen. 


So können WIR eine offene Gesellschaftsentwicklung einleiten.

Modelle dieser Art werden auch von lokalen Gouverneuren in anderen EU-Ländern den dortigen kulturellen Gegebenheiten und Traditionen - dem "kollektiven Gedächtnis" der Menschen vor Ort entsprechend ausgearbeitet und begleitet.
Viele verschiedene Anreiz- und Belohnungssysteme - etwa Wettbewerbe zu Sprach- und Handelsfähigkeiten in den Grenzregionen der EU-Länder erleichtern das +, den Zugewinn und mehr zur Grundsicherung / dem BGE für diejenigen, die dies möchten. Ein(e) Jede(r) nach seinen / ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Interessen.

 

 

 

3. Die Flüchtlinge und – „Fremde der deutschen Leitkultur“ fachen vor dem Hintergrund des
„Kampfes der Kulturen“ erhitzte Gemüter an.

"Hilfe zur Selbsthilfe am Herkunftsort von Flüchtlingen" und - "Wandel durch Annäherung und nachhaltigen Handel 2.0" werden zur Überschrift für den Umgang mit Ländern auf der südlichen Hemisphäre unseres Planeten - so genannten "sich entwickelnden Ländern". Zur Überschrift für die gesamte deutsche – bald auch europäische Außenpolitik.


Auch hier ist in der Kommunikation – im Austausch mit diesen Partnern eine genaue Betrachtung lokaler und regionaler Gegebenheiten und Traditionen - dem "kollektiven Gedächtnis" der Menschen vor Ort entsprechend erforderlich. Dies wird im Zuge eines ruhigen Vertrauensaufbaus in einen intensiven Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe geführt, der bald auch beiden Seiten vielfältige nachhaltige Gewinnmöglichkeiten deutlich erkennbar eröffnet.

Auch hier geht es um „bedarfsorientierte und nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten“ - und den Handelsverkehr darauf aufbauend zudem.

 

Ganz wesentlich vielerorts ist die Geschwindigkeit der Entwicklung von primär agrarisch geprägten Erwerbs- und Subsistenzformen zu industriell – und damit auch zunehmend urban geprägten Erwerbs- und damit eher Lohnarbeitsformen. Neben gewaltigen sozialen Verwerfungen mit der Herausbildung von superreichen Oligarchien und zunehmender Verarmung in Megastädten – in riesigen „dorfartigen Agglomerationen auf urbanem Grund“ – genannt „Slums“ oder „Favelas“ dort haben diese rasanten Entwicklungen auch zu gewaltigen örtlichen Natur- und Kulturzerstörungen geführt. Diese Zerstörungen von UM- und MITWELT beeinträchtigten maßgeblich natürlich auch die Lebensumstände – und die individuelle Sicherheit der Menschen und ihrer Familien, die diesen und vielen anderen Zwängen zunehmend schutzlos ausgeliefert sind. 

 

Wasser und Land – und der Zugang zu beiden – das Recht auf beide sind dabei die Kernthemen, die – etwa im Aufbau von partizipativ organisierten Katastersystemen – und von Wasserkreisläufen – „nachhaltigen urbanen und ruralen Wasserwirtschaftssystemen“ mit meist dezentralem, nachbarschaftlichen Charakter den Bürgern und ihren Familien auch mehr Sicherheit geben.
Die Einbindung – Schulung und Mitarbeit der Menschen „auf den Böden der Tatsachen“ daran von Anfang an ist dabei die große Kunst – die Kunst auch des Ausgleiches zwischen verschieden stark präsentierten Interessenslagen.
Der Handel von Gütern – seien es Wasserrohre oder Bauelemente für Low-Tech-Kläranlagen – die Schulung von Arbeits- und Wartungskräften vor Ort – all das hat auch positive Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte bei uns – auf der nördlichen Hemisphäre. 

 

Abgesehen davon – erfahrungsgemäß verringern sich auch die Geburtenraten, wenn die Menschen mehr Sicherheit in ihren Lebensbedingungen erfahren und mehr Möglichkeiten zu Partizipation und Teilhabe erhalten und nicht ständig ökonomischen und ökologischen Verwerfungen – Stammes- und Clanfehden bis hin zum (Bürger-) Krieg ausgesetzt sind. Menschen, die freien Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für sich und ihre Kinder erhalten und selber ihr Schicksal im Rahmen der Gemeinschaft in die Hand nehmen können und dabei Achtung und Respekt ihrer Kultur – ihrer Traditionen – ihres „kollektiven Gedächtnisses“ erfahren sind auch nicht mehr so anfällig für leere Ideologien von Seelenverkäufern, die Religion, Nation oder Clanzugehörigkeit willkürlich instrumentalisieren.  

 

Die Gründung von „Hochschulfakultäten für internationale und inter-kulturelle Entwicklungs-Zusammenarbeit“ hierzulande wird besonders in den zwei Jahren nach den Bundestagswahlen im Herbst 2017 forciert. Schon in den beiden folgenden Jahren werden in parallelen kleinteiligen lokalen / regionalen "Fallstudien" / "Reallaborversuchen" Projekte zur "Hilfe zur Selbsthilfe am Herkunftsort von Flüchtlingen" zu neuen Formen von internationaler und inter-kultureller Entwicklungs-Zusammenarbeit geführt.

Spätestens im Herbst 2020 sind dann auch die ersten Absolventen dieser (Hoch-) Schulen tätig und aktionsfähige Körperschaften und Handelsgremien für internationale und interkulturelle Entwicklungs-Zusammenarbeit werden aufgebaut.

 

 

 

4. Es gab einmal die erste, zweite und dritte Welt. Heute spricht man von „entwickelten“ und „sich entwickelnden Staaten“.

Eine Verbesserung der Lebensbedingungen für viele – für alle Menschen auf unserem blauen Planeten ordnet maßgeblich Bedarfs- und Wertehierarchien – insofern auch Investitionsziele neu.

Wir können gewaltig viel im Sinne von "Wandel durch Annäherung und nachhaltigen Handel 2.0" lokale Umweltzerstörung bearbeiten, die letztlich maßgeblich zur Beschleunigung globaler Klimaveränderungen beiträgt. Dass wir dabei auch an entscheidende Kriegs- und Fluchtgründe – Wasser und Boden – Raub und Zerstörung herangehen und nachhaltige Ausgleichsmöglichkeiten schaffen – auch das ist ein gewünschter Nebeneffekt.


Der beschleunigte Klimawandel – die jüngste Beschleunigung des Raubbaus an Rohstoffen – die rasche Industrialisierung und Urbanisierung vielerorts gerade in den sehr verschiedenen Ländern der BRICS – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - aber auch in vielen so genannten "sich entwickelnden Ländern" machen die Gewichtung auf dieses Thema im internationalen und interkulturellen Rahmen unabdingbar. Gerade die bevölkerungsreichsten Länder der Erde – Indien und China sehen sich da gewaltigen Verwerfungen gegenüber.

Das Klima – so wie das Wasser unserer Flüsse und Seen und Meere kennt keine nationalen oder Stammesgrenzen. Insofern betrifft es uns alle, wie wir da tätig werden. Es handelt sich um unsere Verantwortung für die Schöpfung – für den Lebensraum von Mensch und Kreatur – und unseren Kindern auf einem Planeten, für den wir so schnell keinen Ersatz finden werden.

Auch unter dem Schwerpunkt der „Klima-Anpassung“ an manchen Orten und der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels im globalen Sinne geht es primär auch um Synergien – und um Erfahrungsaustausche im Rahmen der Entwicklung von verschiedenen Formen der Zusammenarbeit auf allen Ebenen.

 

Suffizienz und Effizienz ergänzen sich da in Maßnahmen, die Sicherheit für und mit Menschen hier und dort nachhaltig erzeugen.
 

Die „Energiewende“ und ihre Anpassung an lokale und regionale klimatische und kulturelle Gegebenheiten – aber maßgeblich auch die damit einhergehenden vielfältigen Möglichkeiten des „Wandels durch Handel“ können somit viel schneller und effizienter durchgeführt werden.
Als einer der Schwerpunkte staatlichen und von Staatsseite geförderten privatwirtschaftlichen Handelns im internationalen und inter-kulturellen Handelsverkehr entsteht so auch eine am Bedarf der Menschen in ihrer Um- oder Mitwelt orientierte „nachhaltige Investitionspolitik“ in die Zukunft.

          

Schon bald nach den Bundestagswahlen im Herbst 2017 werden Zielvorgaben gemeinsam mit führenden Klima- und Zukunftsforschungs- instituten ausgearbeitet. Diese werden dann entsprechend der vielfältigen Messdaten stetig nachjustiert.


Spätestens im Frühjahr 2020 stehen dann auch die ersten mittel- und langfristigen Aktionsprogramme zur Beschleunigung der nationalen „Energiewende“ – sprich – der Umstellung auf erneuerbare Energien. Parallel dazu werden die Empfehlungen für internationale und interkulturelle Klimaschutzprogramme basierend auf diesen Programmen stetig fortgeschrieben und im Dialog mit europäischen, transatlantischen Partnern und den BRICS – aber etwa auch ganz besonders den nordafrikanischen Maghreb-Staaten in die entsprechenden Aktions- und Handelsprogramme überführt.

 

 

 

Für all das müssen wir über manchen Schatten springen.
Kleine Schritte für einzelne Menschen –
ein großer Schritt für uns alle.

 

Denn – noch einmal Hand aufs Herz – übrigens die wichtigste Geste zur Begrüßung – und zum Abschied in Afghanistan – eines der vielen Länder der Welt, wo man dem Gast sein Herz auf der Hand reicht – natürlich ist das Wort Krieg hier in Deutschland ein Tabu – gerade für die demographische Mehrheit, die das zum Teil auch noch erleben musste.
Umso wichtiger, dass wir mit diesen Geschichten weiter – aus anderen eben herauskommen.

 

„Respekt ist immer der Respekt vor der (Lebens-)Erfahrung des anderen".

Mit voraus eilendem Gehorsam unter globale und lokale Hegemonialinteressen und einer diesen eher fremden Interessen folgenden so genannten Diplomatie kommen wir – kommt Europa immer mehr unter die Räder.

Dafür sollte Europa sich – dafür sollten wir uns bei aller Bescheidenheit endlich unserer eigenen Erfahrungen klug besinnen.

Und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

 

Danke.